Berliner Philharmoniker

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Kammermusik

IPPNW-Benefizkonzert: Klassik, Tango und Jazz - Benefizkonzert für Flüchtlinge

Benefizkonzert u. a. mit dem Berolina Trio und Vibratanghissimo

Im Dienst der guten Sache: Unter dem Titel »Klassik, Tango und Jazz« veranstalten IPPNW-Concerts und die Stiftung Berliner Philharmoniker dieses Benefizkonzert für Flüchtlinge zugunsten der »Malteser Migranten Medizin« und des Vereins »Asyl in der Kirche« – mit so renommierten Ensemble wie dem Berolina Trio und Vibratanghissimo.

Berolina Trio

Krzysztof Polonek Violine, Katarzyna Polonek Violoncello, Nikolaus Resa Klavier

Vibratanghissimo

Juan Lucas Aisemberg Viola, Oli Bott Vibrafon, Arnulf Ballhorn Kontrabass, Tuyêt Pham Klavier

Double Beats & Friends

Ni Fan Perkussion, Lukas Böhm Perkussion, Rainer Seegers Perkussion

Cymin Samawatie Gesang

Martin Stegner Viola

Taiko Saito Vibrafon und Marimbafon

Ralf Schwarz Kontrabass

Christian Brückner Sprecher

Antonín Dvořák

Klaviertrio e-Moll op. 90 »Dumky«

Tango, Jazz and beyond…

Kammermusikalischer Jazz mit persischer Lyrik

Cymin Samawatie Gesang, Martin Stegner Viola, Taiko Saito Marimbafon, Ralf Schwarz Kontrabass

Rhythmen für Marimba und Percussion-Set Up

Gedichte und Texte von Mascha Kaléko und Bertolt Brecht, Berichte über Flüchtlingsschicksale

Christian Brückner Sprecher

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker und IPPNW-Concerts

Termine und Tickets

So, 22. Feb. 2015 20 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 19:00 Uhr

Sonderkonzert Kammermusik

Programm

Unter dem Titel Klassik, Tango und Jazz veranstalten IPPNW-Concerts und die Stiftung Berliner Philharmoniker dieses Benefizkonzert für Flüchtlinge zugunsten der »Malteser Migranten Medizin« und des Vereins »Asyl in der Kirche« – mit einem Programm, in dem u. a. das Berolina Trio des philharmonischen Geigers Krzysztof Polonek mit Antonín Dvořáks berühmten Dumky-Trio vertreten ist, das schon so manchem Pianisten die Schweißperlen auf die Stirn getrieben hat, handelt es sich bei dem Werk doch um ein wahres Bravourstück, das dennoch mit wunderschön melancholischen Melodien aufwartet. Für »Tango, Jazz and beyond« sorgt anschließend das Ensemble Vibratanghissimo, während Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Gäste gemeinsam mit der Jazzsängerin Cymin Samawatie ein Programm mit kammermusikalischem Jazz und persischer Lyrik bzw. mit der Formation Double Beats & Friends eruptive Perkussion- und Marimbaklänge gestalten.

Gedichte von Mascha Kaléko und Bertolt Brecht (»Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen ...«) regen ebenso zum Nachdenken an, wie Berichte von Flüchtlingen, deren Schicksal durch den Erlös dieser Veranstaltung gemildert werden soll. Bei der »Malteser Migranten Medizin« finden Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus und ohne Krankenversicherung medizinische Hilfe; der Verein »Asyl in der Kirche« ist ein Zusammenschluss der deutschen Kirchenasylbewegung, der Flüchtlinge im »Kirchenasyl« vor Abschiebung schützt, wenn begründete Zweifel an einer gefahrlosen Rückkehr in die jeweiligen Heimatländer besteht.

Über die Musik

Keine Heimat – Nirgends

Klassik, Tango und Jazz als musikalische Völkerverständigung

»Wer getrennt von dem ist, der seine Sprache spricht, wird stumm...«, heißt es in dem Gedicht As ney (Von der Ney-Flöte) des persischen Mystikers Rumi. Wohl kaum etwas bereitet uns Menschen größeren seelischen Schmerz als das Gefühl isoliert zu sein, fern von dem Ort, an dem unsere Wurzeln liegen, fern von den Menschen, die wir lieben, von der Sprache, die wir sprechen. Die Empfindung der Einsamkeit und des Getrenntseins beschrieb der Dichter Rumi im 13. Jahrhundert mit dem Bild des Schilfrohrs, das – aus dem Röhricht geschnitten – zur Flöte wird und somit zu einem Instrument, das zwar niemals wieder zu seinem Ursprung zurückkehren kann, dem es aber möglich ist, seine Trauer über Trennung und Verlust in Tönen auszudrücken. Dieses berührende Thema inspirierte die Komponistin und Sängerin Cymin Samawatie, den uralten, mystischen Text in ihre eigene, moderne Klangsprache zu kleiden.

Vermittler zwischen den Welten – Cymin Samawatie und Sunique

»Ich bin jemand, der eine Sehnsucht verspürt, sich zu verbinden. Ich würde gerne mit den Menschen im Iran verbunden sein, das ist ein Sehnsuchtsschmerz, den ich ihn mir trage.« Cymin Samawatie, Tochter iranischer Einwanderer, ist zwar in Deutschland geboren und aufgewachsen, doch viele ihrer Verwandten, die noch im Iran leben, sind direkt mit Krieg, Trennung und Flucht konfrontiert. »Ich bin sehr dankbar, dass ich hier in Deutschland die Freiheit genießen kann, das zu machen, was mir am Herzen liegt. Meinen Beruf als Sängerin und Komponistin könnte ich im Iran gar nicht ausüben.« Trotzdem kennt sie nur zu gut das Gefühl, fremd zu sein, eigentlich nirgendwo wirklich dazu zu gehören – in Deutschland wie in Persien. Aber die Künstlerin sieht darin auch eine Chance und versteht sich als Vermittlerin zwischen den Welten: Mit ihrer Musik vermag sie Verbundenheit herzustellen. Cymin Samawatie absolvierte zunächst ein klassisches Musikstudium, entdeckte später den Jazz und schließlich die arabische, persische und fernöstliche Lyrik. Aus diesen drei Bausteinen entwickelte sie ihr eigenes, unverwechselbares musikalisches Profil. Klang, Rhythmus und Melodie der von ihr vertonten Sprache – egal, ob deutsch, englisch, französisch, japanisch oder persisch – prägen ihre Kompositionen.

Im heutigen Konzert tritt Cymin Samawatie nicht mit ihrem langjährigen Jazz-Quartett Cyminology auf, sondern mit dem noch jungen Ensemble Sunique, zu dem neben ihrem Ehemann, dem Kontrabassisten Ralf Schwarz, die japanische Vibrafonistin und Marimba-Spielerin Taiko Saitō sowie der philharmonische Bratscher Martin Stegner gehören. Diese heterogene Besetzung erhält durch die Bratsche und den Kontrabass eine spezielle, dunkle klangliche Dimension und ermöglicht der Komponistin, in ihrer Musik ein großes Spektrum an Klangfarben zu entwickeln. »Auch als Sängerin bemühe ich mich, mich in verschiedene Klänge hineinzubegeben. Die unterschiedlichen Sprachen meiner Texte erleichtern mir das sehr.« Tatsächlich singt sie heute Abend in drei Sprachen: Nach dem persischen As ney, erklingt in Arabisch die Sure 91 As-shams, zu deren Vertonung Cymin Samawatie durch den Ramadan angeregt wurde. Die mythologische Geschichte vom sich selbst erneuernden Phoenix nach dem Text des persischen Poeten Nima erzählt sie in Französisch. Das von ihr arrangierte Duett für Flöte und Gesang »Ciel, aer et vents« des französischen Komponisten Albert Roussel spiegelt ihre Liebe zur klassischen Musik wider; schließlich gibt es noch ein Liebeslied des persischen Dichters Hafis: Dishab – die träumerische Betrachtung des Spiegelbilds der Geliebten.

Symbol der slawischen Befreiungsidee – Antonín Dvořáks Dumky-Trio op. 90

Traumatische Erfahrungen wie Kriegserlebnisse, Vertreibung und existenzielle Bedrohungen erfahren seit Menschengedenken eine künstlerische Aufarbeitung in Gedichten, Erzählungen und Liedern. Ein Beispiel dafür ist die Duma bzw. Dumka, die im 15. Jahrhundert in der Ukraine als epischer Volksgesang der Kosaken entstand und zunächst die Kriegsfahrten und Kämpfe gegen die Tataren und Türken, später diejenigen gegen die polnischen Feudalherren thematisierte. Kennzeichnend für die volkstümliche Dumka sind ihre melancholische Grundstimmung, die Eröffnung durch eine kurze, klagende Melodiefloskel sowie der Wechsel zwischen rezitativischen und gesungenen Textvortrag. Diese ukrainische Liedkunst avancierte im 19. Jahrhundert zum Symbol der panslawistischen Befreiungsidee und fand auf diesem Weg Eingang in die Kunstmusik. Insbesondere russische und slawische Komponisten, allen voran Antonín Dvořák, schufen von der Dumka inspirierte, mitreißende instrumentale Werke, die ihre eigene Stilistik entwickelten und kaum mehr dem ursprünglichen, archaischen Volksgesang ähnelten.

Seit der Veröffentlichung seiner Slawischen Tänze op. 46 im Jahr 1878 galt Dvořák als der tschechische Nationalkomponist schlechthin. In glücklicher Weise verstand er es, die symphonische Sprache der westlichen Musik mit den speziellen Rhythmen und Melodien der östlichen Folklore zu verbinden. Die wohl bekannteste seiner Dumka-Kompositionen ist das Trio für Violine, Violoncello und Klavier e-Moll op. 90. Geschrieben zwischen November 1890 und Februar 1891 erklang es erstmals am 11. April 1891 in Prag bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Komponisten durch die Karls-Universität. Die Entstehung fällt in eine Zeit, in der der Komponist immer stärker versuchte, poetische Stimmungsgehalte in Musik umzusetzen und sich vom tradierten Formenkanon zu lösen. Die angestrebte Emanzipation von überlieferten Formen wird auch in der Anlage seines Opus 90 deutlich, die sich eklatant von einem »klassischen« Klaviertrio unterscheidet: Antonín Dvořák folgt hier nicht dem traditionellen viersätzigen Schema mit einem in Sonatenform gestalteten Kopfsatz, sondern reiht eine Folge von sechs Dumka-Sätzen aneinander. Das Kennzeichen aller sechs »Dumky« ist der kontrastierende Wechsel zwischen langsamen, elegischen bzw. rezitativischen Passagen und schnellen, überschäumenden, tänzerischen Abschnitten. Kontemplation und Ekstase, Schmerz und Freude, Trauer und Glück liegen hier nahe beieinander und bilden den Rahmen, in dem Dvořák seine musikalischen Stimmungsbilder entwirft. Dabei erreicht er in den langsamen, lyrischen Abschnitten eine Innigkeit und Transzendenz, die an Franz Schubert erinnern, während die schnellen Ausbrüche Assoziationen an den ungarischen Czárdás und die Slawischen Tänze aus seiner eigenen Feder wecken.

Getanzte Einsamkeit – der argentinische Tango und Tango Nuevo

Während Antonín Dvořák in den letzten zwei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts mit seinen slawischen Tanzmelodien nicht nur das europäische, sondern auch das internationale Konzertpublikum eroberte, entwickelte sich in Argentinien eine Tanzform, die in den 1920er- und 1930er-Jahren die ganze Welt einnehmen sollte: der Tango. Leidenschaftlich, melancholisch und lasziv zugleich, das uralte Thema von Verführung, Verrat und Enttäuschung behandelnd, wurde er zum Inbegriff geheimnisvoller Erotik und unerfüllter Sehnsüchte. Musikalisch wurzelt er in der kubanischen Habanera und der afrikanischen Milonga, seine Wiege stand allerdings in den Elendsvierteln am Río de la Plata und den Bordellen der argentinischen Hafenstädte, wo europäische Einwanderer im Tango eine musikalische Ausdrucksform für ihr Heimweh, ihre Einsamkeit, ihre Verbitterung und Angst fanden. Der Tango, der wie kaum eine andere Musikform seine Entstehung dem Aufeinanderprallen ganz unterschiedlicher Kulturen verdankt, wurde rasch gesellschaftsfähig und stieg zu Argentiniens Nationaltanz auf. Dabei verlor er im Laufe der Zeit an Härte und Unerbittlichkeit, verblasste in den noblen Tanzsalons zu sentimentalem Gefühlskitsch – bis Astor Piazzolla ihn entstaubte und ihm ein ganz neues Image verpasste.

Piazzolla, 1921 im argentinischen Mar del Plata geboren und in New York aufgewachsen, fusionierte den traditionellen Tango mit Elementen des Jazz, aber auch der avantgardistischen zeitgenössischen Musik und kreierte so den Tango Nuevo. Der Libertangowohl eines von Piazzollas berühmtesten Stücken dieses neuen Stils – inspirierte viele seiner Komponistenkollegen wie auch hochkarätige Ensembles. Die Formation Vibratanghissimo, in deren Name sich die Begriffe »Vibrato«, »Vibrafon« und »tangere« (berühren) vereinen, hat sich seit ihrer Gründung vor zwölf Jahren dem modernen, transzendierten Tango verschrieben. Schon die Besetzung mit Viola, Vibrafon, Klavier und Kontrabass bricht mit dem stereotypen Tango-Instrumentarium, in dem das Bandoneon unverzichtbar scheint. Oli Bott, der Vibrafonist der Gruppe, ist auch der Komponist des ersten Stücks La Obertura, mit dem er eine Tanzsuite eröffnet, die von einer Geschichte über ein Mädchen und eine Wolke handelt. »Der besondere Reiz liegt für mich darin, beim Komponieren an die Musiker zu denken, die das Werk spielen werden. Vor allem, wenn man – so wie wir – schon mehr als zehn Jahre zusammenarbeitet, tourt und befreundet ist.« Der in Berlin lebende Komponist, Akkordeonist und Bandoneonist Helmut Abel lässt sich ebenfalls vom Tango Nuevo inspirieren, dessen typische Merkmale er mit impressionistischen Klangfarben sowie ungewöhnlichen harmonischen Wendungen kombiniert und so zu einem persönlichen, unverwechselbaren Stil formt. Mit Vibratanghissimo verbindet ihn eine lange Freundschaft. Das 2010 entstandene Stück Toï, pour toi ist dem Vater seiner vietnamesischen Lebensgefährtin Tuyêt Pham gewidmet, der mit Vornamen Toï heißt. Eine moderne, avantgardistische Tango-Ästhetik, die sich an der zeitgenössischen Musik orientiert, kennzeichnet auch den Stil von Gustavo Beytelmann. Der argentinische Pianist und Komponist lebt seit 1976 in Paris und begleitete Piazzolla 1977 auf dessen Frankreichtournee. Nocturno schrieb ereigens für die spezielle Klangcharakteristik von Vibratanghissimo. Das von dem Bratschisten Juan Lucas Aisemberg arrangierte Grillito ahmt das Zirpen einer Grille nach und stammt von Horacio Salgán, einem berühmten Orchesterleiter und Pianisten, der den Tango mit Elementen des Jazz und kubanischer Musik mixte.

West-östliche Rhythmen – Musik für Percussion von Johann Sebastian Bach, Avner Dorman und Tomer Yariv

Als ungewöhnliches Arrangement erscheint auf den ersten Blick auch die Adaption des ersten und dritten Satzes von Johann Sebastian Bachs Italienischem Konzert für zwei Marimbafone. Doch Lukas Böhm und Ni Fan, die Percussionisten des Duos DoubleBeats, haben den originalen Klaviersatz nicht verändert, sondern lediglich auf zwei Instrumente verteilt, um die einzelnen Stimmen transparenter herauszuarbeiten. Streng genommen ist auch die Originalkomposition eine Transkription. Bach hat in ihr den von Antonio Vivaldi vervollkommneten Typ des italienischen Concertos auf das zweimanualige Cembalo übertragen. Dieses »Concerto nach Italiaenischen Gusto« veröffentlichte der Leipziger Thomaskantor 1735 gemeinsam mit der »Overture nach Französischer Art« im zweiten Teil seiner Clavierübung – als kreativen Beweis dafür, wie die Musikstile der beiden Nachbarländer Italien und Frankreich in das eigene Schaffen integriert werden.

Für den israelischen Komponisten Avner Dorman bilden unterschiedliche Musikrichtungen und -traditionen ebenfalls eine wichtige Inspirationsquelle. Er ist diesbezüglich ein echter Global Player: Seine familiären Wurzeln liegen in Deutschland, die aus Berlin stammende Großmutter floh vor den Nazis nach Palästina, er selbst, in Tel Aviv geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet heute in den USA. In Udacrep Akubrad, das in der Fassung für Percussion-Ensemble erklingt, vereint Avner Dorman Tonskalen und Rhythmen vorderasiatischer und indischer Kulturen mit den repetitiven Strukturen der in Amerika entwickelten minimal music. Der Name Udacrep Akubradergibt sich übrigens rückwärts gelesen aus »PercaDu Darbuka« und verweist auf das orientalische Schlaginstrument Darbuka sowie auf das Percussion-Ensemble PercaDu, das dieses Werk in Auftrag gab. Ein Mitglied von PercaDu, der ebenfalls aus Israel stammende Tomer Yariv, ist auch Komponist und mit Avner Dorman seit dem Musikstudium bekannt. Sein Stück Gyro, abgeleitet von Gyroscope, orientiert sich an den physikalischen Besonderheiten des Kreiselkompasses, der ein hohes Beharrungsvermögen gegenüber Lageänderungen im Raum aufweist und vor allem in der Luft- und Raumfahrt oder auch in der Waffentechnik Einsatz findet. Flexibilität versus Stabilität sei – so Tomer Yariv – denn auch die Idee dieses Werks mit seinem Wechsel von absolut synchron gespielten Abschnitten und komplexen, individuell ausgeführten rhythmischen Bewegungsabläufen. Die Schlagzeuger gleichen also einem Schilfrohr im Wind – biegsam und geschmeidig, doch gleichzeitig fest verwurzelt im Boden.

Nicole Restle

Biographie

Das deutsch-polnische Berolina Trio (zukünftig Berlin Piano Trio) wurde 2004 von drei international prämierten Solisten gegründet und hat sich seitdem als ein führendes junges Klaviertrio etabliert. Die Formation mit Nikolaus Resa (Klavier), Krzysztof Polonek (Violine) und Katarzyna Polonek (Violoncello) wurde u. a. in der Kammermusik-Soloklasse von Markus Becker an der Hochschule für Musik und Theater Hannover ausgebildet und war Mitglied der renommierten European Chamber Music Academy (ECMA). Das Berolina Trio gewann bei den Sommets Musicaux in Gstaad den begehrten Festivalpreis und setzte sich dabei gegen die damaligen 1. und 2. Preisträger des renommierten ARD-Wettbewerbs in München durch. Zudem gewann das Ensemble den von Krzysztof Penderecki ins Leben gerufenen Kammermusikwettbewerb für zeitgenössische Musik in Krakau, den Europäischen Kammermusikwettbewerb Karlsruhe sowie zahlreiche Publikums- und Sonderpreise und war unter den Erstplatzierten des Joseph-Haydn-Wettbewerbs Wien. Die künstlerische Tätigkeit des Berolina Trios, das auch Meisterkurse gibt, ist durch zahlreiche Aufnahmen dokumentiert. Nikolaus Resa korrepetiert an der UdK Berlin, Katarzyna Polonek führt ihre Celloklasse an der Musikakademie in Posen und Krzysztof Polonek ist Mitglied der Gruppe der ersten Geigen der Berliner Philharmoniker. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker gibt das Ensemble nun sein Debüt.

Christian Brückner wurde 1943 in Schlesien geboren und wuchs in Köln auf. In Berlin studierte er Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaften, belegte Schauspielkurse, nahm Sprechunterricht und bekam schon bald Engagements im Hörfunk und in den Synchronstudios der Stadt. Einer großen Zahl von Schauspielern gab er eine deutsche Stimme, seit vielen Jahren vor allem Robert de Niro, aber auch Alain Delon, Warren Beatty und Harvey Keitel. Christian Brückner hat als Sprecher in ungezählten Hörspielen, Literatursendungen und Features sowie bei Hörbüchern und Fernsehdokumentationen mitgewirkt, wofür er 1990 den Grimme-Preis Spezial in Gold erhielt. Theater spielte er immer wieder in Freiburg, Berlin und New York. Wichtig sind Christian Brückner seine öffentlichen Literaturlesungen, die oft in einen musikalischen Zusammenhang eingebunden sind und heute einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden. In Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker war er in der Vergangenheit wiederholt als Sprecher und Erzähler zu Gast, u. a. in den Philharmonischen Salons sowie in den Veranstaltungen der Reihe Unterwegs – Weltmusik mit Roger Willemsen, in denen Christian Brückner zuletzt im März 2012 mitgewirkt hat.

Das Percussion-Duo DoubleBeats wurde im Jahr 2012 von Ni Fan (China) und Lukas Böhm (Deitschland) während ihres Studiums an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin gegründet. Derzeit wird das Duo von Li Biao, einem der renommiertesten Percussion-Solisten weltweit, Rainer Seegers und Franz Schindlbeck künstlerisch betreut. DoubleBeats trat in Deutschland erstmals mit dem Goldrush-Concerto von Jacob ter Veldhuis für zwei Schlagzeugsolisten und Orchester im Berliner Konzerthaus auf. Das internationale Debüt des Duos erfolgte bei der Percussion Ensemble Week in Kroatien. Im Oktober 2012 wurden DoubleBeats auf Empfehlung international renommierter Musiker beim International Mercedes-Benz Music Festival China als »Nachwuchskünstler des Jahres« vorgestellt.

Stefan Kellner, in Hannover geboren, studiert zurzeit an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« bei Franz Schindlbeck und Rainer Seegers. Der Schlagzeuger nahm an zahlreichen Wettbewerben teil, belegte immer wieder vordere und vorderste Plätze und erhielt diverse Förderpreise wie z. B. den Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben. Von 2004 bis 2006 war Stefan Kellner Mitglied des Niedersächsischen Jugendsinfonieorchesters. Konzertreisen mit der Deutschen Streicherphilharmonie führten ihn durch ganz Deutschland, nach China sowie nach Malaysia; zudem ging er mit dem Young European Philharmonic Orchestra auf eine Tournee durch Lettland. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker gibt er nun sein Debüt.

Rainer Seegers, begann seine Ausbildung in den Fächern Schlagzeug und Pauke als Jungstudent an der Musikhochschule in Hannover; bereits vom 14. Lebensjahr an spielte er aushilfsweise im Staatsopernorchester der niedersächsischen Landeshauptstadt. Später absolvierte er ein Schulmusikstudium mit Hauptfach Schlagzeug, bevor ihn nach Abschluss seiner Ausbildung sein erstes festes Engagement als Solo-Pauker an das Staatstheater Braunschweig führte. Zwischen 1979 und 1983 gehörte er in gleicher Position dem Kölner Rundfunk-Sinfonieorchester an; daneben war er von 1977 bis 1982 Mitglied des Bayreuther Festspielorchesters. 1984 kam Rainer Seegers zu den Berliner Philharmonikern. Sein musikalisches Wirken wird ergänzt durch Lehraufträge und Meisterkurse: er unterrichtet an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker sowie als Gastprofessor an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin.

Sunique ist ein außergewöhnliches Quartett, das voller Überraschungen steckt: Hier treffen Jazz auf Klassik, japanische Gedichte auf türkische sowie persische Lyrik auf hebräische. Sinnlich formen die Musikerinnen und Musiker freie Melodien und Rhythmen, die zu expressiven Vertonungen von Gedichten in unterschiedlichen Sprachen verschmelzen. Die Sängerin und Komponistin Cymin Samawatie wurde als Tochter iranischer Einwanderer in Deutschland geboren. An der Hochschule für Musik und Theater Hannover studierte sie Klavier, Gesang und Schlagzeug; ein Studium für Jazzgesang absolvierte sie an der Universität der Künste in Berlin. Cymin Samawatie steht seit 2010 in unterschiedlichen Projekten gemeinsam mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker auf der Bühne. die japanische Virtuosin an Marimba und Vibrafon Taiko Saitoist Grenzgängerin zwischen Jazz und moderner klassischer Musik und wurde für ihre Kompositionen mehrfach ausgezeichnet. Sie arbeitet mit renommierten Jazzmusikern zusammen und gastiert als Solistin bei Orchestern wie dem Sapporo Symphony Orchestra und dem Orchestre d’Auvergne der philharmonische Bratscher Martin Stegner konzertiert weltweit als Solist und engagiert sich neben seiner Orchestertätigkeit bei verschiedenen Philharmonischen Kammerensembles. Als Liebhaber des Jazz spielt er in diversen Formationen und auf vielen Festivals. Der Kontrabassist Ralf Schwarz arbeitet seit 1993 in verschiedenen Projekten mit Cymin Samawatie zusammen.

Die Musiker von Vibratanghissimo kombinieren unterschiedliche Stilrichtungen wie Tango, Jazz und Worldmusic zu einer faszinierenden musikalischen Melange und beherrschen den Wechsel zwischen den unterschiedlichen Genres perfekt: Ob schmachtende Tangovariationen auf der Bratsche, mitreißende Jazzimprovisationen am Vibrafon, raffinierte Klavierklänge oder überraschende Kontrabass-Soli – das Quartett findet stets die richtigen Töne.Juan Lucas Aisemberg, spielt regelmäßig in diversen kammermusikalischen Ensembles und ist Mitgründer von NoviTango, einer Gruppe, die sich hauptsächlich der argentinischen Musik widmet. Seit 1993 ist er Bratscher im Orchester der Deutschen Oper Berlin. Der Vibrafonist Oli Bott ist freischaffender Musiker in Berlin, erhielt mehrere Stipendien des Berliner Senats und viele Kompositionsaufträge für sein eigenes Jazzorchester. Zahlreiche seiner Konzerte im In- und Ausland wurden von Rundfunk und Fernsehen mitgeschnitten. Tuyêt Pham erhielt ihre pianistische Ausbildung in Paris und Berlin und konzertiert im In- und Ausland. Neben dem klassischen Repertoire widmet sich die Musikerin auch Werken lateinamerikanischer Komponisten. Arnulf Ballhorn ist Mitglied des Orchesters der Komischen Oper Berlin. Sein besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik. Seine Jazzkenntnisse hat der Musiker durch Privatunterricht bei Miroslav Vitouš, Renaud García-Fons und Gary Willis vervollkommnet. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker gibt Vibratanghissimo nun sein Debüt.

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