Berliner Philharmoniker

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Education

Familienkonzert KLEINE HELDEN

Aline Champion Violine

Jan Schlichte Schlagzeug

Susanne Würmell Glasharfe

Holger Groschopp Klavier

Proschat Madani Erzählerin

Janet Kirsten Bühnengestaltung

Der Josa mit der Zauberfiedel

Nach einer Geschichte von Janosch, eingerichtet von Elisabet Woska. Musik von Wilfried Hiller mit Erzähler und Musikern der Berliner Philharmoniker - Empfohlen für Kinder von 5 bis 9 Jahren

Termine und Tickets

So, 02. Nov. 2014 15 Uhr

Kammermusiksaal

So, 02. Nov. 2014 17 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Es ist nicht immer einfach klein zu sein. Vor allem nicht für einen Köhlerssohn. Aber Josa hat eine Zauberfiedel die alles, egal ob Mensch oder Tier, wachsen oder schrumpfen lassen kann. Auf der Suche nach dem Mond wandert Josa sogar bis ans Ende der Welt und erlebt dabei viele Abenteuer, die ihn innerlich wachsen lassen. Was das für Abenteuer sind und ob die Zauberfiedel auch in der Philharmonie funktioniert, könnt ihr zusammen mit den Musikern der Berliner Philharmoniker erleben. Und wer weiß, wie ihr nach dem Konzert wieder nach Hause geht: so klein wie Zwerge oder so groß wie Riesen?!

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem möglichst breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Der Josa mit der Zauberfiedel

Ein kleiner Held auf dem Weg zum Mond

Was ist eigentlich ein Held?

Welcher Held fällt euch zu allererst ein? Vielleicht der tapfere Bogenschütze Robin Hood, der den Reichen etwas von ihrem Geld stibitzte, um es an die Armen zu verteilen? Oder ein Superheld wie Spiderman, der die Menschen vor bösen Schurken beschützt? Oder vielleicht Manuel Neuer, der Torhüter der Deutschen Nationalmannschaft, die mit seiner Hilfe die Fußballweltmeisterschaft gewonnen hat? Ihr seht schon: Helden haben ganz verschiedene Gesichter. Manche von ihnen gibt es in Wirklichkeit, so wie Manuel Neuer, und andere, wie Spiderman mit seinen Superkräften, sind erfunden und man erzählt spannende Geschichten über ihre Heldentaten. Auch Feuerwehrleute, die Menschen aus brennenden Häusern retten, oder Ärzte, die sehr kranke Leute wieder gesund machen, können zu Helden werden. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie Gutes tun, etwas Besonderes leisten und anderen helfen.

Da es bei unseren Familienkonzerten ja aber vor allem um die kleinen Helden geht, fragt ihr euch jetzt sicher, ob ihr nicht auch selbst Helden sein könnt, stimmt’s? Na klar! Denn Helden müssen nicht immer riesengroß und bärenstark sein, wie ihr heute sehen werdet...

Wir haben die Geigerin Aline Champion gefragt, wer denn für sie ein Held ist, und hier ist ihre Antwort:

»Josa natürlich! Weil er mutig ist, Menschen hilft und sogar furchtlos den bösen König vertreibt. Aus der Geschichte der Menschheit kennen wir viele großen Helden, die sich mutig für große Ziele einsetzten. Es gibt aber auch viele kleine stille Helden, die jeden Tag mit kleinen Dingen andere Menschen glücklich machen. Denn auch winzige Taten können große Wirkung haben!«

Blauer Hügel Bote |Sonntag, den 2. November 2014

König verschwunden!

Kleiner Junge mit Fiedel sorgt für große Aufregung
Das Land der blauen Hügel ist ohne König und das Volk in heller Aufregung. Schuld daran, so wird berichtet, ist ein kleiner Junge namens Josa mit einer winzigen Fiedel. Er soll den König weggezaubert haben. Erst kürzlich war der Junge mit der Fiedel in das Land gekommen und hatte für Aufsehen gesorgt, denn er konnte Menschen durch eine bestimmte Melodie wachsen oder kleiner werden lassen. Der König wollte dies für sich nutzen, um zum größten Herrscher der Welt zu werden, und so ließ er Josa von seinen Reitern fangen und zu sich bringen. Niemand weiß, was dann passiert ist, aber seitdem sind beide verschwunden.

Unsere Nachforschungen haben ergeben, dass Josa von Zuhause fortgegangen war, da er zu klein und zu schwach war, um wie sein Vater Jeromir ein stattlicher Köhler zu werden. Der Junge erzählte seinem Vater, dass er von einem Vogel eine Fiedel geschenkt bekommen habe und nun mit ihr ans Ende der Welt zum Mond gehen wollte. Auf der Reise begegnete er dem armen Burek und dessen Frau. Die beiden behaupten, Josa wäre auf einer riesigen Ameise geritten. Außerdem hätte er ihnen mit seinem Zauberlied die Gans fett gemacht, sodass sie fortan genug Eier lege. Eine arme Frau berichtete uns, der kleine Geiger hätte mit seiner Fiedelmelodie ihre Ziege groß und stark gemacht, sodass sie mehr Milch gab. Des Weiteren kamen unsere Reporter an einem seltsam winzigen Pferd vorbei, das von jedermann gestreichelt und gefüttert wurde – fraglos ein weiterer Hinweis auf die Zauberwerke des geheimnisvollen Jungen. Bitte melden Sie sich bei der Redaktion, falls Sie Josa oder den König gesehen haben!

SONDERMELDUNG | Ein seltsames Naturspektakel ereignet sich: Der Mond verändert seit einigen Tagen von Nacht zu Nacht seine Größe. Wir werden weiterhin über dieses Phänomen berichten.

Wie der Komponist Wilfried Hiller die Geschichte von Josa in unsere Köpfe zaubert

Dass in der Musik zu unserer Geschichte nicht nur eine Zauberfiedel zu hören ist, sondern auch besonders viele Schlaginstrumente, liegt daran, dass Wilfried Hiller, der Komponist, selbst Schlagwerk studiert und auch in einem großen Orchester mitgespielt hat. Sein erstes Theaterstück mit Musik schrieb er schon als 17-Jähriger, und so kennt er sich auf diesem Gebiet besonders gut aus. Neben Der Josa mit der Zauberfiedel hat er noch viele andere Werke für Kinder und auch einige für Erwachsene komponiert.

Gleich am Anfang von Der Josa mit der Zauberfiedel hört ihr ein ganz ungewöhnliches Instrument mit einem zarten, schwebenden Klang, nämlich die Glasharfe. Fast ein wenig gespenstisch, oder? Viel fröhlicher zwitschert da der Vogel über die Tasten des Klaviers, als er Josa die kleine Fiedel schenkt. Auf dieser lernt Josa eine Zaubermelodie zu spielen, einmal vorwärts und aufsteigend und einmal rückwärts und absteigend. Der Klang dieser Melodie ist ein wenig fremdartig, wie aus einem fernen Land. Hört genau hin, denn diese Melodie wird noch oft auftauchen während Josas Reise.

Und noch eine Musik werdet ihr mehrfach hören, nämlich den Marsch, der erklingt, wenn Josa auf der Ameise reitet. Ihr erkennt ihn immer an den Bongos. Hört es sich nicht tatsächlich an wie das Getrappel kleiner Ameisenbeine auf der Erde? Und wer gut aufgepasst hat, wird nun fragen: »Aber wo sind denn die Tänze auf dem Weg zum Mond?« Denn so hat Wilfried Hiller seine Geschichte schließlich auch genannt. Die Antwort ist: Sie sind überall! Als erstes spielt Josa seinem Vater einen heiteren Reigen auf der Fiedel vor. Nachdem er die Ziege hat wachsen lassen, erklingt ein feuriger Tanz, in dem die Geige von der großen Trommel begleitet wird. Wenn Josa das müde Pferd erblickt, hört ihr einen griechischen Tanz, bei dem sich langsame, traurige Teile und schnelle, fröhliche abwechseln. Achtet einmal auf das Xylofon, es spielt eine witzige Melodie! Der nächste Tanz, nämlich dann, wenn Josa das Land der blauen Hügel erreicht, ist eine wilde Tarantella, in der das Tamburin eine wichtige Rolle spielt. Die lustigen Rutschtöne, die die Geige immer wieder macht, nennt man übrigens Glissando.

Ganz anders als die verrückte Tarantella ist die Pavane für einen verschwundenen König. Eine Pavane tanzte man vor etwa 400 Jahren. Sie galt als besonders würdevoller Tanz, denn hier wurde nicht gehüpft, sondern man musste langsam schreiten. Und deshalb war die Pavane besonders bei Adeligen und Königen beliebt, denn so kamen sie nicht ins Schwitzen mit all den dicken Gewändern, die sie trugen. Wenn ihr beim Zuhören nun genau aufpasst, werdet ihr merken, dass die Musik hier ein großes Crescendo macht bis zum Schluss der Pavane.

Ist Josa also der Mann im Mond?

Vielleicht waren einige von euch in den Familienkonzerten der letzten Spielzeit, die unter dem Motto Märchen standen? Dann erinnert ihr euch bestimmt daran, dass Märchen erfundene Geschichten sind, die sich nicht wirklich ereignet haben. So ist es auch mit Josa und seiner Zauberfiedel. Unser kleiner Held, der in der Geschichte den Menschen hilft, indem er ihre Tiere wachsen lässt und ein müdes Pferd zu einem niedlichen Pony schrumpft, ist ein ausgedachter Held. Genau wie Robin Hood. Josas Erfinder heißt Janosch und bestimmt habt ihr schon mal die Tigerente gesehen, die war nämlich auch seine Idee.

Nun werdet ihr sagen: »Na gut, Tiere wachsen und schrumpfen nicht so leicht, aber der Mond, der tut das doch wirklich!« Und da habt ihr recht. Wer den Mond über mehrere Abende hinweg beobachtet, wird sehen, dass er von einer ganz schmalen Sichel, über eine halbe Scheibe bis zu einer vollen Scheibe anwächst, die nennt man Vollmond. Manchmal sieht man ihn auch gar nicht, das heißt dann Neumond. Was ihr jedoch ohne ein gutes Fernrohr nicht erkennen könnt, ist, dass der Mond gar keine flache Scheibe ist, sondern eine Kugel, genau wie ein Ball. Auch die Erde und die Sonne sind kugelförmig und alle drei Himmelskörper sind ständig in Bewegung, sie kreisen: der Mond einmal am Tag um die Erde und beide zusammen während eines Jahres einmal um die Sonne. Und so kommt es, dass der Mond jede Nacht ein bisschen anders von der Sonne angeschienen wird. Wenn ihr nur eine Sichel seht, ist das der angeleuchtete Teil, aber der Rest der Kugel ist nicht verschwunden, sondern liegt bloß im Dunkeln. Man nennt diese Veränderungen des Mondes Mondphasen.

Zu Hause könnt ihr zusammen mit euren Eltern ausprobieren wie das funktioniert, indem ihr eine Orange als Mond und eine kleine Lampe als Sonne nehmt. Die Erde seid ihr in diesem Experiment selbst. Am besten, ihr haltet die »Mond«-Orange vor euer Gesicht und jemand anderes hält die Lampe so, dass sie auf den Ball scheint. Wenn ihr Euch nun mit eurem Mond um die Lampe bewegt, könnt ihr alle Mondphasen nachstellen.

Instrumentenlexikon

Glasharfe

Die Glasharfe ist ein ganz merkwürdiges Instrument und man hört es heute nur sehr selten. Aber vor ungefähr 200 Jahren war es durchaus beliebt, denn sein Klang hat etwas geradezu Magisches an sich. Manche dachten sogar, dass man mit ihm Menschen hypnotisieren kann. Dabei kann sich lustigerweise eigentlich jeder eine Glasharfe selbst basteln, denn sie besteht aus Gläsern, wie sie bei euch im Küchenschrank stehen, genauer gesagt aus Stielgläsern, wie man sie für Wein verwendet. Diese stellt man einfach in mehreren Reihen hintereinander auf. Damit jedes Glas einen anderen Ton hervorbringt, füllt man sie jeweils mit unterschiedlich viel Wasser. Je mehr Wasser sich im Glas befindet, desto tiefer ist der erklingende Ton.

Aber von allein klingt so ein Glas ja noch nicht, denkt ihr nun sicher. Stimmt, denn dafür muss sich der Spieler einen Finger mit etwas Wasser anfeuchten, und was dann passiert, ist fast wie Zauberei: Wenn der Spieler mit diesem Finger am oberen Rand des Glases entlangfährt, entsteht ein ganz außergewöhnlicher Ton und der hört erst auf, wenn der Finger anhält. Der Ton entsteht dadurch, dass die Bewegung des nassen Fingers das Glas leicht zum Schwingen bringt – so leicht, dass man es mit bloßem Auge gar nicht erkennt. Und dann kann man mit der Glasharfe tolle Musik machen – probiert es doch zu Hause einmal aus!

(Un)schlagbar gut!

Die Bongos, zwei kleine Trommeln, treten immer paarweise auf. In Kuba, wo sie erfunden wurden, nennt man die kleine der beiden »Weibchen« und die größere »Männchen«. Sie sind fest miteinander verbunden. Zum Spielen können sie an einem Ständer befestigt sein, man kann sie sich aber auch im Sitzen zwischen die Knie klemmen oder einfach auf den Schoß stellen, und dann trommelt man ohne Schlägel direkt mit den Händen. Auch mit der Hand schlägt man auf das Tamburin. Das ist ein Schellenkranz, der auf einer Seite mit einem Fell bezogen ist, auf das man schlägt, und dabei klirren die Schellen am Rand mit. Das Tamburin wird besonders oft zur Begleitung von Tanzmusik eingesetzt.

Ein sehr wichtiges und ebenso gewichtiges Schlaginstrument ist die großeTrommel. Wenn sie geschlagen wird, bebt schon mal der ganze Boden! Sie ist so groß, dass ihr euch problemlos in sie hineinsetzen könntet, wenn sie nicht von beiden Seiten mit Klangfellen bezogen wäre, auf die der Spieler mit einem großen, flauschigen Schlägel schlägt. Da die Trommel so groß ist, klingt sie schön tief und wird deshalb auch Basstrommel genannt.

Ein hoher Ton hingegen entsteht, wenn man die Claves aneinanderschlägt. Dieses zweiteilige Schlaginstrument kommt ursprünglich aus Afrika. Man nennt die Claves auch Klanghölzer, denn das Instrument besteht lediglich aus zwei gleich langen, runden Holzstäben. Der Ton, der beim Aufeinanderschlagen entsteht, ist kurz und trocken. Ganz ähnlich ist es mit dem Holzblock, nur dass der eine Blockform hat und mit einem Schlägel geschlagen wird. Allerdings ist der Holzblock innen hohl und so kann man durch ihn lautere Töne hervorbringen als mit den Claves. Auch die Templeblocks bestehen aus Holz und sehen den Holzblöcken sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich durch eine schlitzförmige Öffnung, die ein wenig an ein Froschmaul erinnert. Innen sind sie hohl, und um sie zu spielen, benutzt man wie beim Holzblock einen Schlägel. In China, wo sie schon vor langer Zeit erfunden wurden, benutzte man die Templeblocks bei religiösen Feiern.

Das Triangel hat bestimmt jeder von euch schon einmal gesehen und vielleicht auch bereits gespielt, oder? Das Triangel gibt es in verschiedenen Größen – die kleinen klingen höher und die großen tiefer. Das Verrückte am Triangelspielen ist, dass der Musiker im Orchester oft ganz lange warten muss, bis er endlich aufstehen und losspielen darf. Oft ist es dann nur ein einziges »Pling«, aber das muss genau an der richtigen Stelle erklingen – ganz schön aufregend für den Musiker! Triangelspielen ist nämlich gar nicht so leicht, wie man denkt. Man kann das Dreieck mit dem Metallschlägel an allen möglichen Stellen und auf verschiedene Weise anschlagen und immer klingt der Ton ein bisschen anders. Das Instrument, das man mit dem englischen Wort Mark-Tree meint, sieht eigentlich aus wie eine Art Windspiel. An einer Halterung hängen dünne Röhrchen aus Metall herab, nach ihrer Größe sortiert von den hoch klingenden kürzesten zu den tiefer klingenden längsten. Auf eurem Balkon könnte der Wind die Metallstäbchen nun in Bewegung setzen und wenn diese dann aneinanderstoßen, klingen sie wie zarte, durcheinanderläutende Glöckchen. Da aber natürlich im Konzertsaal kein Wind weht, benutzt der Spieler einen dünnen Stab oder einfach einen Finger, um an den Röhrchen entlangzustreichen. Oft wird der Mark-Tree gespielt, um einen besonders magischen Moment in der Musik einzuleiten, so, als würde sich ein Vorhang vor einer Bühne öffnen.

Das griechische Wort Xylofon bedeutet übersetzt »Holzstimme«, denn das Instrument besteht aus Holzstäben verschiedener Länge, die in zwei Reihen der Größe nach geordnet auf einem Rahmen befestigt sind. Aus der Sicht des Spielers entspricht die untere Reihe den weißen und die obere Reihe den schwarzen Tasten eines Klaviers. So weiß der Spieler schnell, wo er mit seinen Schlägeln hinschlagen muss. Damit der Ton lauter wird, sind unter den Stäben Metallröhren befestigt.

Bei den Pauken muss man sich keine Sorgen machen, dass sie zu leise sein könnten. Eine Pauke besteht nämlich aus einem großen, bauchigen Kessel, über dem das Fell gespannt ist, und so lässt sich mächtig Krach mit ihr machen. Aber sie kann auch unheimlich leise klingen und es lassen sich sogar richtige Melodien auf den Pauken spielen. Im Orchester sieht man immer mindestens zwei, meistens drei und manchmal auch noch mehr Pauken, die den Spieler umgeben. Der sitzt ganz hinten in der Mitte der Bühne und thront damit regelrecht über dem ganzen Orchester. Schließlich ist er auch so etwas wie der König unter der Schlagzeugern, denn ein Pauker muss besonders mutig sein. Und gut hören können muss er auch, denn er nutzt seine Pausen, während alle anderen Musiker weiterspielen, um mithilfe von Pedalen die Töne der einzelnen Pauken zu verändern – ganz, ganz leise muss er das machen, dazu hält er sein Ohr direkt an das Fell. Denn natürlich soll das niemand hören!

Klavier

Jeder kennt es, aber ganz genau betrachtet ist das Klavier schon ein merkwürdiges Ding: Es ist ein Tasteninstrument, denn per Tastendruck wird eine Mechanik bewegt, die kleine Hämmerchen auf die Saiten schlagen lässt – also handelt es sich eigentlich gleichzeitig um ein Schlag- und um ein Saiteninstrument. Der unmittelbare Vorgänger des modernen Klaviers ist das Hammerklavier, erfunden um 1700. Es ermöglichte den Instrumentalisten, erstmals laut (forte) und leise (piano) zu spielen. Daher kennt man es auch unter dem Namen Fortepiano oder Pianoforte. Das Klavier gibt es in zwei Bauformen: Wer viel Platz zuhause hat, stellt sich einen großen Konzertflügel ins Wohnzimmer – Achtung: Der kann dann bis zu 600 kg wiegen. Aber auch auf dem kleineren Klavier, mit senkrecht verlaufenden Saiten, kann man genauso schön spielen. Die meisten Klaviere haben 88 Tasten; pro Oktave sieben weiße für die Stammtöne und fünf etwas kürzere schwarze für die dazwischenliegenden Halbtöne.

Kurz erklärt
Das italienische Wort crescendo bedeutet auf Deutsch »anwachsend« oder »stärker werdend«. Komponisten schreiben es an eine Stelle unter die Noten, um dem Spieler mitzuteilen, dass er hier den Klang anwachsen lassen soll, indem er nach und nach immer lauter spielt. Manchmal wird hierfür auch die Abkürzung cresc. benutzt oder ein Symbol wie dieses, das auch anzeigt, wie lang das Crescendo genau sein soll: < . Das Gegenteil, also das Leiserwerden, heißt decrescendo oder auch diminuendo und wird mit dem umgekehrten Symbol beschrieben: > .

Heute gibt es den Beruf des Köhlers fast gar nicht mehr, aber früher, als es noch keinen Strom gab und die Menschen vor allem mit Kohle heizten, waren die Köhler sehr wichtig und das über viele Jahrhunderte hinweg! Ihre Arbeit bestand darin, aus Holz Kohle zu machen. Hierfür mussten sie Bäume fällen und das zerkleinerte Holz in einem selbst errichteten Ofen (Meiler) verschwelen, also langsam abbrennen lassen, bis nur noch die schwarze Kohle übrig blieb. Das war echte Knochenarbeit und dazu schlecht bezahlt. Meist waren die Köhler recht einsame Leute, da sie im Wald, direkt an ihrem Arbeitsplatz wohnten, um den Kohleofen immer im Auge zu behalten. Im Mittelalter galten sie sogar als unehrenwert, denn man glaubte, sie betrieben dunkle Magie und stünden mit dem Teufel im Bunde.

Das Wort glissandobedeutet wörtlich übersetzt »gleiten« und genau das soll auch mit dem Ton geschehen, wenn der Komponist ein Glissando vorschreibt. Der Spieler soll möglichst lückenlos über mehrere Töne hinweggleiten, entweder nach oben oder unten oder aber auch im Zickzack. Das geht besonders gut mit der Stimme – ihr könnt es selbst ausprobieren, seufzt einfach einmal lang! Aber auch Posaunen und Streichinstrumente können das sehr gut, da sie problemlos ohne Unterbrechung von Ton zu Ton rutschen können. Ein Klavier hingegen hat nur die durch die Tasten festgelegten Töne, sodass bei einem Glissando, bei dem der Pianist mit Schwung die Tastatur entlangstreicht, immer kleine Lücken bleiben.

Susanne Ziese

Biographie

Als Vierjährige schaute Aline Champion aus dem Fenster ihres Kindergartens fasziniert zu, wie im Nebengebäude Geige gespielt wurde. Ihre Eltern wollten sie eigentlich für Flöte oder Klavier begeistern, doch mit fünf Jahren bekam sie dann den ersehnten ersten Geigenunterricht. Nur sieben Jahre später wurde sie schon an der Musikhochschule in Genf aufgenommen – als bis dahin jüngste Studentin. Seitdem tritt die Schweizerin regelmäßig als Solistin und Kammermusikerin auf. Bevor sie im Jahr 2000 zu den Berliner Philharmonikern kam, war sie Konzertmeisterin beim WDR Sinfonieorchester Köln.

Wenn Holger Groschopp zu den Berliner Philharmonikern gerufen wird, dann soll er so richtig in die Tasten hauen. Auf der Bühne sitzt er meistens hinten links und spielt jedes Tasteninstrument, das laut Partitur verlangt wird, sei es das Klavier, die Orgel, das Harmonium oder die Celesta. Als Kind hatte Holger Groschopp auch Trompetenunterricht, aber weil für das Klavier viel mehr Stücke komponiert wurden, war ihm schon früh klar, dass dies sein Hauptinstrument sein sollte. Er spielt nicht nur zusammen mit großen Orchestern, sondern tritt auch als Kammermusiker oder Solist auf. Zum Glück, so sagt er selbst, hat er extrem große Hände, so dass ihm fast kein Stück zu schwer ist.

Janet Kirsten ist ein Allroundtalent: Schon als Schülerin beschäftige sie sich intensiv mit Kunst und Gestaltung. Nach dem Abitur studierte sie Kulturarbeit an der Fachhochschule in Potsdam, wo sie anschließend auch als Dozentin unterrichtet hat. Außerdem war sie viele Jahre Ausstatterin am Theater »Poetenpack« Potsdam. Seit 2006 ist sie freiberuflich als gefragte Kulturarbeiterin tätig. Sie entwirft sowohl Kostüme und als auch Bühnenbilder und ist im Management sowie als Autorin für Theater und Film tätig.

Proschat Madani ist eine Schauspielerin iranischer Herkunft, die in Österreich aufwuchs und inzwischen in Berlin lebt. Manchmal fühlt sich das für sie richtig verwirrend an. Deshalb hat sie darüber sogar ein Buch geschrieben, in dem es über das Fremdsein und das Anpassen geht. Proschat Madani ist oft im Fernsehen zu erleben, zum Beispiel in Serien und Krimis, aber auch im Kino. Es gefällt ihr sehr, sich in die verschiedensten Geschichten und in andere Personen hineinzuversetzen. Musik macht sie glücklich, besonders die von Johann Sebastian Bach.

Jan Schlichte spielte ursprünglich Klavier. Weil er deswegen sehr gut Noten lesen konnte, bat ihn der Musiklehrer seiner Schule, im Jugendorchester das Schlagzeug zu übernehmen. Das hat ihm dann so gut gefallen, dass er beschloss, daraus seinen Beruf zu machen. Nach dem Studium kam Jan Schlichter erst an die philharmonische Orchester- Akademie und wurde dann bald ein richtiges Mitglied der Berliner Philharmoniker. Sein besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik, der er sich neben dem Orchesterspiel in verschiedenen Kammermusikensembles widmet.

Susanne Würmell spielt ein sehr seltenes Instrument: die Glasharfe. Diese besteht aus mehreren mundgeblasenen Kristallgläsern, die für eine genaue Stimmung der einzelnen Töne von ihr selbst eigens geschliffen wurden. Wenn Susanne Würmell diese Gläser in Schwingung versetzt, bezaubert sie ihr Publikum mit wunderschönen, fast himmlischen Klängen. Das können dann bekannte Melodien aus Musicals, aus Lateinamerika oder auch aus Kindertagen sein, aber ebenso die wenigen und unbekannten Originalkompositionen für Glasinstrument. Wenn sie keine Konzerte gibt, dann verwandelt sich Susanne Würmell in Josephine, einen lustigen Clown, dem ihr zum Beispiel auf großen Straßenfesten begegnen könnt.

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