Berliner Philharmoniker

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Kammermusik

Holm Birkholz – Blütenträume

Holm Birkholz, langjähriges Mitglied der Berliner Philharmoniker, ist nicht nur mit Herz und Seele Geiger, sondern auch Komponist. Die Erfahrungen als Orchestermusiker empfindet er ebenso inspirierend wie die japanische Kultur, deren Spiritualität seine Musik entscheidend prägt. Seine Tanz-Suite »Blütenträume – Vier Jahreszeiten«, die er in diesem Porträtkonzert gemeinsam mit der Tänzerin Emi Hariyama präsentiert, führt optisch und musikalisch durch die japanischen Jahreszeiten.

Holm Birkholz Solo-Violine und Glocken

Emi Hariyama Tanz und Choreografie

Porträtkonzert Holm Birkholz - Blütenträume

Holm Birkholz

Mandala (2. Fassung für Solo-Violine und Glocke in d', 2012) Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker

Holm Birkholz

Blütenträume – Vier Jahreszeiten Tanz-Suite für Solo-Tanz, Solo-Violine und 2 Glocken in f und d, Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker

Termine und Tickets

So, 02. Nov. 2014 20 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 19:00 Uhr

Programm

»Für mich ist es immer wieder ein wunderbares Gefühl, wenn man als ein 128tel-Teilchen dieses großartigen Klangkörpers miterleben kann, wie sich unsere Einzelcharaktere auf der Bühne beim Musizieren in einer gemeinsamen Schwingung finden und völlig eins mit der Musik werden können.« Seit 1982 ist Holm Birkholz Mitglied der Berliner Philharmoniker – eine Zeit, die dem Geiger und Komponisten mehr als drei Jahrzehnte Inspiration beschert hat: »Neben den großen künstlerischen Eindrücken inmitten dieses einmaligen Orchesterklangs prägten mich ganz besonders die vielen Jahre der gemeinsamen Arbeit mit dem Ersten Konzertmeister Toru Yasunaga, für den ich viele Werke schreiben durfte und durch den ich einen intensiven Zugang zur japanischen (bzw. asiatischen) Hochkultur erhielt, die mich und meine musikalische Sprache nachhaltig prägten.«

Toru Yasunaga, der die Berliner Philharmoniker 2009 verließ, machte Holm Birkholz auch mit der international renommierten Tänzerin Emi Hariyama bekannt, die auch in diesem Porträtkonzert mit Auftragswerken der Stiftung Berliner Philharmoniker zu erleben ist. Eingeleitet wird der Abend mit Auszügen aus Birkholz’ überarbeitetem Mandala-Zyklus für Solo-Violine und Glocke in d', der anlässlich des Abschieds von Toru Yasunaga im Berliner Kammermusiksaal uraufgeführt wurde. Anschließend folgt die Tanz-Suite Blütenträume für Solo-Tanz, Solo-Violine und Glocken in f und d, die den Hörer musikalisch durch die japanischen Jahreszeiten führt, angefangen von frühlingshaften Kirschblütenträumen, über Lotusblüten in der Sommerhitze und Chrysanthemen in der Herbstsonne bis zu Pflaumenblüten im Schnee.

Über die Musik

Vereinte Hemisphären

Musik für Violine von Holm Birkholz

In Zeiten wie den heutigen, deren Zeugen sich restlos aufgeklärt wähnen (und doch offenbar die diversen Krankheiten und Unbilden des immerwährenden Fortschritts nicht abzuschütteln vermögen), läuft man Gefahr, sich ins Abseits zu stellen, wenn man sich zum spirituellen Hintergrund seiner Musik bekennt. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass ein Teil der sich spirituell nennenden Musik in den Bereich des sogenannten Easy Listening abgewandert ist, das nur auf ein vage waberndes Wohlgefühl abzielt. Doch es sollte darüber nicht vergessen werden, dass Musik als solche – zumindest soweit wir wissen – ihrem ursprünglichen Zusammenhang nach immer spirituell motiviert war und aus religiös-rituellen Bedürfnissen hervorging. Diese sakrale Einbettung der Musik hat sich auch im abendländischen Kulturkreis über die Jahrhunderte hinweg erhalten: Nicht zuletzt die bis heute von fast jedermann rückhaltlos bewunderte Musik Johann Sebastian Bachs ist tief im Religiösen verwurzelt.

Holm Birkholz ist einer, der keinen Hehl daraus macht, dass sich seine Musik spirituellen Quellen verdankt. Seine Stücke lassen sich als Meditationen im fernöstlichen Geiste beschreiben, die von einem ruhig strömenden, wiewohl nie metrisch gleichförmigen Atem und oft von beharrlich wiederholten, dabei jedoch stets variierten Kernformeln geprägt sind. Zugleich aber steht Birkholz fest auf dem Boden der abendländischen Musiktradition, und man kann seine Werkeebenso über klassische Struktur- und Formprinzipen erschließen. Es sind auf diese Weise immer zwei Welten, die sich im Schaffen des Berliner Geigers und Komponisten treffen: Buddha und Bach, um es pointiert zu sagen. In seiner Musik erscheinen diese beiden Welten jedoch nicht getrennt: Sie sind eins.

Das musikalische Ethos der westlichen Hemisphäre hat Birkholz aus berufenen Händen empfangen: Bereits als 16-Jähriger kam er in Kontakt mit dem zurückgezogen lebenden russischen Komponisten Dmitri Kabalewsky, der schließlich die frühen Kompositionsversuche des jungen Mannes kommentieren und korrigieren sollte. Kabalewsky vermittelte Birkholz das »Prinzip Verantwortung«: »Jeder Ton, den du niederschreibst, ist ein Kind von dir, und du hast eine Verantwortung für ihn, denn er ist ein Transporteur deiner geistigen Haltung, er formuliert ein Stück deiner Seele.« In der über 30-jährigen Zugehörigkeit zu den Berliner Philharmonikern, auf die Holm Birkholz heute zurückschaut, hat sich ihm dann nicht zuletzt auch der spirituelle Gehalt des Musizierens, der geheimnisvolle Akt des gemeinsamen Atems eines Orchesters vermittelt: »Für mich ist es immer wieder ein wunderbares Gefühl, wenn man als ein 128tel-Teilchen dieses großartigen Klangkörpers miterleben kann, wie sich unsere Einzelcharaktere auf der Bühne beim Musizieren in einer gemeinsamen Schwingung finden und völlig eins mit der Musik werden können.« Die Berliner Philharmoniker ermöglichten indes nicht nur die Begegnung mit dem westlichen Musikerbe: Im langjährigen Ersten Konzertmeister Toru Yasunaga fand Birkholz auch einen künstlerischen Partner, der ihm einen intensiven Zugang zur japanischen (bzw. asiatischen) Hochkultur verschaffte – was Birkholz nachhaltig prägen sollte.

Mandala für Solo-Violine und Glocke in dʼ

Als Toru Yasunaga, der bereits einige der Werke seines Kollegen uraufgeführt hatte, 2009 die Berliner Philharmoniker verließ, komponierte und spielte Holm Birkholz ihm zu Ehren ein umfangreiches Stück für Solo-Violine und Glocke in d’, das mittlerweile in einer 2012 abgeschlossenen Neufassung vorliegt: Mandala. Die Synthese von klassischen Strukturen und asiatischem Geist hat hier einen Gipfel erklommen: Mandala enthält exponierende und durchführungsartige Elemente sowie groß angelegte Steigerungspassagen (wie man sie von Anton Bruckner her kennt) und eine Coda; den äußeren Rahmen des Stücks bildet – gewissermaßen aus der Vogelperspektive gesehen – eine klassische Kadenz: g-A-d (also Subdominante – Dominante – Tonika); und das Figurenwerk, das Birkholz verwendet, könnte direkt aus einer bachschen Suite oder Sonate entstiegen erwachsen sein.

Mit dem Titel Mandala gibt Birkholz jedoch einen deutlichen Fingerzeig auf den spirituellen Gehalt des Werks (der sich indes auch ohne diesen Hinweis mitteilt): Er spielt hier auf die Mandala-Zeremonie buddhistischer Mönche an. Bei diesem Ritual legen die Mönche zum Zwecke der Sammlung und Konzentration Muster mit farbigem Sand auf einer ebenen Fläche aus, ehe das so über mehrere Tage hinweg gestaltete Mandala am Ende der Zeremonie wieder aufgelöst wird. Birkholz’ Stückfolgt diesem Vorgang nicht in einem äußerlich illustrativen Sinne, aber doch bezüglich seiner inneren Dramaturgie. Zu Beginn entwickelt sich seine Musik aus naturnahen Urklängen, die gleichsam einen (klang-)landschaftlichen Rahmen für das Folgende vorgeben. Aus diesem Ursprung schält sich dann langsam der erste exponierende Mandala-Teil heraus. Hier zeigt sich nun exemplarisch, wie die beiden Welten – die abendländische und die fernöstliche – in symbiotischer Vereinigung gleichzeitig präsent sind: Die quasi etüdenhaften Akkordzerlegungen dieser »Exposition« halten einzelne Rahmentöne über längere Zeit fest, so dass einerseits ein statischer Eindruck entsteht, während anderseits wandernde Akkordtöne für innere Bewegung sorgen und ständig neue Farben und Muster hervorrufen. Birkholz hat dieses Verfahren mit mongolischen und tibetischen Obertongesängen in Verbindung gebracht, bei denen melodische Bewegung und farbliches Changieren untrennbar zusammenhängen. Doch genauso könnte der Hörer eine bachsche Solosuite oder gar das berühmte C-Dur-Präludium aus dem Wohltemperierten Klavier assoziieren: Hier wie da findet man festgehaltene Orgelpunkte und subtil gehandhabte Binnenpolyfonie. Beide Beschreibungsweisen sind also möglich – »richtig« in einem auf Eindeutigkeit pochenden Sinne ist jedoch keine, denn entscheidend ist bei Birkholz’ Mandala wohl nicht, wie man diese Musik analysiert, sondern dass man sich ihrem Energiestrom anvertraut.

In den folgenden Mandala-Teilen findet schließlich ein Prozess spannungsvoller Verdichtung statt, der im vierten Mandalaseinen Höhepunkt in einem Moment völliger Stille findet, ehe im letzten die Muster wieder zerfallen. Zwischen den fünf Mandala-Abschnitten gibt es kurze Einschübe: Augenblicke des Atemholens, Momente der Ekstase (wie ein an ungarische Rhythmen gemahnender Tanz) oder exterritoriale Bereiche der Ruhe (wie eine Aria vor dem Mandala V), die ihrer Funktion nach einen langsamen Sonatensatz darstellt und eine Art Begleitung zu einer im Inneren des Hörers sich entspinnenden Melodie sein könnte. Nach dem Zerfall des Mandalas erklingt schließlich ein ins Pianissimo zurückgenommener C-Dur-Hymnus, in dem gleichsam ein Zustand geläuterter Reinheit erreicht ist. In einem Epilog geht die Musik, in der nun Reminiszenzen der vorangegangenen Teile nachhallen, an den Beginn zurück. Der Kreis schließt sich: Zurück bleibt nichts als der reine Geigenklang mit seinen leeren Saiten und natürlichen Resonanzen. Mit der neuen, aus der Mandala-Zeremonie gewonnenen Erfahrung kehrt die Musik so auf einer höheren Erkenntnisstufe wieder an den Ursprung – man könnte auch sagen: zum Göttlichen – zurück.

Blütenträume – eine Suite für Solo-Tanz, Solo-Violine und zwei Glocken in f und d

Über Toru Yasunaga, den Widmungsträger von Mandala, hat Holm Birkholz auch die in Osaka geborene Tänzerin und Choreografin Emi Hariyama kennengelernt, die bis zum Ende der vergangenen Spielzeit Mitglied im Ensemble des Staatsballetts Berlin war. Emi Hariyama fühlte sich spontan von den Bewegungsmustern der birkholzschen Musik zu choreografischen Ideen inspiriert, und es begann eine enge Zusammenarbeit der beiden Künstler, die regelmäßig gemeinsame Auftritte (etwa bei dem Festival Ohrenstrand im Berliner Hauptbahnhof oder bei den Osterfestspielen Baden-Baden) zur Folge hatte und künftig in das gemeinsame Tanzprojekt PRANA – Bewegende Klanglandschaften mündet. Holm Birkholz’ 2013 komponierter Zyklus Blütenträume – Vier Jahreszeiten ist zudem eigens für Emi Hariyama entstanden – anders als etwa bei Mandala sind die Blütenträume also von vornherein aus der Ästhetik der äußeren Bewegung konzipiert und ganz konkret von der künstlerischen Persönlichkeit Emi Hariyamas sowie vom Charakter ihres Tanzes angeregt.

Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb die Klangwelt der Blütenträume entsprechend bildhafter geraten ist als in Mandala. Wie einst Antonio Vivaldi in Le quattro stagionibegleiten uns auch Holm Birkholz und Emi Hariyama durch die Jahreszeiten, die hier jedoch nicht nach Italien, sondern erneut in fernöstliche Gefilde führen. Sinnfällig wird dies durch eine Vielfalt musikalischer Mittel: Birkholz bedient sich pentatonischer Skalen (die jedoch immer wieder in die Dur-Moll-Tonalität eingebettet werden); manches Mal ist eine rhythmisch sich beschleunigende Figur zu hören, die auch im Kabuki-Theater verwendet wird und dort einen Willkommensgruß darstellt; und nicht zuletzt lässt der Komponist im Geigenklang häufig asiatisches Instrumentarium aufscheinen – sei es das Qin (eine chinesische Griffbrettzither), das Shamisen (ein japanisches Lauteninstrument) oder das Huqin (ein chinesisches Streichinstrument). Und natürlich fehlt auch die Reverenz an Vivaldi nicht: Im dritten Satz finden sich virtuose Arpeggio-Figuren, die einem barocken Violinkonzert zur Ehre gereichen würden.

Holm Birkholz hat den einzelnen Sätzen der Blütenträume programmatische Bilder zugewiesen. Der dem Frühling gewidmete erste Satz, die Kirschblütenträume, übernimmt dabei die Funktion einer Ouvertüre: In der traditionellen Pastoraltonart F-Dur gehalten, wird ein Kirschblütenhain geschildert, der durch einen heftigen Windstoß jäh entblättert wird – die Pracht der Blüte ist dahin, es bleibt jedoch die Hoffnung auf das nächste Jahr sowie die Erkenntnis, dass die eigentliche Schönheit im Vergehen und Sich-Erneuern zu finden ist. Der Sommer entführt uns in die Berge: Auf dem Weg durch den Wald zeigt sich ein Wasserschimmern, und wir gelangen an einen See, der mit den Blättern der Lotuspflanze bedeckt ist – aus deren Mitte wiederum entspringen die filigranen rosafarbenen Lotusblüten (die ja auch Heine und Schumann schon besungen haben). Im Herbst, der aus einer d-Moll-Sphäre erwächst, erblicken wir einen buddhistischen Tempel, vor dem eingetopfte Chrysanthemen stehen. Dem Nektar auf der Spur versuchen verschiedene Insekten (deren Auftritt bei Birkholz’ Vorgänger Vivaldi übrigens dem Sommer vorbehalten ist) den Zugang zu den großen Blüten zu finden. Im Winter schließlich begeben wir uns in eine vor klirrender Kälte erstarrte Landschaft – ein Dorf im Norden Japans (etwa in Hokkaido), dessen Häuser sich unter der Last des Schnees ducken. Aus dem Innern der Häuser erklingen melodische Weisen eines Shamisens, und schließlich fällt der Blick auf einen Pflaumenbaum, dessen erste Blüten unter der Schneedecke hervorlugen. Der Satz endet mit einer Reminiszenz an den Frühling, das d-Moll der Erstarrung führt zum F-Dur des allerersten Kirschblüten-Themas zurück.

Als eine Besonderheit des heutigen Konzerts erklingt zum ersten Mal öffentlich ein neues Instrument. Da sich Holm Birkholz ganz dem Geist und Klang der Violine verschrieben hat, ist die Frage nach dem Instrument, auf dem seine Musik gespielt wird, durchaus essentiell. Der Musiker hat das Glück, in dem renommierten, in Paris wirkenden Geigenbauer Stephan von Baehr einen kongenialen Partner gefunden zu haben, der ihm gewissermaßen die Geigen erschafft, für die seine Musik gedacht ist. Schon einmal hat von Baehr für Birkholz eine Stradivari nachgebaut; heute Abend aber ist erstmals im Konzertsaal von Baehrs exakt gefertigte Replik eines der geheimnisvollsten Instrumente der Welt zu hören: jene der sogenannten »Messias«-Stradivari von 1716, die ihr Schöpfer Antonio Stradivari aus ungeklärten Umständen nie verkaufte. Auf verschlungenen Pfaden gelangte sie zuletzt nach Oxford ins Ashmole Museum, wo sie, ohne dass sie je irgendwelchen Musikern zur Verfügung stünde, zur Legende geworden ist: als einzige quasi völlig neuwertige Stradivari-Violine der Welt. Ihren Beinamen erhielt sie im 19. Jahrhundert, als der Geiger Jean-Delphin Alard spottete: »Diese Violine ist wie der Messias. Er wird ständig erwartet, aber er erscheint nie.« Immerhin soll Joseph Joachim einmal auf der »Messias« gespielt haben und war von ihrer »Lieblichkeit, vereint mit Erhabenheit« sehr angetan. Wenn die Seele der »Messias« auch nur zu einem geringen Teil auf das neue Instrument übergegangen sein sollte, dann darf man heute jedenfalls auf ein ganz besonderes Klangerlebnis hoffen.

Wolfgang Behrens

Biographie

Holm Birkholz, 1952 in Berlin geboren, studierte an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin bei Michail Goldstein und in der Meisterklasse von Manfred Scherzer. Bereits vor seinem Examen wurde er 1977 Erster Konzertmeister in der Staatskapelle Weimar, drei Jahre später im Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig (heute: MDR-Sinfonieorchester), bevor er 1982 in den Westteil Berlins kam und Mitglied der Berliner Philharmoniker wurde. Neben der Tätigkeit im Orchester und der kammermusikalischen Arbeit in diversen philharmonischen Ensembles sind für Holm Birkholz das Komponieren und Arrangieren wesentliche Bestandteile seiner künstlerischen Arbeit – hier fand er in Dmitri Kabalewsky einen prägenden Lehrer. Weltweit erfolgreich aufgeführte Werke der E- und U-Musik sowie Erste Preise bei Wettbewerben stehen ebenso für diese schöpferische Tätigkeit wie erfolgreiche Uraufführungen vieler Stücke, die er für seine Philharmoniker-Kollegen und die eigenen Kammermusik-Programme geschrieben hat. So hatte etwa Anfang Oktober 2011 sein Trio für Flöte, Viola und Harfe Promenade im Kammermusiksaal Premiere; im Juni 2013 wurde am selben Ort Mittsommernachtstraum für Violine, Violoncello, Klangschalen und japanisches Windspiel erstmals aufgeführt – beides Auftragswerke der Stiftung Berliner Philharmoniker.

Emi Hariyama studierte an der Ballettschule des Moskauer Bolschoi-Theaters. Nach dem Studienabschluss als Jahrgangsbeste wurde die in Osaka geborene Ballerina Mitglied des Moskauer Musiktheater-Balletts. Es folgten Engagements im Aalto Ballett Theater in Essen sowie im Ballet Internationale Indianapolis in den USA, wo Emi Hariyama mit Irina Kolpakova zusammenarbeitete. Emi Hariyama war Principal Dancer der San Jose Ballet Company und der Boston Ballet Company; zudem wirkte sie am Leningrader Staatsballett und war langjähriges Mitglied des von Vladimir Malakhov geleiteten Ensembles des Staatsballetts Berlin. Die Tänzerin ist Gewinnerin zahlreicher Preise, u. a. des Spezialpreises des Moskauer Internationalen Ballettwettbewerbs, der Bronzemedaille des Internationalen Ballettwettbewerbs von New York (als erste Japanerin) und der Silbermedaille des Internationalen Ballettwettbewerbs von Paris (eine Goldmedaille wurde in dem Wettbewerbsjahr nicht vergeben). Emi Hariyama, deren umfassendes Repertoire klassische wie neoklassische Rollen beinhaltet, ist eine gefragte Ballettlehrerin und leitet Seminare in Japan und den USA.

Holm Birkholz

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