Berliner Philharmoniker

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker

Juraj Valcuha Dirigent

Nikolaj Znaider Violine

Carl Maria von Weber

Ouvertüre zur Oper »Euryanthe«

Jean Sibelius

Violinkonzert d-Moll op. 47

Peter Tschaikowsky

Symphonie Nr. 1 g-Moll op. 13 »Winterträume«

Termine

Do, 06. Okt. 2011 20 Uhr

Philharmonie

Fr, 07. Okt. 2011 20 Uhr

Philharmonie

Sa, 08. Okt. 2011 20 Uhr

Philharmonie

Sonderkonzert

Live-Übertragung

Über die Musik

Die Liebe und Treue der Euryanthe

Carl Maria von Webers Ouvertüre zur Oper Euryanthe

» ... also baue ich auf Gott und meine Euryanthe!«Mit den berühmten Worten Adolars machte sich Carl Maria von Weber vor der Uraufführung der Euryanthe Mut. Er hatte es geahnt: »Der verdammte Freyschütz wird seiner Schwester Euryanthe schweres Spiel machen«. Euryanthe war ein Auftrag für das Kärntnertortheater in Wien. Da Weber sich mit dem Dichter des Freischütz, Friedrich Kind, überworfen hatte, gewann er die exzentrische Dresdner Dichterin Helmina von Chézy für das Textbuch. Quasi in Gemeinschaftsarbeit entstand nach einer französischen Romanze des 13. Jahrhunderts das Libretto über die Treue der Euryanthe und ihre Liebe zu Adolar, die durch die Intrigen Lysiarts und Eglantines auf die Probe gestellt wird.

Webers neue Oper feierte nach der Wiener Uraufführung am 25. Oktober 1823 in vielen anderen Städten Erfolge. In Berlin scheiterte eine vorgezogene Präsentation der Ouvertüre merkwürdigerweise kläglich, so dass Weber bedauerte: »Daß die Ouvertüre mißfallen hat, ist mir freilich unangenehm ... Sie muß gänzlich vergriffen worden sein, was ich schon aus den Äußerungen über ihre Schwierigkeit schließe. Das Wiener Orchester, keineswegs an Güte dem Berliner gleich, exekutierte sie prima vista, ohne Anstoß zu meiner Zufriedenheit und wie es schien mit Wirkung.« Die Berliner Erstaufführung 1825 wurde ein Triumph. Spätere Inszenierungen griffen verstärkt in den Aufbau der Oper ein, gutgemeinte Kürzungen verunstalteten das Werk. »Ja, ja, die arme Euryanthe wird noch viel zu leiden haben«, hatte Weber vorausgesehen. Sie teilt heute das Schicksal der meisten anderen seiner Opern. Sie sind aus dem Repertoire verschwunden, ihre Ouvertüren aber sind zu gern gespielten Konzertstücken geworden.

Die Euryanthe-Ouvertüre, die Weber erst während der ersten Bühnenproben in Wien niedergeschrieben hatte, komprimiert Inhalt und Atmosphäre der Oper und zieht die Zuschauer sogleich in den Bann höfischen Glanzes, mittelalterlicher Ritterwelt und Mystik. Die Einbeziehung der Geisterwelt, ursprünglich im Text nicht enthalten und dem Ablauf der Handlung auch nicht unbedingt zuträglich, war nachweislich eine Idee Webers. Glücklicherweise konnten ihn seine Freunde aber von der Idee abbringen, während der Ouvertüre bei geöffnetem Vorhang den Geist Emmas in der Gruft über die Bühne schweben zu lassen. Die Ouvertüre setzt in heroischem Es-Dur ein und verarbeitet das zentrale Motiv der Oper, Adolars Ich bau’ auf Gott und meine Euryanth’, sowie als lyrisches Gegenstück hierzu sein Thema aus der Romanze Nr. 2. Herausragend das mit nur acht Violinen phantastisch instrumentierte, schaurige Intermezzo, das Emmas Geist heraufbeschwört. Ein historisierendes Fugato verarbeitet anschließend die Anfangsthemen. Weber legte hier großen Wert darauf, »daß die Ausarbeitung hübsch deutlich auseinander geht und nicht überhudelt wird: welches letztere leider in den meisten Orchestern für Feuer gehalten wird ...«Die Reprise beschließt die Ouvertüre mit einer Apotheose des Romanzenthemas in strahlendem Orchesterglanz.

Anke Schmitt

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