Berliner Philharmoniker

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Kammermusik

Amerikanische Nacht mit Bolero Berlin

Im Ensemble Bolero Berlin frönen Mitglieder der Berliner Philharmoniker ihrer Leidenschaft für südamerikanische Musik. Sie spielen kubanische Boleros, argentinische Tangos, Piazzolla, Ellington, Bizet und Ravel – nur eben ganz anders, als man es kennt. Diesmal nehmen die sechs Musiker von Bolero Berlin ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise durch den amerikanischen Kontinent.

Bolero Berlin

Martin Stegner Viola, Manfred Preis Saxofon, Raphael Haeger Klavier, Helmut Nieberle Gitarre, Esko Laine Kontrabass, Daniel »Topo« Gioia Perkussion

Panamericana, eine musikalische Reise durch den amerikanischen Kontinent: Die Nacht des Bolero

Termine und Tickets

Mi, 22. Apr. 2015 20 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 19:00 Uhr

Sonderkonzert Kammermusik

Programm

Sie spielen kubanische Boleros, argentinische Tangos, Piazzolla, Ellington, Bizet und Ravel – nur eben ganz anders, als man es kennt. Denn ebenso ungewöhnlich, wie die Arrangements von Bolero Berlin ausfallen, ist auch die Besetzung dieses Ensembles: Melodie und Klangfundament liefern die Philharmoniker Martin Stegner, Manfred Preis und Esko Laine an Viola, Bassklarinette und Kontrabass, während sich Raphael Haeger nicht wie gewohnt am Schlagzeug, sondern am Klavier einfindet. Damit auch der Rhythmus nicht zu kurz kommt, sorgt der Argentinier Daniel »Topo« Gioia für ein wahres Klangfeuerwerk an den Percussionsinstrumenten; als Studiomusiker hat er bei über 300 Produktionen mitgewirkt und stand u. a. mit John Newton, Giora Feidman und Lalo Schifrin auf der Bühne. Last but not least ist Helmut Nieberle an der siebenseitigen Gitarre zu erleben, einer der versiertesten Jazzgitarristen Deutschlands.

»Wenn man hört, was sie aus ihren Instrumenten herausholen, wie sie Bekanntes verwandeln und umdeuten, dann spürt man, dass Bolero Berlin für seine Musiker vielleicht so etwas wie eine lebensnotwendige Passion geworden ist, gerade weil sie abseits dieses berühmten Orchesters liegt« (Süddeutsche Zeitung). In Anlehnung an das Schnellstraßensystem »Carretera Panamericana«, das mit wenigen Unterbrechungen Feuerland und Alaska miteinander verbindet, lädt Bolero Berlin zu einer abwechslungsreichen musikalischen Reise von Duke Ellington bis Aníbal Troilo ein – zu einer »Nacht des Bolero«, in der Virtuosität, Leidenschaft und Spielfreude keine Grenzen gesetzt sind.

Über die Musik

»Amerikanische Nacht« mit Bolero Berlin

Panamericana – Eine musikalische Reise durch den amerikanischen Kontinent

»Amor y libertad!« Es war die Liebe zum Jazz und zu Latin-Rhythmen, die Martin Stegner, Bratscher bei den Berliner Philharmonikern, vor sieben Jahren zu einem gewagten und einzigartigen Experiment veranlasste: Er folgte dem Impuls zur spielerischen Freiheit und kleidete Klassiker der populären Musik des 20. Jahrhunderts, von Duke Ellington über George Gershwin, Astor Piazzolla bis zu Kurt Weill in ein neuartiges kammermusikalisches Gewand. Schnell fand er in seinen philharmonischen Kollegen Manfred Preis (Klarinette und Saxofon) Esko Laine (Kontrabass) und Raphael Haeger (hier am Klavier und nicht wie bei den Philharmonikern am Schlagzeug) begeisterte Komplizen für diese Idee: Bolero Berlin war geboren; für die besondere Jazz-Note sorgen der Regensburger Jazzgitarrist Helmut Nieberle und der argentinische Schlagzeuger und Perkussionst Daniel »Topo« Gioia. Seitdem ist das hochvirtuose und immer glänzend aufgelegte »paraphilharmonische« Ensemble auf Erfolgskurs und begeistert mit Neuinterpretationen argentinischer Tangos, mexikanischer und kubanischer Boleros und Hits aus den verschiedensten Genres von Georges Bizet bis zu den Beatles.

Lateinamerika: das ist für viele Menschen eine reine Klangillusion, in der Maracas, Rumbas und Boleros den Soundtrack für eine tropische, im Palmendesign dekorierte Bühne liefern. Eine Spielfläche für sinnliche Fantasien über ewig fröhliche Menschen, die den synkopisch-wiegenden Takt der Tangos und Bossa Novas zu ihrem Alltagsrhythmus gemacht haben. Diese Fantasmagorien bieten den Musikern von Bolero Berlin einen perfekten Ausgangspunkt, um in der »Amerikanischen Nacht« über Evergreens eines All American Songbook auf faszinierend kammermusikalische Weise zu improvisieren. Dabei sind dem Ensemble der Respekt und die Achtung vor den populären panamerikanischen Musikgenres wichtig, deren Gehalt oftmals hinter der Maske von Heiterkeit und Karnevalskem verschwindet. Denn was vermeintlich leicht daherkomme, so Martin Stegner, verberge eine gewisse Tiefgründigkeit und setze sich mit den großen Themen der Menschheit auseinander wie Liebe, Freude, Trauer und Tod.

Auf den Spuren von Kurt Weill

Mit dem Opener des Abends Youkali, von Kurt Weill 1934 für die Oper Marie Galante geschrieben und von Helmut Nieberle neu arrangiert,entführt Bolero Berlin sein Publikum in die Pariser Cabarets und Operntheater der 1930er- und 1940er-Jahre. Lateinamerika war in diesen Jahren zwar für die meisten Europäer noch weitgehend terra incognita. Aber bereits von der ersten Dekade des letzten Jahrhunderts an hatten südamerikanische Tänze wie der Maxixe brésilienne oder der Tango argentino zu ersten Massenhysterien in den europäischen Tanzsalons zwischen Paris und Berlin geführt. Auch Kurt Weill war mit den weichen Synkopen der Habaneras und des Tangos vertraut, als er das wehmütige Instrumentalstück Youkali komponierte. Die Handlung führt direkt nach Mittelamerika: Marie, eine junge Französin, wird von einem Kapitän entführt und in Panama-City ausgesetzt. Hier engagiert ein Japaner sie als Spionin. Auf der Rückreise in seine Heimatstadt Bordeaux stirbt das unglückliche Mädchen. »Youkali ist das Land unserer Begierden, des Glücks und des Vergnügens«, heißt es im später hinzugefügten Text. Ein imaginärer lateinamerikanischer Ort also, der auch Bolero Berlin dazu veranlasst hat, sich auf Glückssuche zu begeben.

In dem Film Die amerikanische Nacht von François Truffaut geht es viel um die Erwartungen und die Lebensentwürfe der Protagonisten. Die Musiker von Bolero Berlin entfachen mit ihrem panamerikanischen Reigen bekannter Blues-, Bolero- und Chansons-Standards ebenfalls Erwartungshaltungen, aber nur, um diese auf fulminante Weise zu konterkarieren. Die Arrangements von Helmut Nieberle sind gelungene Uminterpretationen, in denen trotz harmonischer oder rhythmischer Veränderungen die bekannten Melodien und der Charakter der Stücke immer erkennbar bleiben. So kostet das Latin-Jazz-Ensemble seine stilistische Freiheit voll aus, wenn es beispielsweise Kurt Weills Ballade Mack the Knife kurzerhand in eine leichtfüßige Bossa Nova verwandelt. Hat doch auch dieser Mackie Messer aus Bertolt Brechts Dreigroschen-Oper große Ähnlichkeit mit den lateinamerikanischen Messerstechern, zum Beispiel aus der sich mitunter an Milongas angelehnten Lyrik des Argentiniers Jorge Luis Borges. Der Schriftsteller sah in diesen Kleinkriminellen aus den Vorstädten der südamerikanischen Hauptstädte prototypische und identitätsstiftende Helden seines Landes.

In den Hinterhöfen von Buenos Aires

Den Mann an den Becken und Trommeln von Bolero Berlin, Daniel »Topo« Gioia, lernte Martin Stegner vor sieben Jahren kennen, als er das Ensemble zusammenstellte. Der argentinische Perkussionist spielt sein Drum set und die Perkussionsinstrumente mit bloßen Händen. In den polyrhythmischen Strukturen der afro-uruguayischen und argentinischen Candombés und Murgas kennt er sich hervorragend aus und ist somit die perfekte Besetzung für diese Klangreise des Berliner Quintetts quer über den amerikanischen Kontinent, die auch zu sinnlichen Tangonächten in den Hinterhöfen von Buenos Aires führt.

Den Hut keck in die Stirn gezogen, strahlendes Lächeln: Kein anderer Tangoheld hat die Figur des Compadritos, des kleinen Ganoven und Herzensbrechers im Tango argentino so elegant verkörpert wie der Sänger Carlos Gardel (1890 – 1935). Einen der unvergesslichsten Tango der 1930er-Jahre, den dramatisch-sentimentalen El día que me quieras, schrieb Gardel für den gleichnamigen in New York gedrehten Film. Bravourös umgeht Bolero Berlin die Kitsch-Falle, die dieses herzergreifende argentinische Liebessehnen bereithält. Zwar entfalten Klarinettist Manfred Preis und Bratscher Martin Stegner die liebestolle Melodie; Daniel »Topo« Goia rezitiert auf Spanisch die Verse von Alfredo Le Pera: »Am Tag, an dem du mich lieben wirst, wird die Rose sich ihr schönstes Festkleid anziehen.« Dann aber bricht das Ensemble in einen temperamentvollen Tango-Rhythmus aus und macht klar, dass es niemals Sentiment mit Sentimentalität verwechseln wird.

Den Schmelz von Gardels Stimmbändern übertrug der geniale Bandoneon-Spieler und Orchesterchef Aníbal Troilo (1914 – 1975) auf sein Instrument. Aníbal Troilo, bis heute für viele der größte Virtuose des Bandoneons in der Geschichte des argentinischen Tangos, wies selber auf die Nähe seiner Orchesterkompositionen zu Gardels Tango-Interpretation hin: »Alle Instrumente sollten so phrasieren, wie Carlos Gardel es getan hat.« Mit dem Tango-Walzer Romance de Barrio aus dem Jahr 1947 hat Bolero Berlin stilsicher einen Troilo-Klassiker ausgesucht, der der musikalischen Expressivität und der Bereitschaft zum Spiel mit dem Tempo viel freien Raum lässt.

Tageszeiten – Jahreszeiten

Ohne die Spätnachmittage und die Nächte von Buenos Aires könne man keinen Tango komponieren, schrieb Jorge Luis Borges in seiner Historia del tango (1930). »Ohne die vier Jahreszeiten auch nicht«, vervollständigte der berühmte Komponist und Bandoneon-Spieler Astor Piazzolla (1921 – 1992) dieses Bonmot und komponierte 1970 das Stück Invierno porteño (Winter in Buenos Aires) als Teil der Cuatro estaciones porteñas für sein legendäres Quintett. Es schließt den gesamten Piazzolla-Kosmos in sich ein und aus diesem Grund hat sich Bolero Berlinfür diesen »Hit« des Tango Nuevo entschieden. Astor Piazzolla liefert mit der Kombination europäischer Kompositionstechniken und dem lateinamerikanischen Sinn für Gefühl und Bewegung eine fiktive Beschreibung dessen, was die argentinische Heimat bedeutet: ein Konglomerat aus alter und neuer Welt, in dem stilistische Regeln keinem Dogma mehr gehorchen. Zum amerikanischen Komponisten George Gershwin hatte Astor Piazzolla ein besonderes Verhältnis. Er schreibt in seinen Erinnerungen aus dem Jahr 1990: »Wir sind uns nie begegnet, aber ich spürte immer, dass es zwischen seinem Werk und meinem eine gewisse Affinität gibt. Vielleicht, weil seine Musik ebenso für New York steht wie meine für Buenos Aires. Vielleicht, weil wir beide von ganz traditionellen Dingen ausgingen, er vom Jazz und ich vom Tango, und wir das, was uns gefiel, aufwerten wollten.« Indem Bolero Berlin Astor Piazzollas Invierno porteño wie auch das berühmte Summertime von George Gershwin auf sein Programm setzt, verdeutlicht es die Nähe dieser beiden Komponisten zueinander. Helmut Nieberle schrieb die Arie aus der Oper Porgy and Bess in einen Bolero um und verknüpft das klagende Element von Summertime mit der Romantik kubanischer Populärmusik.

Experimentierfelder

Gershwin, Piazzolla und Zequinha de Abreu:Bolero Berlin zeigt mit seiner Lust an der Improvisation und der konzertanten Experimentierfreude großes Einfühlungsvermögen und legt immer wieder die gemeinsamen Ursprünge lateinamerikanischer Genres und des US-Jazz und -Blues frei. So fügt sich auch eine der kreativsten und frischesten Manifestationen lateinamerikanischer Musik nahtlos in das Repertoire des Ensembles: der brasilianische Choro. Wieder eine besondere Liebe des Jazzgitarristen Helmut Nieberle. Die ursprünglich rein instrumentale Form des Choros und seines Ablegers, des Chorinhos, erinnert mit seinen melodischen Sprüngen und überraschenden Modulationen ein wenig an Dixieland. Nicht von ungefähr wurde die Choromusik in Rio de Janeiro zu einer Zeit populär, als sich in Nordamerika der Ragtime verbreitete. Beiden gemeinsam sind das Einfügen von afrikanischen Musikelementen und die Freiräume für ausgelassene Improvisation. Genau wie im Jazz waren die ersten Choro-Musiker keine Profis, sondern experimentierten auf der Basis afrikanischer und europäischer Rhythmen wie dem Walzer, der Mazurka oder der Polka. Das Wort Choro wird mitunter auf das afrobrasilianische Wort Xole für Fest zurückgeführt. Vielleicht aber liegt das portugiesische Wort für Weinen, chorar, doch näher? Hinter der Maske des ausgelassenen Karnevals lauert der Tod des »Orfeu negro«. Die von Bolero Berlin ausgewählten Choros drücken aus, wie nahe Freude und Trauer beieinander liegen. Darunter das weltberühmte Tico-Tico no fubá, das der populäre Choro-Komponisten Zequinha de Abreu (1880 – 1935) bereits 1917 schrieb und Eu quero e sossego des brasilianischen Klarinettisten und Komponisten von K-Ximbinho (1917 – 1980).

On the road

New York, Buenos Aires, Rio de Janeiro, Havanna – die panamerikanische Klangroute von Bolero Berlinbesitzt eine unsichtbare innere Kohärenz. Von den den 1920-Jahren an kamen Latino-Bands aus Puerto-Rico, Panama oder Kuba in die Jazzcity New York. Der Vater der kubanischen Komponistin und Sängerin Margarita Lecuona (1910 – 1981) war hier Konsul. Vor diesem Hintergrund schuf Margarita, Nichte des legendären Komponisten Ernesto Lecuona, viele Klassiker des Afro-Jazz bzw. des Latin-Jazz, darunter das so oft kopierte Taboo. Bei Bolero Berlin klingt jedoch alles »anders«, so Martin Stegner. »Das hat etwas mit der Besetzung aus den vielen tieftönenden Instrumenten zu tun. Die tiefen Lagen sind der menschlichen Stimme näher und verstärken so mitunter auch die melancholische Färbung.« Der Facettenreichtum der Interpretation lässt sich aber auch darauf zurückführen, dass die Ensemblemitglieder mit ihrer Virtuosität und ihrem instrumentalen Können den populären Evergreens kammermusikalischen Glanz verleihen.

Auch die Version von Windmills of Your Mind gab es so noch nicht, Bolero Berlin machen aus dem Michel-Legrand-Hit zum Film The Thomas Crown Affair (Regie: Norman Jewison) einen Samba. Martin Stegner: »Eigentlich besitzt dieses Stück nur eine einfache, sich ständig wiederholende Melodie. Von ihr geht aber eine eigenartige Faszination aus, die den Zuhörer in den Bann zieht.« Das gilt für alle Boleros, Tangos oder Chorinhos, die auf der panamerikanischen Klangroute dieser »Amerikanischen Nacht« von Bolero Berlin dargeboten werden.

Cecilia Aguirre

Biographie

Im Ensemble Bolero Berlin widmen sich vier Berliner Philharmoniker mit Leidenschaft der südamerikanischen Musik: Martin Stegner, Manfred Preis, Esko Laine und Raphael Haeger, der hier nicht wie bei den Philharmonikern am Schlagzeug, sondern am Klavier sitzt. Der spezielle »Sound« der Gruppe wird durch den renommierten Jazzgitarristen Helmut Nieberle und den argentinischen Schlagzeuger Daniel »Topo« Gioia komplettiert.Die 2008 von Martin Stegner gegründete Formation spielt mexikanische und kubanische Boleros, Danzóns sowie Tangos in ungewöhnlicher Instrumentierung. Seine sechs Mitglieder interpretieren die Musik ihres Herzens konzertant, elegant und ausdrucksstark, ohne dabei auf die typischen Elemente des Jazz und der Improvisation zu verzichten. So entsteht ein Feuerwerk an Farben und Rhythmen – Tango und Bossa Nova erklingen mit kraftvollem Enthusiasmus und erstaunlicher Zartheit. Sein gefeiertes Debüt gab Bolero Berlin Anfang April 2008 im Rahmen eines Lunchkonzerts der Stiftung Berliner Philharmoniker im Foyer der Philharmonie.

Martin Stegner wechselte nach seinem Violinstudium bei Roman Nodel an der Musikhochschule Mannheim zur Bratsche und rundete seine Ausbildung 1992/1993 bei Neithard Resa und Wilfried Strehle an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker ab. Meisterkurse u. a. bei Wolfram Christ und Rainer Kussmaul vervollkommneten sein Können. Nach dreijähriger Tätigkeit als 1. Solo-Bratscher im Deutschen Symphonie-Orchester Berlin wechselte er 1993 zu den Berliner Philharmonikern, 2006 wurde er in den Fünferrat des Orchesters gewählt. Martin Stegner konzertiert weltweit als Solist und engagiert sich neben seiner Orchestertätigkeit bei den Philharmonischen Streichersolisten, im Ensemble Lachmusik sowie im 2014 ins Leben gerufenen Bratschenquartett Violentango. Als Liebhaber des Jazz spielte er in diversen Formationen und auf vielen Festivals; er trat u. a. mit Thomas Quasthoff, Nigel Kennedy, Herbie Mann und Diane Reeves auf. Martin Stegner arbeitete als Dozent beim Gustav Mahler Jugendorchester sowie beim Orquesta Juvenil Centroamericana und gab Kurse an der Yale University in New Haven (Connecticut).

Manfred Preis, in Niederalteich geboren, studierte bei Gerd Starke an der Münchner Musikhochschule und bei Ulf Rodenhäuser an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker. 1978 wurde er Soloklarinettist im Radio-Symphonie-Orchester Berlin (heute: DSO), seit 1982 gehört er zu den Berliner Philharmonikern, in deren Reihen er Bassklarinette spielt. Manfred Preis engagiert sich jedoch nicht nur im Orchester, sondern auch kammermusikalisch, beispielsweise als Klarinettist im Trio Berlin, bei den Bläsern der Berliner Philharmoniker und in diversen Kammermusikgruppen. Außerdem ist er seit Jahren ein gefragter Saxofonist. Als Pädagoge arbeitet er unter anderem an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg und mit internationalen Jugendorchestern.

Helmut Nieberle gehört zu den versiertesten Mainstream-Jazzgitarristen Deutschlands und ist einer der seltenen 7-String Gitarristen. Seine Ausbildung absolvierte er zunächst an der Jazz-School in München, dann u. a. am Berkley College Boston. Hervorzuheben sind aber vor allem die Workshops mit der alten und neuen Garde weltbekannter Jazzgitarristen: Barney Kessel, Eddie Marron, Herb Ellis, Joe Pass; Jim Hall, Attila Zoller, Peter Leitch und Karl Ratzer. 1991 erhielt Helmut Nieberle den Bayerischen Kulturförderpreis für Jazzgitarre. Die Bandbreite seines musikalischen Wirkens spiegelt sich zum einen im eigenen Spiel als Solist oder als Begleitmusiker, zum anderen aber auch in den Bands und Formationen, für die er als Musikalischer Leiter immer wieder neue Programme erarbeitet und neben Eigenkompositionen auch alle Arrangements schreibt. Helmut Nieberle hat bereits mehrfach beim Philharmonischen Salon mitgewirkt

Raphael Haeger, geboren in Spaichingen, erhielt vom fünften Lebensjahr an Schlagzeug- und Klavierunterricht. Als Jugendlicher spielte er Klavier in mehreren Jazzbands, für die er auch Arrangements schrieb. Anschließend studierte Raphael Haeger Schlagzeug bei Franz Lang in Trossingen. Es folgte eine rege Konzerttätigkeit auf dem Gebiet der Neuen Musik u. a. mit Heinz Holliger, Michael Gielen, Hans Werner Henze, Helmut Lachenmann und mit dem Ensemble Modern. Bevor Raphael Haeger im September 2004 Mitglied der Berliner Philharmoniker wurde, war er elf Jahre lang Schlagzeuger am Nationaltheater Mannheim, hatte zwei Jazzkonzertreihen als Künstlerischer Leiter betreut und 2002 als Pianist eine CD mit eigenen Jazzkompositionen veröffentlicht. 2012 schloss er ein Masterstudium im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin ab und leitet seit 2011 als Dirigent das Leipziger Universitätsorchester.

Esko Laine wurde in Helsinki geboren. Er studierte am Konservatorium von Hyvinkää, wurde bereits mit 18 Jahren Mitglied im Finnischen Nationalopernorchester und trat als Solist mit dem Finnischen Rundfunk-Symphonieorchester auf. Es folgten weitere Studien an der Musikhochschule Frankfurt sowie am Genfer Konservatorium. Seit 1986 ist er Mitglied der Berliner Philharmoniker. Bereits in den Jahren 1999 – 2001 als Solobassist des Orchesters tätig, übernahm Esko Laine diese Position 2008 erneut. Er hat mehrere Orchesterkonzerte und Kammermusikwerke für Kontrabass uraufgeführt, die auf seine Anregung hin komponiert wurden. Esko Laine spielt zudem im Ensemble Die Berliner und im Philharmonischen Oktett. Der begehrte Dozent für Meisterkurse und bei renommierten Nachwuchsorchestern unterrichtet seit 2000 auch an der philharmonischen Orchester-Akademie sowie als Gastprofessor an der Musikhochschule »Hanns Eisler« Berlin.

Daniel »Topo« Gioia, in Rosario (Argentinien) geboren, begann mit 15 Jahren autodidaktisch Perkussionsintrumente zu spielen. 1973 siedelte er nach Spanien über, wo er zwei Jahre in Madrid und Barcelona mit verschiedenen argentinischen und anderen südamerikanischen Ensembles auftrat. Seit 1977 lebt Topo Gioia in Berlin und gründete hier die Formation Ipanema. Elf Jahre lang arbeitete er mit dem Bassisten Hans Hartmann zusammen, mit dem er in ganz Europa auftrat; parallel dazu spielte er mit Lydie Auvray. Es folgte eine sechsjährige Zusammenarbeit mit dem afro-brasilianischen Tänzer Ismael Ivo. 1988 wurde er bester Congaspieler beim »Latin-Percussions-Wettbewerb« in Deutschland. Auftritte führten den Musiker nach Japan, in die USA sowie in fast alle europäischen Länder, wobei die Jazz-Festivals von Pori (Finnland), Prag, Berlin, Rimini und Donaueschingen besondere Höhepunkte darstellen. Seit 1999 ist Daniel »Topo« Gioia Dozent für Perkussion an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin.

Amerikanische Nacht mit Bolero Berlin

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