Berliner Philharmoniker

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Kammermusik

Jerusalem Quartet

Leidenschaft, Präzision und Wärme sei – so die »Times« – das Erfolgsgeheimnis des Jerusalem Quartet. Das 1993 gegründete Ensemble, das sich nach der Stadt benennt, in der seine Mitglieder während ihres Studiums prägende musikalische Eindrücke empfangen haben, zählt heute zu den weltweit konzertierenden Streichquartetten. Im Rahmen der Konzerte der Stiftung Berliner Philharmoniker gibt es an diesem Abend sein Debüt.

Jerusalem Quartet:

Alexander Pavlovsky Violine

Sergei Bresler Violine

Ori Kam Viola

Kyril Zlotnikov Violoncello

Joseph Haydn

Streichquartett g-Moll op. 74 Nr. 3 Hob. III:74 »Reiterquartett«

Leoš Janáček

Streichquartett Nr. 2 »Intime Briefe«

Bedřich Smetana

Streichquartett Nr. 1 e-Moll »Aus meinem Leben«

Termine und Tickets Einführung eine Stunde vor Konzertbeginn

Di, 20. Jan. 2015 20 Uhr

Kammermusiksaal

15 bis 35 €

Programm

Biografische Züge aufweisende Musik tschechischer Komponisten hat das seit fast zwei Jahrzehnten aus dem internationalen Konzertbetrieb nicht mehr wegzudenkende Jerusalem Quartet auf das Programm seines Konzerts im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie gesetzt. Intime Briefe übertitelte Leoš Janáček sein 1928 entstandenes Streichquartett Nr. 2. In diesem Werk verarbeitete der Komponist kurz vor seinem Tod die unerfüllte Liebe zu einer fast 40 Jahre jüngeren, verheirateten Frau. Ihr verriet Janáček in einem Brief: »Hinter jedem Ton stehst Du, lebendig, heftig, liebevoll.« An einem musikalischen Ausverkauf seiner Sehnsüchte war der Komponist indes nicht interessiert: »Idioten verrate ich meine Gefühle nicht.« Janáčeks musikalische Briefe an die heimliche Geliebte sind, wie der Titel des Werks unmissverständlich belegt, privater Natur.

Ein halbes Jahrhundert zuvor hatte Janáčeks Landsmann Bedřich Smetana seinem Ersten Streichquartett die Überschrift Aus meinem Leben gegeben – und in diesem Werk gänzlich andere Probleme verhandelt. Zwei Jahre waren vergangen, seitdem der Komponist vollständig ertaubt war. Die Selbstmordgedanken, die Smetana seit 1875 hegte, haben sich in seine Musik ebenso eingeschrieben wie der den Komponisten vor dem Verlust seines Gehörs quälende Tinnitus. Und Joseph Haydn? Sein Streichquartett op. 74 Nr. 3 legt Zeugnis von der Karriere eines anpassungsfähigen, sich jedoch nie selbst verratenden Komponisten im Spannungsfeld zwischen spätabsolutistischer und bürgerlicher Musikkultur ab.

Jerusalem Quartet
Von Klassisch bis Zeitgenössisch

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