Berliner Philharmoniker

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Kammermusik

Matthias Goerne und Piotr Anderszewski

Beide sind Meister ihrer Zunft: der auf der Opernbühne brillierende Bariton Matthias Goerne und der polnische Pianist Piotr Anderszewski. In der Reihe »Umsungen – die Welt der Vokalmusik« treten sie gemeinsam auf, um einen der bedeutendsten Liederzyklen der Romantik zu interpretieren: den Liederkreis op. 39, den Robert Schumann inspiriert von seiner geliebten Clara komponierte.

Matthias Goerne Bariton

Piotr Anderszewski Klavier

Robert Schumann

Aus Myrthen op. 25: Nr. 15 Aus den hebräischen Gesängen (»Mein Herz ist schwer«)

Robert Schumann

Aus Sechs Gedichte op. 36: Nr. 5 Dichters Genesung, Nr. 6 Liebesbotschaft

Robert Schumann

Liederkreis op. 39

Robert Schumann

Liederkreis op. 24

Termine und Tickets

Mo, 01. Jun. 2015 20 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 19:00 Uhr

Programm

Im Februar 1840 schrieb Robert Schumann an seine spätere Frau Clara, er habe binnen eines Tages »gegen 27 Seiten Musik niedergeschrieben« – und zwar ausnahmslos Klavierlieder! In einem Schaffensrausch brachte er in den folgenden Monaten mehr als die Hälfte seiner Liedkompositionen zu Papier und bekannte, was es »für eine Seligkeit [sei,] für Gesang zu schreiben«. Neben dem Liederkreis op. 24 nach Gedichten aus Heinrich Heines Buch der Lieder komponierte Schumann im seinem »Liederjahr« 1840 auch die Texte verschiedener Dichter, die er musikalisch in den Myrthen op. 25 verarbeitete, sowie weitere Zyklen wie den Liederkreis op. 39 nach Gedichten von Joseph von Eichendorff oder die erneut auf Heine basierende Dichterliebe op. 48.

Im Zentrum dieses Liederabends der Reihe Umsungen – Die Welt der Vokalmusik steht der von Schumann in späteren Jahren einer Revision unterzogene Liederkreis op. 39; abgerundet wird das Programm durch ausgewählte Lieder des Komponisten. Im Rahmen dieser kleinen »Schumanniade« ist auf dem Podium des Kammermusiksaals der Philharmonie ein Dream- Team zu erleben! Der auf der Opernbühne in Partien von Mozart bis Reimann brillierende Bariton Matthias Goerne gilt seit den Anfängen seiner Karriere auch als einer der wichtigsten Liedinterpreten unserer Tage. Sein musikalischer Partner am Klavier ist der polnische Pianist Piotr Anderszewski, dessen Schumann-Album von der Kritik als »einer der spannendsten und anspruchsvollsten« Beiträge zum Schumann-Jubiläum des Jahres 2010 gefeiert wurde.

Über die Musik

Hast ein Reh du lieb vor andern …

Schumann hatte eins – und außerdem drei Lieblingsdichter

Robert Schumann trifft Heinrich Heine

Rotierte der Parnass, zitterten die Harfensaiten des Orpheus, als Heinrich Heine und Robert Schumann aufeinander trafen? Keineswegs. In München blieb an jenem 8. Mai 1828 keine einzige Uhr stehen, und die grüne Isar sprudelte ungebremst nach Norden, woher die beiden Fremden gekommen waren. Wie hätte es auch anders sein können! Der Dichter und der Komponist, die später weltweit Deutschlands Romantik personifizieren sollten, waren der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Heine arbeitete seit November 1827 als Redakteur in München und wartete auf einen Ruf an die Universität, der nie erfolgte. Ebenfalls seit einem halben Jahr lag sein Buch der Lieder im Druck vor, das Robert Schumann, Sohn eines Schriftstellers und Verlegers, natürlich kannte. Der junge Musiker hatte gerade die Schule sehr erfolgreich abgeschlossen und befand sich auf einer »Mulusreise« durch Süddeutschland, die freilich mit der Pferdekutsche und nicht mit dem Maultier vonstattenging. Er fürchtete sich ein wenig vor dem Zynismus und der Bitterkeit des Poeten, wie sie ihm aus dessen Schriften ansprangen, wurde aber angenehm überrascht.

Heine empfing den 13 Jahre jüngeren Besucher äußerst freundlich, führte ihn durch München und sorgte mit seinen skurrilen Einfällen für viel Heiterkeit. Schumann notierte im Tagebuch: »Einkauf – Geschmackssache – Heine – geistreiche Unterhaltung – ironisches Männchen – liebenswürdige Verstellung – Gang mit ihm auf die Leuchtenbergische Gallerie – der Sessel Napoleons – die Grazien des Canova nicht edel genug – Magdalena schön – Billard – Table d’hote.« Man trennte sich in der Überzeugung, irgendwann einander wiederzusehen. Aber Schumann bekam künftig nur noch Heines Bücher zu Gesicht und Heine nur noch Schumanns Aufsätze über Musik.

Liederkreis op. 24

Der Liederkreis op. 24, neun Gedicht-Vertonungen aus Heines Sammlung Junge Leiden, entstand 1840, in jenem legendären »Liederjahr«, das weitere 130 Gesänge hervorbrachte, mehr als die Hälfte der gesamten lyrischen Produktion Schumanns. Die offizielle Widmungsträgerin des Liederkreises ist die Mezzosopranistin Pauline García, die heimliche aber Clara Wieck. »Ohne solche Braut kann man keine solche Musik machen«, bekannte der Komponist. Jahrelang hatte er gegen Claras Vater kämpfen müssen, um die junge Pianistin heiraten zu können, und die Spuren dieses Kampfes, die immer wieder aufbrechende Enttäuschung und Verzweiflung, prägten Schumanns Liedschaffen von Grund auf. Die ausgewählten Heine-Gedichte thematisieren diese Erfahrungen auf geradezu exaltiert morbide Weise: Da wird der Herzschlag mit einem Zimmermann verglichen, der an einem Sarg zimmert; der abgewiesene Liebhaber wandert, dem Wahnsinn nahe, seinem kühlen Grab entgegen; und der Rhein erinnert an die untreue Geliebte, oberflächlich heiter gleißend, in der Tiefe aber Nacht und Tod bergend. Andere Verse feiern fast naiv die Angebetete und das erhoffte nahe Glück. Melancholie und Überschwang lagen in Schumanns Charakter, und der ebenso schwärmerische wie pessimistische Zeitgeist tat ein Übriges. Heinrich Heine profitierte erheblich von den amourösen Gefühlen und Moden eines biedermeierlichen Publikums, das er zugleich verspottete. Nicht immer verstanden die Leser seine Ironie und seinen Sarkasmus.

Selbst Schumann ist ihm auf den Leim gegangen, als er den Vierzeiler »Anfangs wolltʼ ich fast verzagen« mit choralartigen Harmonien versah: Anfangs wollt ich fast verzagen, / Und ich glaubtʼ ich trügʼ es nie, / Und ich habʼ es doch getragen – / Aber fragt mich nur nicht, wie?« Heine besang hier ein Paar neuer Lackschuhe, das ihm auf einem Ball zu schaffen gemacht hatte; Schumann und ganze Generationen romantischer Musikfreunde hörten aber den Schmerz des verschmähten Liebhabers heraus. Als der Zyklus gedruckt vorlag, ließ der Komponist Heine ein Exemplar zukommen, versehen mit einem freundschaftlichen Hinweis auf ihre Münchener Begegnung. Dieser scheint die Sendung nicht erhalten oder ignoriert zu haben, so dass Schumann den Pianisten Stephen Heller darum bat, noch einmal in Paris nachzufragen. Heller erreichte nichts und schrieb zurück: »Ihre Lieder habe ich noch nicht zu Gesicht bekommen können, ebenso wenig als Heine, der sich auf unerforschlichen Wegen herumtreibt, und überhaupt eine unangenehme rätselhafte Person ist, der man seine Schriften weit vorziehen muss.« Heine wiederum beschwerte sich drei Jahre später, dass man ihm von den vielen Vertonungen seiner Gedichte nie ein Freiexemplar zusandte. Schumann griff nach 1840, als auch der Zyklus Dichterliebe entstand, nur noch selten auf Heine zurück, angeblich wegen abfälliger Äußerungen über Mendelssohn.

Weltschmerz und kindliche Einfachheit: Begegnung mit Lord Byron und Robert Reinick:

Von Lord Byron gab es aus nachvollziehbaren Gründen auch nie einen Dank – er war schon 1824 gestorben. Schumann fühlte sich dem egozentrischen Dichter des Weltschmerzes eng verbunden, las sämtliche seiner Werke und schrieb die Bühnenmusik zum Manfred. Schon im Liederzyklus Myrthen finden sich zwei Lieder nach Byron. »Mein Herz ist schwer« mit seinem aphoristischen Klavierpart und der unendlichen Melodie des Gesangs ist eines seiner kühnsten Lieder. Die von Schumann mehrfach verwendeten Gedichte Robert Reinicks, der hauptberuflich Maler war, gehören einer Sphäre kindlicher Einfachheit an. Dichters Genesung zumindest verrät den doppelten Boden der Romantik, wenn die Elfenkönigin, der zu begegnen den baldigen Tod bedeutet, ausruft: »Nur im Mondenschein ist Leben allein! Nur im Träumen zu schweben, ein ewiges Sein!« Der Komponist verbesserte die unbeholfenen Zeilen Reinicks vielfach und erfand dazu eine leicht moritatenhafte Musik. Die Liebesbotschaft ist ganz konkret an Schumanns Braut gerichtet, die wenig später die volkstümliche Melodie in ihrem Liederzyklus op. 13 zitieren wird. Robert Reinick gehörte später zu dem Dresdner Künstlerkreis um Richard Wagner und Ferdinand Hiller, in dem auch Schumann regelmäßig verkehrte. Er hatte noch öfter mit Reinick zu tun, der ihm ein unsagbar triviales Libretto zur Oper Genoveva vorlegte. Es ist nicht bekannt, ob sich der dichtende Dilettant je bei dem Tonschöpfer für die unverdiente Unsterblichkeit bedankte. Von den über 60 Autoren, deren Werke Deutschlands größter romantischer Komponist in Musik setzte, sahen sich überhaupt nur zwei zu einer Reaktion veranlasst. Der erste war Friedrich Rückert: Schumann hatte 1840 auch einige seiner Verse in dem Zyklus Myrthen berücksichtigt und dann das seiner Frau Clara gewidmete Werk dem Dichter gesandt. Dieser antwortete prompt und wie es sich gehörte mit einem Gedicht, das in die etwas holprigen Zeilen mündete: »Nehmt meinen Dank, / wenn auch die Welt, / wie mir einst, ihren vorenthält.«

Joseph von Eichendorff: Lichtblick in Wien

Weitaus mehr dürfte Schumann ein anderer Dank gefreut und befriedigt haben, wahrscheinlich sogar beglückt. Er kam aus dem Munde Joseph von Eichendorffs. Diesem war es 1844 endlich gelungen, sich aus dem verhassten preußischen Staatsdienst zu lösen und Berlin zu verlassen. Von 1846 bis zum Sommer 1847 lebte er mit seiner Familie in Wien, betrieb historische und literaturgeschichtliche Studien, versammelte häufig einen Freundeskreis um sich, zu dem denkbar unterschiedliche Gestalten wie Franz Grillparzer, Adalbert Stifter und Ferdinand Raimund zählten. Robert und Clara Schumann weilten zur selben Zeit in Wien. Der Aufenthalt verlief nicht besonders erfolgreich, Claras Auftritte als Pianistin endeten in einem finanziellen Debakel. Für einen der wenigen Lichtblicke sorgte Eichendorff. Eine nähere Beziehung konnte bei den drei Begegnungen jedoch nicht aufgebaut werden. Die Schumanns luden zur Abschiedsmatinee am 15. Januar 1847 eine interessante Gesellschaft in ihre Wohnung ein. Grillparzer gefiel durch abfällige Bemerkungen über Wien, Stifter erfreute durch seinen Dialekt und seine unpoetische Korpulenz weniger, Eichendorff kam selten zu Wort. Er hatte seine Kinder mitgebracht und gab sich alle Mühe, ungestört einigen Stücken aus dem Liederkreis op. 39 zu lauschen. Danach vertraute er Clara an, erst diese Vertonungen hätten seinen Liedern Leben gegeben. Für Robert Schumann lag darin das größtmögliche Kompliment. Noch in seinem letzten Brief an Bettina von Arnim, geschrieben 1855 aus der Nervenheilanstalt Endenich, sollte er sich an diese Begegnung mit Eichendorff erinnern.

Liederkreis op. 39

Gibt es eine Vertonung, auf die das Wort »kongenial« mit gleichem Recht anzuwenden wäre wie auf den Eichendorff-Zyklus op. 39? Auf Schubert Winterreise wohl kaum, ist doch deren Textvorlage schwerlich genial zu nennen – wie sollte dann die Musik kon-genial sein! Gleiches gilt für die Zyklen von Hugo Wolf und Gustav Mahler. Allein Johannes Brahms (Vier ernste Gesänge), Othmar Schoeck (Elegie) und Richard Strauss (Vier letzte Lieder) konnten sich auf eine annähernd ähnliche Höhe schwingen wie Schumann, dem ansonsten alle anderen Zyklen zu verdanken sind, die aus Wort und Ton vollkommene Symbiosen schaffen: der Liederkreis op. 24 und vor allem die Dichterliebe op. 48 nach Heines Buch der Lieder. Auch deswegen betrachten wir Robert Schumann – und nicht etwa seinen Widersacher Richard Wagner – als den größten Romantiker der deutschen Musik.

Die zwölf Gesänge des Liederkreises op. 39 entstanden 1840 in Leipzig, wo Robert und Clara im Vorgefühl ihrer baldigen Eheschließung einander täglich alte und neue Kompositionen vorspielten. Mondnacht in der Mitte des Zyklus und das abschließende Lied Frühlingsnacht wurden stets als besonders persönliche Liebesbekundungen gedeutet. In der ungefährdeten, ja trunkenen Gewissheit ihres Glücks sprengen sie unüberhörbar den Rahmen der romantischen Ambivalenz, die fast alle übrigen Gedichte kennzeichnet. Denn gewiss ist in jenen nur die Ungewissheit und real nur die Irrealität. Dieser mystische Zug kommt in einem gespenstisch ausgedünnten Klaviersatz zur Geltung, in gelegentlich verwendeten Kirchentonarten und in einem Überwiegen melancholischer, meist leise reflektierter Stimmungen. Nicht die von Liebe erfüllte Gegenwart wird thematisiert, sondern die längst vergangene Liebe – oder die visionär erschaute, erhoffte. Viele der Gedichte sind Eichendorffs Roman Ahnung und Gegenwart entnommen. Um diese Aspekte von Verlassensein und Zeitlosigkeit noch hervorzuheben, tauschte Schumann in der zweiten Druckausgabe das Eröffnungsstück aus; nicht mehr Der frohe Wandersmann eröffnet seitdem den Kreis, sondern das todtraurige In der Fremde. »Der Zyklus ist mein Romantischstes«, äußerte sein Schöpfer einmal über Opus 39. Er meinte nicht sein schwärmerischstes, sondern sein wahrhaftigstes Werk, das alle romantische Subjektivität zurücklässt und jedem Menschen jeder Kultur und jeder Epoche unmittelbar einleuchtet.

Eine vollständige Aufführung des Liederkreises op. 39 erfolgte zu Schumanns Lebzeiten nicht; erst im Mai 1863 sang Julius Stockhausen den kompletten Zyklus in Hamburg. Stockhausen hatte in Felix Mendelssohn Bartholdy einen prominenten, wiewohl kuriosen Vorgänger. Schumann erinnerte sich gern an die gemeinsam verbrachte Zeit im Jahr 1840 und hielt fest: »Unter den Künstlern kenne ich keinen, der ihm zu vergleichen wäre. Er weiß dies auch von mir und hat mich darum lieb, auch manches meiner Musik. In Berlin verlebten wir einige Stunden am Clavier, die mir unvergesslich sind. Ich habe neuerdings viel für Gesang geschrieben. Das sang er denn alles mit der Clavierbegleitung meiner Braut, dass mir’s ganz selig dabei zumute war.«

Volker Tarnow

Biografie

Matthias Goerne, in Weimar geboren, erhielt seine Ausbildung u. a. bei Hans-Joachim Beyer in Leipzig sowie bei Dietrich Fischer-Dieskau und Elisabeth Schwarzkopf. Der Bariton begeistert als Opern-, Konzert- und Liedsänger gleichermaßen das Publikum in den internationalen Musikmetropolen und Festivalorten. Christoph Eschenbach, Valery Gergiev, Lorin Maazel und Seiji Ozawa sind nur einige der Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitet. Seit seinem Operndebüt bei den Salzburger Festspielen im Jahr 1997 sang Matthias Goerne u. a. am Londoner Royal Opera House, Covent Garden, an der Opéra National de Paris, an der Wiener Staatsoper, dem Teatro Real Madrid, dem Opernhaus Zürich, an der Metropolitan Opera New York, an der Dresdner Semperoper sowie am Opernhaus des Saito Kinen Festivals in Japan. Das Spektrum seiner sorgfältig ausgewählten Rollen reicht von Pizarro (Fidelio), Wolfram (Tannhäuser), Amfortas (Parsifal), Kurwenal (Tristan und Isolde) und Orest (Elektra) bis hin zu den Titelcharakteren in Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg, Paul Hindemiths Mathis der Maler und Alban Bergs Wozzeck. Zu den Partnern der Liederabende Matthias Goernes zählen neben Piotre Anderszewski die Pianisten Pierre-Laurent Aimard, Leif Ove Andsnes und Alfred Brendel. Matthias Goerne, der von der Royal Academy of Music in London zum Ehrenmitglied ernannt wurde, unterrichtete von 2001 bis 2005 als Honorarprofessor für Liedgestaltung an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Bei den Berliner Philharmonikern hat Matthias Goerne seit 1998 bereits mehrfach gastiert; zuletzt im Juni 2014 in drei Konzerten unter der Leitung von Sir Simon Rattle, bei denen Benjamin Brittens War Requiem auf dem Programm stand.

Piotr Anderszewski, 1969 als Sohn polnisch-ungarischer Eltern in Warschau geboren, begann im Alter von sechs Jahren Klavier zu spielen. Sein Studium absolvierte er in Lyon, Straßburg, Warschau und in Südkalifornien; außerdem nahm er an Meisterkursen von Fou Ts’ong, Murray Perahia und Leon Fleisher teil. Internationale Anerkennung fand Piotr Anderszewski bald nach seinem Debüt in der Londoner Wigmore Hall 1991. Er ist seitdem in zahlreichen anderen Musikmetropolen (z. B. in Paris, Wien, Budapest, Sankt Petersburg, New York, Chicago und Tokio) mit Soloprogrammen aufgetreten, hat u. a. bei den Symphonieorchestern von Boston, Chicago und London, den Münchner Philharmonikern, dem Philadelphia Orchestra und dem Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam gastiert und ist als Solist sowie als musikalischer Leiter mit dem Scottish Chamber Orchestra und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen aufgetreten. Piotr Anderszewski wurde im Verlauf seiner Karriere mit mehreren hochkarätigen Preisen ausgezeichnet, zu denen auch der prestigeträchtige Gilmore Artists Award zählt. Der Regisseur Bruno Monsaingeon drehte über ihn drei außergewöhnliche Dokumentarfilme, in denen die besondere Beziehung des Pianisten zu Beethovens Opus 120 sowie zu Robert Schumanns Klavierwerk beleuchtet wird und Gedanken des Künstlers über die Musik, die Konzerttätigkeit und seine polnisch-ungarischen Wurzeln wiedergegeben werden. Anderszewski trat zudem als Kurator und Interpret in einer Reihe von Festivals in Erscheinung, die der Musik Karol Szymanowskis gewidmet waren. In Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker debütierte er Ende November 2004 mit einem Soloabend, bei dem Kompositionen von Bach, Szymanowski und Chopin auf dem Programm standen. Zuletzt gastierte er in den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker Mitte Dezember 2012 im Rahmen eines Klavierabends, bei dem ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach zu hören waren.

Matthias Goerne
Piotr Anderszewski
Umsungen – Die Welt der Vokalmusik

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