Berliner Philharmoniker

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Kammermusik

Der philharmonische Salon

Zu Gast im Salon der Madame de Pompadour

Sie zählte als »Reine du Rococo« zu den berühmtesten Frauen ihrer Zeit: Madame de Pompadour. Unter dem Titel »L’Art et l’Amour« widmet sich Götz Teutsch in diesen »Philharmonischen Salons« dem Versailles der Madame de Pompadour – u. a. mit Musik von Jean-Jacques Rousseau, Michel Corrette und Wolfgang Amadeus Mozart. Es spielt das Concerto Melante. Sprecher ist der Schauspieler Gerd Wameling.

Gerd Wameling Sprecher

Concerto Melante auf historischen Instrumenten

Philipp Bohnen Violine

Cordelia Höfer Hammerklavier

Götz Teutsch Programmgestaltung

Madame de Pompadour – L’Art et l’Amour, Versailles um 1764

Musik von Joseph-Hyacinthe Ferrand, Louis-Gabriel Guillemain, Jean-Jacques Rousseau, Michel Corrette und Wolfgang Amadeus Mozart - Texte von Madame de Pompadour, Edmond und Jules de Goncourt, Charles Georges Leroy, Leopold Mozart, Marquise de Créquy, Friedrich Melchior Grimm u. a.

Termine und Tickets

So, 19. Apr. 2015 16 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 15:00 Uhr

So, 26. Apr. 2015 16 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 15:00 Uhr

Programm

Sie zählte als »Reine du Rococo« zu den berühmtesten Frauen ihrer Zeit: Jeanne- Antoinette Poisson, dame Le Normant d’Étiolles, marquise de Pompadour, duchesse de Menars – kurz: Madame de Pompadour, deren Name für Schönheit, Klugheit, Raffinesse und modische Extravaganz steht und der mit einer der glanzvollsten Epochen Europas verknüpft ist. Mit herausragendem Kunstgeschmack, der als »Style Pompadour« in die Kunstgeschichte eingegangen ist, prägte sie ihre Zeit. Denn für die zahlreichen Appartements, Palais und Schlösser wie Versailles, Bellevue, Champs, Crécy, Evreux und Menars (um nur einige zu nennen, die von der Marquise gekauft, eingerichtet und bewohnt wurden) schufen berühmte Maler und Bildhauer unzählige Werke, während andere Hofkünstler für Tapisserien, Möbel und kostbare Bronzen sorgten.

Dank ihrer Intelligenz und ihres Esprits war sie nicht nur Ludwig XV., sondern auch Voltaire anregende Gesellschafterin und wurde zum Mittelpunkt des intellektuellen Lebens in Frankreich, wobei sie nicht zuletzt durch ihren Einfluss auf den König auch die politischen Geschicke Europas entscheidend mitgeprägt hat. Unter dem Titel »L’Art et l’Amour« widmet sich Götz Teutsch in diesen Philharmonischen Salons dem Versailles der Madame de Pompadour – u. a. mit Musik von Laurent- René Ferrand, Louis-Gabriel Guillemain, Jean-Jacques Rousseau, Michel Corrette und Wolfgang Amadeus Mozart. Es spielt das Concerto Melante. Gerd Wameling liest Texte von Madame de Pompadour, Edmond und Jules de Goncourt, Charles-Georges Leroy, Leopold Mozart, Johann Wolfgang von Goethe und anderen.

Über die Musik

Lebensform, Künste und Wissenschaften in engstem Wechselverhältnis

Der Salon der Marquise de Pompadour

Bedrohlich blitzt die Schere in der Hand der Schicksalsgöttin. Nur eine kleine Handbewegung ihrerseits – und der verschlungen daliegende Lebensfaden, der von Klotho gesponnen, von ihrer Schwester Lachesis bemessen wurde, wird von Atropos durchtrennt. Die Allegorie der Medizin versucht, die entschlossen blickende Atropos an dieser kleinen Handbewegung zu hindern. Den Parzen zu Füßen sitzen fünf flehende Gestalten, sie bitten händeringend um Aufschub beim Durchtrennen des Lebensfadens. Diese Gestalten sind unverkennbar als Allegorien der Künste zu erkennen – Malerei, Skulptur, Architektur, Musik und Theater –, sie flehen eindringlich um das Leben ihrer Förderin: »Die verzweifelten Künste wenden sich an das Schicksal, damit ihnen Madame de Pompadour erhalten bleibe, von der sie in der Tat protegiert worden sind«, so Denis Diderot, der französische Philosoph, Dramatiker und Enzyklopädist. Was war geschehen?

Der französische Maler Carle van Loo (eigentlich Charles-André van Loo) hatte in den ersten Wochen des Jahres 1764 ein Bild zu malen begonnen, das den Titel Die Künste bitten flehend das Schicksal, das Leben der Madame de Pompadour zu schonen tragen sollte. Für das Thema gab es einen sehr konkreten Anlass: Jeanne-Antoinette de Pompadour war im Februar 1764 schwer an Lungenentzündung erkrankt und aus Versailles in das besser beheizbare Schloss Choisy gebracht worden. Als sich ihr Gesundheitszustand langsam verbesserte, nahm Loo das die Genesung seiner Förderin feiernde Gemälde in Angriff. In den (bis heute) leeren Mittelraum des Gemäldes sollte ein Gedicht von Charles-Simon Favart eingefügt werden, das mit Anspielungen an die Sonnenfinsternis vom 1. April 1764 aufwartet:
»Vom ersten April 1764.
Die Sonne ist krank
Doch das ist flüchtig nur
Die eine wie die andere wird geheilt.
Der gute Gott, der unsere Wünsche,
unsere Liebe unterstützt,
damit die Welt glücklich sei,
Hat uns das Licht zurückgegeben,
Und auch die Pompadour.«

Doch die Schere der Schicksalsgöttin schnappte zu: Nach ihrer Rückkehr nach Versailles verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Madame de Pompadour rapide, und nur zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis, am 15. April 1764, starb sie. Das Gemälde blieb unvollendet, und ist doch gerade deshalb eine sprechende Momentaufnahme: Es stellt eine Frau ins Zentrum, um deren Leben gerade die von ihr geförderten Künste bitten. Auch Diderot, der van Loos Gemälde ausführlich beschrieben hat, hätte guten Grund gehabt, sich in die Gruppe der Bittenden einzureihen, wurde doch auch die von ihm und Jean-Baptiste le Rond d’Alembert herausgegebene und seit 1751 erscheinende Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers maßgeblich von Madame de Pompadour gefördert. Stattdessen aber übte Diderot im gleichen Atemzug scharfe Kritik an der Pompadour: »Die Nation wäre überaus glücklich, wenn sie sich darauf beschränkt hätte, dem Herrscher in angenehmer Weise die Zeit zu vertreiben und bei Künstlern Gemälde und Statuen zu bestellen!« In diesem bissigen Kommentar freilich sind die drei Lebens- und Handlungsspielräume der Marquise de Pompadour schlaglichtartig benannt, die sie zu einer der wichtigsten wie umstrittensten Personen am Hof Ludwigs XV. machten: ihr Leben als Mätresse, als Förderin von Künsten und Wissenschaften und als politische Person.

Jeanne-Antoinette Poisson wurde in bürgerlichen Verhältnissen geboren, eine Herkunft, für die sie zeitlebens als »sous-fermière« bespottet wurde. 1741 stieg sie durch ihre Heirat mit dem Bankier Charles-Guillaume Lenormant d’Étioles gesellschaftlich auf, und bereits in dieser Zeit erregte sie Erstaunen durch ihre Musikalität und ihr ebenso kunstsinniges wie tatkräftiges Engagement: »Ich lernte eine wunderschöne Frau kennen«, so der Historiker und politische Berater Charles-Jean-François Hénault 1742, »die sich perfekt in der Musik auskennt. Sie singt mit größtmöglicher Leichtigkeit und Geschmack, kennt hundert Chansons und spielt Theater im Hause Étioles, einem Theater, das mindestens so schön ist wie die Oper, mit Theatermaschinerie und Bühnenausstattung.« Wenige Jahre nach ihrer Heirat, 1745, wurde sie offizielle Mätresse (maîtresse en titre) von Ludwig XV. In dieser Rolle war es ihr nun in großem Stil möglich, sich für und in den Wissenschaften und Künsten zu engagieren. Ihr eigenes Handeln stand dabei immer auch unter dem aufklärerischen Imperativ, und es war ihr, der »sous-fermière« klar, dass Wissen, Intellekt und künstlerisches Können Voraussetzung für den Anspruch auf Teilhabe an der höfischen Kultur in Versailles darstellte. So nahm sie großen Einfluss auf die Entwicklung von Kunst und Wissenschaften, nahm an den ästhetischen Diskussionen ihrer Zeit – etwa dem Buffonistenstreit – regen Anteil, ließ es sich zugleich aber nicht nehmen, auch in politischen Fragen starke, nicht immer unkritisierte Positionen zu vertreten. Entsprechend setzte sie sich etwa für Frankreichs Bund mit Österreich und damit gegen Großbritannien im Siebenjährigen Krieg 1756 – 1763 ein, jenem Krieg, der die politischen Zeitläufte in Europa wie in den Kolonien grundlegend – in Frankreich nicht zuletzt auf die Revolution zusteuernd – erschütterte.

Schon zu ihren Lebzeiten galt die Marquise de Pompadour als Legende – die Aufregung und Verwunderung, die in Leopold Mozarts Schilderung der Begegnung mit ihr durchscheint, ist nur ein Beispiel von vielen Zeugnissen, die über die enorme Aura der Pompadour Auskunft geben. Nach ihrem Tod überwog – neben der moralischen Empörung über ihr Mätressendasein – ein kitschig bis trivial eingefärbtes Bild, wahlweise abgelöst durch das Bild einer »bürgerlichen Karrieristin« und geschickten politischen Taktiererin. Dass sie sich selbst vor allem als Förderin der Künste und der Wissenschaften verstand, daneben vor allem auch als eine stilsichere Figur in einem Theater der ereignisreichen Ereignislosigkeit, blieb bei der schillernden Farbigkeit jener Trivialbilder vielfach unterbelichtet.

Eine andere Perspektive auf die Pompadour zu richten, gelingt allein mit einem Blick auf die von ihr in Auftrag gegebenen Porträts. François Boucher malte um 1750 mehrere Ganzfigurenportraits der Pompadour, darunter auch jenes berühmt gewordene, anlässlich ihrer Ernennung zur Hofdame der Königin entstandene Porträt von 1756, das sie in aufwändiger, grüner Robe am table d’écrire sitzend zeigt. Wie auch dieses Porträt platzieren noch mindestens zwei weitere Gemälde der Boucher-Serie die schöne Marquise in ihrer Bibliothek: im Hintergrund ein wertvoller Bücherschrank, und an der Seite entweder ein Schreibtisch oder ein besonders wertvolles Musikinstrument, möglicherweise sogar jenes Clavecin, das Leopold Mozart bei ihr sah: ein »Clavessin […], welches ganz vergoldt und ungemein künstlich Laquiert und gemalt ist«. Neben diesen Einrichtungsgegenständen fallen die drapierten Gegenstände am Boden auf: Bücher, Schriftrollen, Skizzen, architektonische Zeichnungen, Briefe, naturwissenschaftliche Gerätschaften – und immer wieder Noten. Die Unordnung der Gegenstände ist selbstverständlich nicht der Nachlässigkeit ihrer Kammerzofe geschuldet, sondern wohlinszeniert. Sie zeugt von der lebhaften Auseinandersetzung der Porträtierten mit diesen Dingen, vom ständigen wie selbstverständlichen Damitumgehen. Damit inszeniert sie sich als Teil einer intellektuell-künstlerischen Zirkels, zu dem auch die von ihr geförderten Künstler und Wissenschaftler gehörten: der Philosophen, Gelehrten und Komponisten Jean-Jacques Rousseau, Voltaire und die Enzyklopädisten Denis Diderot und Jean-Baptiste le Ronde d’Alembert, die Maler François Boucher, Jean-Marc Nattier und François-Hubert Drouais, die Bildhauer Étienne-Maurice Falconet oder Jean-Baptiste Pigalle, der Steingraveur Jacques Guay, der Komponist Michel Corrette, der Komponist und Violinist Louis-Gabriel Guillemain, der 1751 seine Divertissements de symphonies en trio Madame de Pompadour widmete, um nur wenige zu nennen.

Die Vielfalt der Namen ist ebenso frappant wie die Vielfalt der Künste (von der intellektuellen Breite der geförderten Wissenschaftler ganz zu schweigen). Eine Präferenz für eine besondere Kunstform lässt sich kaum ablesen – eine solche hätte wohl auch der Grundüberzeugung der Pompadour widersprochen, dass nämlich alle Künste im Einklang miteinander stehen. So interessierte sie sich ebenso für die Architektur wie für die Steinschneidekunst, für die Skulptur wie für die Malerei, für Gold- und Silberschmiedearbeiten, für Tapisserien, Möbel und Porzellan, für Druckgrafiken und Stiche, für Musik, Theater und Ballett. Dass sie selbst in vielen dieser Kunstsparten aktiv war – so spielte sie etwa hervorragend Clavecin, sang und trat auch auf der Bühne auf – entsprach ihrem Selbstverständnis, die Künste nicht nur zu rezipieren und zu fördern, sondern sich ihnen aktiv zuzuwenden. Diderots abfälliges Wort über sie, es wäre besser gewesen, sie hätte nur Bilder und Statuen bestellt, reduziert zu Unrecht ihr kulturelles Handeln auf ihre Rolle als finanzkräftige Auftraggeberin von Kunst. Es reduziert außerdem ihren künstlerisch-intellektuellen Horizont, der vom aufklärerischen Denken und dem Interesse an enzyklopädischem Weltwissen bis hin zu allen Formen künstlerischer Verfeinerung reichte.

Wenn daher von der musikalischen Dimension ihrer Aktivitäten am Hof Ludwigs XV. die Rede ist, kann diese nicht losgelöst von den anderen Künsten und von den Wissenschaften gedacht werden. Lebensform, Künste und Wissenschaften standen für sie in engstem Wechselverhältnis. Daher war auch das »Wunderkind« Mozart, das noch kurz vor ihrem Tod in Versailles vorspielte, nicht nur musikalisches Ereignis, sondern auch ein staunenswertes, wissenschaftliche Erklärung herausforderndes »Phänomen«. Mozarts unzweifelhaftes Talent konnte hier zwischen (natur)wissenschaftlicher Begründbarkeit und gläubigem Staunen intellektuell verhandelt werden. Vor diesem Hintergrund sind auch die »Experimente« zu verstehen, von denen Friedrich Melchior Grimm berichtet: die Episode mit der über die Klaviatur gelegten Serviette, die spontan ausgesetzte Basslinie eines Menuetts, das Austesten seiner Improvisationskunst. Die Versuche, die mit dem Siebenjährigen gemacht wurden, zielten auf ein wissenschaftliches Verstehen des Phänomens »Wunderkind« ab, auch wenn sich an dieser Stelle das rein staunende Glauben an das göttliche Talent wieder einmischte: »Ich sehe es wahrlich noch kommen, dass dieses Kind mir den Kopf verdreht, wenn ich es noch öfters höre: es macht mir begreiflich, dass es schwer ist, sich vor dem Wahnsinn zu bewahren, wenn man Wunder sieht.«

Dass die Musik im Salon der Pompadour als eine Art Gesamtkunstwerk, zumindest in stilsicherer Übereinstimmung zu allen beteiligten Künsten und mit ausgesuchten Beteiligten stattfand, lässt sich auch an jenen Musiktheaterinszenierungen ablesen, die die Marquise ebenso aufwändig wie umsichtig organisierte und an denen sie zum Teil selbst mitwirkte: Sie gab die Werke in Auftrag, wählte die Sänger und Musiker, Schauspieler und Tänzer, sogar die Instrumente aus, bestimmte den Aufführungsort, überwachte die Proben und die Ausstattung, das Bühnenbild und die Kostüme, wählte selbst die Zuhörer aus. Zu einem solch handverlesenen Personenkreis zählte 1749 dann etwa auch Joseph-Hyacinthe Ferrand, ein Schüler Couperins und Cousin der Marquise de Pompadour. Er wurde von ihr beauftragt, für die Saison 1748/1749 ein Divertissement nouveau zu komponieren, das im Theâtre des Petits Apartemens à Versailles aufgeführt werden sollte – Zélie. Das Titelblatt der Partitur vermerkt diesen Aufführungsort, gewissermaßen das Privattheater der Pompadour, prominent und nicht ohne Hintergedanken (Rameau etwa erhielt nie die Ehre einer Aufführung an diesem exklusiven Ort!): Der Aufführungsraum stand für eben diese von der Marquise geleitete Gesamtkunstanlage, die einzig auf das Vergnügen des Königs ausgerichtet war – und dabei doch so deutlich den exquisiten Geschmack jener Frau zu erkennen gab, die für alle künstlerischen Entscheidungen verantwortlich zeichnete.

Melanie Unseld

Biographie

Das Ensemble Concerto Melantenennt sich nach Georg Philipp Telemann, der seinerzeit das einprägsame, italienisch klingende Pseudonym »Melante« als Anagramm aus den Buchstaben seines Nachnamens bildete. 2008 präsentierte es sich offiziell dem internationalen Musikleben. Doch schon vor diesem Debüt traten die Musiker des Ensembles in den vorangegangenen zehn Jahren gemeinsam im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie auf: Die Geburtsstunde des heutigen Concerto Melante schlug bereits 1998 in der Konzertreihe »Mitglieder und Gäste der Berliner Philharmoniker auf historischen Instrumenten«. Die Musiker der Gruppe gehören zum Teil den Berliner Philharmonikern, zum Teil Ensembles der Alten Musik an – einige von ihnen spielen seit Jahren bei den Berliner Barock Solisten. Concerto Melante variiert in seinen Besetzungen von vier bis zwölf Musikern und versteht sich als Ergänzung zu den Berliner Barock Solisten, als Bereicherung und Alternative, indem es sich in Fragen des Repertoires, durch die (kleinere) Besetzung und die Wahl ausschließlich historischer Instrumente von diesem unterscheidet. Concerto Melantearbeitete bisher mit Künstlern wie Christine Schäfer, Christiane Oelze, Anne Sofie von Otter, Dorothee Mields, Philippe Jaroussky, Peter Kooij, Hille Perl, Reinhold Friedrich sowie Dorothee Oberlinger zusammen. Mit Reinhard Goebel, dem langjährigen Leiter der Musica Antiqua Köln, ist das Ensemble seit vielen Jahren im Hinblick auf die Programmplanung eng verbunden.

Gerd Wameling, in Paderborn geboren, wirkte schon beim ersten Philharmonischen Salon im November 2000 mit und war seither an mehreren weiteren Folgen beteiligt, zuletzt in der Soirée bei Franz Liszt im Oktober 2011. Der Absolvent der Folkwang-Hochschule in Essen erhielt sein erstes Engagement 1972 beim Frankfurter Theater am Turm und gehörte von 1974 an für knapp 20 Jahre zum Ensemble der Berliner Schaubühne. Seit 1992 arbeitet er frei für Bühne, Film und Fernsehen; dabei hat er mit Regisseuren wie Matthias Glasner, Margarethe von Trotta, Dieter Wedel und Wim Wenders zusammengearbeitet. 1993 und 1994 trat er bei den Salzburger Festspielen auf. Zu seinen größten Erfolgen zählt die Rolle des Serge in Yasmina Rezas Komödie Kunst. Einem breiten Publikum ist der Adolf-Grimme-Preisträger (1993) überdies durch seine zahlreichen Fernsehauftritte (z. B. als Staatsanwalt Dr. Fried in der Serie Wolffs Revier) bekannt. Auch als Sprecher von Hörbüchern ist der Schauspieler aktiv; so hat er den Roman Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewski aufgenommen, aber auch Kinderbücher und Krimis. Gerd Wameling lehrt seit vielen Jahren das Fach Schauspiel an der Universität »Mozarteum« in Salzburg sowie an der Universität der Künste in Berlin, die ihn 2005 auf eine Professur an der Fakultät Darstellende Kunst berief. Auch seine Inszenierungen für das UdK-eigene Theater UNI.T finden immer wieder eine begeisterte Aufnahme beim Publikum.

Cordelia Höfer wurde in München geboren. Ihr Klavierstudium absolvierte sie mit höchsten Auszeichnungen an den Hochschulen in Salzburg (bei Hans Leygraf) und in München (bei Klaus Schilde). In Salzburg studierte sie auch die Fächer Dirigieren und Kammermusik. Wichtige Lehrer waren Wilhelm Kempff, Tatjana Nikolajewa und Elisabeth Leonskaja. Eine umfangreiche Konzerttätigkeit führt Cordelia Höfer seit dem 15. Lebensjahr als Solistin und Kammermusikerin durch viele europäische Länder, die USA, Japan und Korea. Hierbei hat sie mit Sängerinnen wie Christine Schäfer, Juliane Banse und Anna Prohaska zusammengearbeitet. Im Rahmen ihrer langjährigen Unterrichtstätigkeit an der Universität »Mozarteum« in Salzburg war bzw. ist sie Künstlerkollegen wie Sándor Végh, Heinrich Schiff und Nikolaus Harnoncourt in intensiver Zusammenarbeit verbunden. 2002 wurde sie am »Mozarteum« auf eine Professur für Klavier und Kammermusik berufen. Cordelia Höfer tritt seit vielen Jahren regelmäßig in den Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker, insbesondere in den Philharmonischen Salons, auf.

Götz Teutsch stammt aus Hermannstadt (Sibiu) in Siebenbürgen, Rumänien. Er wurde zunächst in Bukarest von Radu Aldulescu ausgebildet und setzte sein Violoncello-Studium nach der Ausreise aus Rumänien 1968 bei Enrico Mainardi und Karl Richter fort. Zudem hat er sich eingehend mit der Aufführungspraxis Alter Musik befasst sowie Viola da gamba studiert. Den Berliner Philharmonikern gehörte Götz Teutsch von 1970 bis 2006 an, davon zwei Jahrzehnte als Solo-Cellist unter den Chefdirigenten Herbert von Karajan und Claudio Abbado; als Konzertsolist des Orchesters war er u. a. mit Cellokonzerten von Monn/Schönberg und Schostakowitsch zu erleben. Götz Teutsch, der als Kammermusiker und Solist weltweit auftritt, zählt zu den Gründungsmitgliedern der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker. Im November 2000 gestaltete der Literaturliebhaber den ersten Philharmonischen Salon. Diese Idee entwickelte sich schnell zu einer höchst erfolgreichen Reihe, deren letzte Veranstaltungen im Februar 2015 der Konzertdirektion Hermann und Louise Wolff gewidmet waren.

Gerd Wameling
Concerto Melante

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