Berliner Philharmoniker

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Kammermusik

Abschluss von András Schiffs Klavierzyklus »Letzte Sonaten«

Mit diesem Konzert beschließt András Schiff seinen Klavierzyklus »Letzte Sonaten« und stellt die jeweils letzten Gattungsbeiträge von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert einander gegenüber. So unterschiedlich die Sonaten in ihrer Art auch sind, so zeugen sie doch alle von hoher künstlerischer Reife und einem sicheren Gespür für die Möglichkeiten des Tasteninstruments.

Sir András Schiff Klavier

Joseph Haydn

Klaviersonate Nr. 62 Es-Dur Hob. XVI:52

Ludwig van Beethoven

Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op. 111

Wolfgang Amadeus Mozart

Klaviersonate Nr. 18 D-Dur KV 576

Franz Schubert

Klaviersonate B-Dur D 960

Termine und Tickets

So, 22. Mär. 2015 20 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 19:00 Uhr

Programm

Ob ein Komponist bewusst mit einer bestimmten Gattung abschließt? Diese Frage drängt sich bei Sir András Schiffs Klavierzyklus, der unter dem Motto Letzte Sonaten steht, unwillkürlich auf. War es Absicht oder eher Zufall, dass die in diesem Konzert gespielten Werke von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert die letzte Klaviersonate des jeweiligen Komponisten blieben?

Haydns Es-Dur-Sonate stößt mit ihrer extravaganten Harmonik, ihrer überraschenden Themenentwicklung und ihrem expressiven Ausdruck bereits weit in neue Klavierwelten vor. Sehr gut möglich, dass der Komponist, der nach Vollendung des Werks noch 15 Jahre lebte, mit ihm einen Schlusspunkt setzte. Mozart wollte mit seiner D- Dur-Sonate vermutlich eine Sammlung von Klaviersonaten für die Prinzessin Friederike von Preußen beginnen. Das Stück wirkt in der gelungenen Verbindung aus galantem und polyfonem Stil leicht und heiter – und hält doch für den Pianisten einige Herausforderungen bereit.

Ganz im Zeichen des Abschieds stehend wird von Pianisten wie Wissenschaftlern dagegen Beethovens op. 111 interpretiert. Die zweisätzig gebliebene Sonate, die fünf Jahre vor dem Tod des Komponisten entstand, gilt als Beethovens pianistisches Testament und erhielt in Thomas Manns Doktor Faustus ein literarisches Denkmal. Dies- und Jenseitiges vereint Schubert in seiner B-Dur-Sonate: tröstliche Abgeklärtheit, drohendes Grollen, tänzerische Fröhlichkeit und schluchzende Trauer – all diese Stimmungen beschwört Schubert in diesem Werk, ehe er zwei Monate später stirbt.

Über die Musik

Letzte Sonaten – offene Fragen

Haydn – Beethoven – Mozart – Schubert

Die Klaviersonaten KV 576 von Mozart, op. 111 von Beethoven und D 960 von Schubert sind in der Tat die letzten, mit denen die drei Großmeister des Tasteninstruments diese Gattung bereichert haben. Nur der älteste, Haydn, ließ offen, ob seine Sonate Hob Es-Dur XVI:52 für das Pianoforte als die allerletzte oder vielleicht »nur« die drittletzte in seinem Œuvre zu zählen sei. Sie war jedenfalls eine von drei als Trilogie angelegten »Englischen Sonaten« und die letzte, die im Druck erschien. Ebenso als triadischen Komplex verstand Beethoven seine letzten (»in einem Zuge niedergeschriebenen«) Sonaten in E-Dur, in As-Dur und in c-Moll. Und wie sein großes Leitbild Beethoven, so hielt es auch Schubert mit der Dreifaltigkeit: Die Sonaten c-Moll, A-Dur und B-Dur sind als Zyklus komponiert, thematische Anspielungen und strukturelle Analogien über die Opusgrenzen hinweg machen das deutlich. Mozart hingegen plante eine Gruppe von nicht weniger als sechs (»leichten«) Klaviersonaten, er wollte sie alle der Prinzessin Friederike von Preußen widmen, der Tochter des Königs Friedrich Wilhelm II. Sollte KV 576 eine dieser Sonaten sein, so scheint es, als hätte Mozart sich auf diese eine ultimative Zueignung beschränkt.

Haydn und Mozart folgten dem dreiteiligen Satzschema schnell – langsam – schnell. Beethovens letzte Aussage zur Gattung Klaviersonate beschränkte sich auf zwei Sätze, als wollte er unter das Genre einen Schlusspunkt setzen, der weder ein Zurück noch ein Weitergehen zulässt. Schubert beschwor in den letzten Monaten seines Lebens musikalische Ewigkeiten, die nicht nur »himmlische Längen« (wie Schumann sie im Werk des Kollegen heraushörte) kennen, sondern auch Turbulenzen und Todesängste. Seine letzten drei Sonaten nehmen dafür einen Raum von jeweils vier Sätzen in Anspruch, wobei es dem Pianisten überlassen bleibt, durch Beachtung der Wiederholungsvorschriften den Notentext auch in eine erdenfern epische Unbegrenztheit zu überführen. Eine vergleichende »Bewertung« aller vier Komponisten sub specie der Rezeptionsgeschichte scheitert an dem Umstand, dass vor dem ins Titanische überhöhten Nimbus Beethovens die älteren Meister Haydn und Mozart auf den weniger entwickelten Status des »Vorläufertums« zurückgestuft wurden, während Schuberts letzte Werke überhaupt erst lange nach seinem Tod entdeckt wurden und die Musikwelt viel Zeit benötigte, um für ein Verständnis seiner Sonatensprache bereit zu sein.

Joseph Haydn: Drei Sonaten für Teresa Jansen

»A new grand Sonata for the Pianoforte composed expressly for Mrs. Bartolozzi by Haydn« [ eigens für Mrs. Bartoluzzi komponiert von Haydn], diese Widmung stand auf der Titelseite des (1799 erschienenen) Londoner Erstdrucks der Es-Dur-Sonate. Auch die beiden anderen »Englischen Sonaten«, dazu drei seiner Klaviertrios hat Haydn ihr zugeeignet. Die aus Deutschland gebürtige Teresa Jansen, eine Lieblingsschülerin von Clementi, die später den vermögenden Kunsthändler Gaetano Bartolozzi heiratete, war um 1800 eine Berühmtheit unter den Klaviervirtuosen Englands. Johann Peter Salomon hatte sie 1791 zur ersten Serie der von ihm in London veranstalteten Haydn-Konzerte eingeladen, Teresa Jansen und Haydn schlossen gleich Freundschaft, letzterer wurde Trauzeuge bei der Eheschließung des Paars Jansen-Bartolozzi. Die »Mrs. Bartolozzi« und ihrer Außerordentlichkeit zugeeignete Es-Dur-Sonate ist alles andere als nur ein Zeugnis konventioneller Wiener Klassizität, sie offenbart eine so innovative wie explosive Natur und lässt ermessen, welche Dimensionen der damals 62-jährige »Klassiker« sprengen konnte, wenn er auf eine kongeniale Partnerin traf. Die Sonate bricht so mutwillig wie wohlgemut mit sakrosankten Kompositionsregeln. Formale Vorgaben wie »Sonatenhauptsatz« überspielt Haydn souverän mit Grenzüberschreitungen in Richtung des freien Fantasierens, der Improvisation, der ornamentalen Auszierung und Chromatik. Gleich im ersten Satz trachtet er danach (Mozart nicht unähnlich), von der Grundtonart wegzukommen und entlegene harmonische Bereiche aufzusuchen. Ein G-Dur-Akkord lässt eine Auflösung nach C-Dur erwarten, aber die Ahnung wird betrogen: Von der (latent immer noch verbindlichen) Tonika Es-Dur riskiert Haydn ungeniert einen (»neapolitanischen«) Halbtonschritt hinüber nach E-Dur. Zu jener Zeit ein unerhörter Rutsch in eine Tonalität, die allen Konventionen und Regeln widersprach. Wie um zu bestätigen, dass dies durchaus kein »Kunstfehler« war, beginnt (und endet) der langsame Satz wieder im »verschrägten« E-Dur, mit einem unerwartet düsteren Mittelstück in e-Moll. Die (eigentlich obligate) Rückkehr nach Es-Dur ist dann im Finale ein Sprung, der wie eine Überraschung wirkt. Hier, in einem Satz, der geradezu die Opulenz eines Orchesters suggeriert, zieht Haydn alle Register seiner Virtuosität, fordert die technischen Reserven einer Teresa Jansen, ja eines jeden Pianisten bis an die Grenzen heraus. Nach den drei »Englischen Sonaten« hat Haydn keine weitere mehr komponiert. Aber als er 1800 die Partitur zu seinem Oratorium Die Schöpfung veröffentlichte, gehörten die Bartolozzis zu den ersten Subskribenten.

Ludwig van Beethoven: Nacht und Transzendenz

Die »Englischen Sonaten« Haydns waren ebenso wenig »Schwanengesänge« wie die drei letzten Klaviersonaten von Beethoven, die in den Jahren 1820 bis 1822 entstanden, parallel zu den Arbeiten an der Missa solemnis. Die Missa war dem Erzherzog Rudolph von Österreich zugedacht, Widmungsträgerin der Sonate c-Moll op. 111 sollte Antonie Brentano werden. Aber da Beethoven mit der Messkomposition in Verzug geriet, tröstete er den Erzherzog vorab auch mit der Dedikation der Sonate. Er war zwar von Krankheiten geplagt, aber weit entfernt von Endzeitstimmung und der Absicht, ein pianistisches Testament in Sonatenform aufzusetzen. Als der Verleger Schlesinger und Beethovens nachmaliger Sekretär Anton Schindler sich über das vermeintliche Fehlen eines dritten Satzes wunderten, gab der Komponist, insgeheim verzweifelt über solche Verständnislosigkeit, ungnädig zur Antwort, dafür sei der zweite Satz umso länger geworden, und zu mehr hätte er ohnehin keine Zeit gehabt. Für ihn war »Sonate« nicht die Ausfüllung einer Hohlform, sondern immer ein Experimentierfeld. Mit Opus 111 hatte er keineswegs den einzigen Fall von Zweisätzigkeit geliefert, und überdies erreichte er mit einem Finalsatz, der aus einer Arietta, fünf Variationen und Coda bestand, den Gipfel von Satzkunst, Metamorphose und konstruktiver Fantasie.

Wie in der Fünften Symphonie stehen sich in den beiden Sätzen von Opus 111 die Tonarten c-Moll und C-Dur gegenüber, getreu dem Motto »Per aspera ad astra«. Aber anders als die Fünfte gibt die wuchtig zerklüftete, pathetische Einleitung zum ersten Satz der Sonate lange Zeit nicht zu erkennen, auf welche Tonart sie sich festlegen will. In einem sich auflichtenden C-Dur steuert das Präludium pianissimo auf das eigentliche Ziel zu: den unerschöpflich erfindungsreichen Variationensatz, der sich aus einer schlichten Kantilene entwickelt, um nach einer virtuellen Grenzenlosigkeit von Abstufungen in einem Bezirk des Ungreifbaren zu verschweben – ob in einem angenommenen Diesseits oder Jenseits, bleibt die offene Frage.

Wolfgang Amadeus Mozart: Jagdsignale aus bedrängter Lebenslage

Die aufsteigende Dreiklangsfanfare in D-Dur, mit der Mozart die letzte der von ihm überlieferten Klaviersonaten eröffnet, hat dem Stück den Beinamen »Jagdsonate« eingetragen. Wenn Mozart in den Jahren um 1789/1790 tatsächlich nach Jagen zumute war, dann kann er nur an die vergebliche Jagd nach dem Glück gedacht haben, und die Musik wird, ohne sich das anmerken zu lassen, zum Singen im nächtlichen Wald. Die akute Geldnot, in der Mozart sich plötzlich befand, mag viele und immer noch ungeklärte Gründe haben. Spielschulden? Ein zu aufwendiger Lebensstil? Lag er in Wien, weil zu »modern«, bereits nicht mehr im kurzlebigen Modetrend? War die Reise nach Berlin, wo er, letztlich erfolglos, Werbung in eigener Sache betreiben wollte, zu kostspielig? Sein Logenbruder Michael Puchberg hatte ihm mehrmals mit hohen Geldbeträgen aus der Klemme geholfen. Der Brief, den Mozart Mitte 1789 an ihn schrieb und wo er von einem Kompositionsauftrag über »6 leichte Klavier=Sonaten für Prinzessin Friederika« und »6 Streichquartetten für den König« spricht, war vielleicht nur eine Beschwichtigung, die eine kommende Kreditwürdigkeit in Aussicht stellen wollte. Die Sonate in D-Dur, die als einzige aus der Unternehmung hervorging, ist eine zu anspruchsvolle Herausforderung, als dass sie sich für die Fertigkeiten einer dilettierenden Prinzessin geeignet hätte. Aus den verheißenen sechs Quartetten für deren Vater, König Friedrich Wilhelm II., einen leidenschaftlichen Cellospieler, wurden dann immerhin drei »Preußische Quartette«. Aber die teure Reise nach Berlin brachte Mozart weder eine Audienz beim König noch einen Auftrag ein, geschweige eine (erhoffte) Anstellung als Hofmusiker.

Indessen ist es bei Mozart kaum möglich, vom Charakter einer Komposition auf begleitende Lebensumstände zu schließen. Hinter der scheinbar unbeschwerten Leichtigkeit der D-Dur-Sonate verbirgt sich ein überaus kompliziertes und schwer berechenbares Beziehungsnetz. Daran haben Satzbau, thematische Verarbeitung, periodische Asymmetrien, kontrapunktische Finessen, subtile Modulationen und waghalsige Verschiebungen der Tonarten – zwischen D-Dur, A-Dur, Fis-Dur und fis-Moll – Hand in Hand ihren Anteil. Mag die Welt ihn auch im Stich gelassen haben – Mozart ist sich sicher, der Primus inter pares zu sein, und beim Komponieren lässt er die Paten Bach und Haydn beifällig lächelnd zuschauen.

Franz Schubert: Am Rand der Ewigkeit

Schuberts Geburtshaus stand in der Wiener Vorstadt Lichtental, in der Straße »Am Himmelpfortgrund«. Der Pforte zum Jenseits muss er sich die 31 Jahre seines Lebens nahe gefühlt haben. Neun seiner Geschwister starben im frühen Alter, drei Brüder und eine Schwester haben Franz überlebt. Lieder, die mit dem Tod zu tun haben und schon im Titel darauf hinweisen (Totenkranz für ein Kind) hat er fortwährend komponiert. Keine nekrophilen Neigungen – aber Blick, Gehör und Gefühl für das Vergängliche müssen ihn begleitet haben, solange er komponierte. Im Lied Der Tod und das Mädchen auf Verse von Matthias Claudius kommt der »wilde Knochenmann« aber nicht als strafendes Schreckensbild, sondern als Spender eines sanften Schlafes, als Freund. 1838 stöberte Robert Schumann im Wiener Haus des Bruders Ferdinand die »große« C-Dur-Symphonie auf, hier, wo Franz zehn Jahre zuvor gestorben war. Offizielle ärztliche Diagnose damals: »Typhus abdominalis«, Bauchtyphus, verursacht durch verunreinigtes Trinkwasser.

»Und ein reines kräft’ges Sein / Lass, o Großer, dann gedeihn«, hatte Schubert in einem Gedicht mit dem Titel Gebet seinem Herrgott zugerufen. Der begnadete Melodienerfinder – ungeeignet für Publizität und Publikumsgetümmel, umso aufgeschlossener für die Seligkeiten geselliger Unternehmungen und produktiver Heurigenräusche. Den ungeliebten Dienst als Lehrergehilfe hat er, den Zorn seines Vaters nicht fürchtend, quittiert und sich für ein freies, an Risiken reiches, von einem stattlichen Freundeskreis mitgetragenes Leben entschieden. Eine zwiespältige Natur. Der Tod droht ihm nicht als ewige Verdammnis, die Tötung durch den Vater ist Erlösung von »meines Lebens Martergang« und Transfiguration zu einem neuen Leben. Wo die Begrenzungen des irdischen Daseins ihm das Ersehnte – Versöhnung und Liebe – verweigern, findet er sie in der Grenzenlosigkeit des Erträumten.

Schubert wird krank. Er sucht Heilung bei Ärzten, im Krankenhaus. Die erhoffte Genesung stellt sich nicht ein, die Symptome einer venerischen Infektion verstärken sich, die Phasen der Euphorie werden kürzer und kürzer, die Hektik der Schaffensräusche nimmt zu. »Ich fühle mich als den unglücklichsten, elendesten Menschen auf der Welt«, schreibt er seinem Freund Leopold Kupelwieser. »Denk dir einen Menschen, dessen Gesundheit nie mehr richtig werden will. Jede Nacht, wenn ich schlafen geh, hoff ich nicht mehr zu erwachen, und jeder Morgen kündet mir nur den gestrigen Gram.«

Die schöpferische Energie des Lebensfinales ist doppeldeutig. Hinter den scheinbar weltfernen, schier unermesslichen Sphären des Beginns der B-Dur-Sonate grollt ominös der Donner – dasselbe drohende Menetekel, das sich kurz vorher schon in der Es-Dur-Messe vernehmen ließ. Das folgende Andante will dem Schritt der Zeit Einhalt gebieten, es scheint, als ließe Schwager Chronos sich zum Stillstand überreden. Der dritte Satz täuscht ein unproblematisches Scherzo vor, aber unberechenbare Tonartenwechsel, eine vergebliche Suche nach der harmonischen Basis B-Dur, ein Konflikt zwischen beharrlichem Walzerrhythmus und einer stockenden Melodie sind Anzeichen, dass hier etwas nicht geheuer ist. Das Finale versucht im Widerspruch zu allen unerwarteten Eruptionen so zu tun, als sei alles wieder gut. Der Schein trügt: Doppeldeutig war schon das dynamische Vortragszeichen unter dem Schluss-Akkord der C-Dur-Symphonie. Ist der dort unterlegte Akzent als bekräftigendes Ja und Amen gemeint oder als Decrescendo, als ein Signum des Verstummens und Ersterbens? Und dann die Schluss-Takte des Sonaten-Finales: Sind sie ein turbulenter Kehraus oder ein überstürzter Rettungssprung ins Nichts? Schuberts letzte abgeschlossene Arbeit: Er vollendete die Sonate B-Dur im September, am 19. November 1828 starb er im Haus seines Bruders Ferdinand.

Karl Dietrich Gräwe

Biografie

Sir András Schiff, 1953 in Budapest geboren, erhielt mit fünf Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Als Schüler von Pál Kadosa, György Kurtág und Ferenc Rados studierte er an der Liszt-Akademie in Budapest, später bei George Malcolm in London. Seine internationale Karriere begann 1974 mit dem Ersten Preis beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb. Einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit bilden Solo-Rezitals, insbesondere Konzertzyklen mit den Klavierwerken von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók. András Schiff tritt weltweit mit renommierten Orchestern und Dirigenten auf. Als Solist und Dirigent zugleich arbeitet er vor allem mit seinem eigenen Kammerorchester Cappella Andrea Barca zusammen, das er 1999 für eine Gesamtaufführung der mozartschen Klavierkonzerte ins Leben rief. Von früher Jugend an ein leidenschaftlicher Kammermusiker, war András Schiff 1995 an der Gründung der Pfingstkonzerte in der Kartause Ittingen (Schweiz) beteiligt; seit 1998 ist er Leiter der Konzertreihe Omaggio a Palladio im Teatro Olimpico von Vicenza.
Für seine künstlerische Arbeit wurde der Pianist vielfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter die Medaille der Wigmore Hall für sein 30-jähriges musikalisches Wirken am Hause (2008), die Goldene Mozart-Medaille der Internationalen Stiftung Mozarteum (2012) sowie die Goldmedaille der Royal Philharmonic Society (2013). Schiff ist Ehrenmitglied des Bonner Beethovenhauses und des Wiener Konzerthauses sowie Ehrendoktor der University of Leeds. 2012 wurde dem Künstler das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland verliehen; im Juni 2014 wurde er von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben.
Seit 1989 gastiert der Pianist regelmäßig bei den Berliner Philharmonikern; in der Saison 2007/2008 war er der Stiftung als Pianist in Residence verbunden. In den vergangenen Spielzeiten gestaltete er verschiedene Soloabende und Kammerkonzerte – etwa in den Reihen Schiff spielt Bach oder Schiff & Friends. Im Januar und Februar 2015 war er mit den ersten beiden Teilen des Zyklus Letzte Sonatenim Kammermusiksaal zu Gast.

András Schiff

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