Berliner Philharmoniker

Saison 2014/2015

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Kammermusik

Unterwegs – Weltmusik mit Roger Willemsen

Hafenstädte sind Orte des internationalen Kulturaustauschs und der Musik. Zur musikalischen Unterhaltung bedienen sich viele Seeleute auf ihren Reisen oftmals eines Instruments: der handlichen und populären Harmonika. Roger Willemsen widmet das erste Konzert der Reihe »Unterwegs« den verschiedenen Formen der Harmonikainstrumente und ihrer Musik.

Roger Willemsen Moderation und Programmgestaltung

Ambrogio Sparagna Organetto und Gesang

Erasmo Treglia Ghironda, Ciaramella und Violine

Valentina Ferraiuolo Rahmentrommeln

Danças Ocultas

Artur Fernandes Concertina, Francisco Miguel Concertina, Filipe Cal Concertina, Filipe Ricardo Concertina

Teil 1: Unterwegs in den Hafenstädten des Mittelmeeres und des Atlantiks

Termine und Tickets

Mi, 22. Okt. 2014 20 Uhr

20:00 | Kammermusiksaal

15 bis 35 €

Programm

Hafenstädte sind von jeher das Tor und Ohr zur Welt: Sie sind Orte des Handels, der Piraten und Ausgangspunkte für die Eroberung neuer Welten. Sie bieten dem Reisenden Schutz und Exil den Verfolgten. Häfen sind Chiffre für Fernweh und Sehnsucht. Sie sind auch Orte des internationalen Kulturaustauschs und der Musik. In Folge des rasanten Bevölkerungswachstums ab Ende des 18. Jahrhunderts ergriffen viele Menschen die Flucht vor Verarmung und suchten ihr Glück in Übersee. Als Erinnerung an ihre Heimat nahmen sie oftmals ihr Instrument mit: die handlichen und populären Harmonikas. So kamen das Akkordeon, das Bandoneon, die keltische Concertina und das italienische Organetto über die Hafenmetropolen des Mittelmeers nach Amerika. Aber auch die neuere Kolonialgeschichte hat das Akkordeon bis nach Afrika, China und in die Karibik getragen.

Im ersten Teil des Abends begibt sich der italienische Organetto- Virtuose Ambrogio Sparagna auf die legendäre Reise des Wandersängers Giuseppantonio und seiner Musikerkollegen, die im 9. Jahrhundert vom Golf von Gaeta in Italien entlang der Mittelmeerküste bis in die französische Hafenstadt Marseille gewandert sind. Im Gepäck hatten sie Nachrichten und Geschichten sowie Balladen, Wiegen- und Liebeslieder und die Melodien der Tarantella ihrer italienischen Heimat. Ambrogio Sparagna hat das traditionelle Repertoire dieser frühen Emigranten recherchiert, neu arrangiert und eigene Lieder in der Tradition dieser Troubadoure komponiert. Im zweiten Teil des Konzerts verwebt das portugiesische Quartett Danças Ocultas Einflüsse traditioneller Musik vom westlichsten Ende Europas mit Elementen der Klassik und des Jazz zu einem eigenen Sound. Alle vier Musiker spielen Concertina und haben sich zur Aufgabe gemacht, die Klangwelt dieses Instruments neu auszuloten. Mit ihrem minimalistischen Ansatz weben sie Klänge und Melodien, zeichnen Stimmungen und Emotionen.

Roger Willemsen

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