Berliner Philharmoniker

Saison 2014/2015

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Originalklang: Eine Reise durch die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts

Mit ihrem Programm »Morte della ragione« gehen Giovanni Antonini und das italienische Originalklang-Ensemble Il Giardino Armonico manieristischen Strömungen in der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts nach: Egal, ob musikalisches Schlachtengetümmel oder Liebesklage, der Affekt macht in diesem Falle die Musik.

Il Giardino Armonico

Giovanni Antonini Dirigent

»La morte della ragione« - Eine Reise durch die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts

Werke von Heinrich Isaac, Josquin Desprez, Clément Janequin, Carlo Farina, Tarquinio Merula, Dario Castello, Giovanni Gabrieli, Girolamo Frescobaldi, Carlo Gesualdo di Venosa, Biagio Marini, Giovanni Pietro del Buono, Matthew Locke, Henry Purcell und Samuel Scheidt

Termine und Tickets Einführung eine Stunde vor Konzertbeginn

Fr, 20. Feb. 2015 20 Uhr

Kammermusiksaal

15 bis 35 €

Programm

La »morte della ragione«, der »Tod der Vernunft «, wird mit der gleichnamigen Pavane eines anonymen Meisters aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verkündet – ein Ende, das für einen kompositorischen Neuanfang steht, bei dem das sinnliche Erleben in den Mittelpunkt rückte. Der hieraus resultierende Bruch mit dem traditionellen Regelkanon, der den Triumph der »affetti« über den strengen Kontrapunkt zur Folge hatte, führte in Anlehnung an die Bildende Kunst und Malerei auch in der Musik zum Manierismus, dessen typische Charakteristika unerwartete Tonartenwechsel, verminderte Intervallsprünge, Kadenzverzerrungen bzw. -verschleierungen sowie unzählige Trugschlüsse sind – kurz: die Ballung wirkungsvollster musikalischer Klangreize auf engstem Raum.

Mit ihrem Programm »Morte della ragione« gehen Giovanni Antonini und das italienische Originalklang-Ensemble Il Giardino Armonico manieristischen Strömungen in der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts nach, wobei zwei »Battaglien« – die von Heinrich Isaac und die von Samuel Scheidt – den musikalischen Rahmen bilden. Zwischen jenen Schlachtenmusiken, zwei von extremen Kontrasten geprägte Stücke voller Chromatismen, in denen homofone und polyfone Abschnitte unterschiedlicher rhythmischer Dichte aneinandergereiht werden, stehen Werke von Josquin Desprez, Tarquinio Merula, Giovanni Gabrieli, Girolamo Frescobaldi, Carlo Gesualdo und anderen – Musik mit derart kühnen harmonischen Rückungen, unvorbereiteten Dissonanzen und nervös-exaltierten Rhythmen, dass man kaum glauben mag, dass die Kompositionen knapp ein halbes Jahrtausend alt sind.

Giovanni Antonini

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