Berliner Philharmoniker

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Berliner Philharmoniker

Donald Runnicles dirigiert ein Konzert »à la française«

Maurice Duruflés Requiem – hier dirigiert von Donald Runnicles – gehört zu jenen geistlichen Werken, die eine Ahnung einer besseren jenseitigen Welt vermitteln. Anklänge an den gregorianischen Choral mischen sich mit flirrenden impressionistischen Farben zu einem zauberisch-ätherischen Ganzen. Französisch und transzendental gibt sich auch das übrige Programm mit Werken von Claude Debussy und Olivier Messiaen.

Berliner Philharmoniker

Donald Runnicles Dirigent

Martina Welschenbach Sopran

Kelley O'Connor Mezzosopran

Noel Bouley Bass-Bariton

Rundfunkchor Berlin

Simon Halsey Einstudierung

Olivier Messiaen

Hymne

Claude Debussy

La Damoiselle élue

Maurice Duruflé

Requiem op. 9

Termine und Tickets

Verkaufshinweise

Di, 10. Mär. 2015 20 Uhr

Philharmonie

Einführung: 19:00 Uhr

Mi, 11. Mär. 2015 20 Uhr

Philharmonie

Einführung: 19:00 Uhr

Do, 12. Mär. 2015 20 Uhr

Philharmonie

Einführung: 19:00 Uhr

im Internet

Programm

Donald Runnicles ist Spezialist für Requiem-Aufführungen. Dieser Eindruck zumindest entsteht, wenn man auf die philharmonischen Konzerte zurückblickt, die der schottische Dirigent seit 2003 geleitet hat: So dirigierte er bereits die Requiem-Vertonungen von Benjamin Britten, Hector Berlioz und Johannes Brahms. Diesmal widmet sich der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin der Totenmesse von Maurice Duruflé. Das Werk ist die bekannteste Schöpfung des französischen Komponisten, der im 20. Jahrhundert zu den großen Organisten seines Landes zählte. Duruflé, ein Schüler von Louis Vierne und Paul Dukas, ließ sich in seinem Requiem von den gregorianischen Weisen der katholischen Liturgie inspirieren, die er teilweise original zitiert und in sehr subtile Klänge hüllt. Auf diese Weise kreierte er eine Vokalkomposition von suggestivem Charakter – archaisch, transzendent, tröstlich. Und eines macht das Werk deutlich: Duruflés Klangsprache wurzelt nicht nur in der Gregorianik, sondern auch im französischen Impressionismus.

Eröffnet wird das Programm mit einem Werk von Duruflés Zeitgenossen und Kollegen Olivier Messiaen: Hymne. Wie Duruflé war auch Messiaen Organist. Kirche, Gottesdienst und Religiosität prägten sein musikalisches Schaffen ebenfalls stark. Die Orchesterkomposition, die zu den frühen Arbeiten Messiaens zählt, besitzt einen sakralen Charakter und zeichnen sich durch eine farbenreiche, atmosphärisch dichte Klangsprache aus. Ein weiteres Frühwerk ist die poetische Kantate La Damoiselle élue von Claude Debussy. Der junge Komponist steht bei diesem Werk zwar noch unter dem Einfluss der Musik Richard Wagners, doch Debussys persönlicher Stil lässt sich bereits deutlich erkennen.

Über die Musik

In paradisum …

Himmelsvisionen von Debussy, Duruflé und Messiaen

Nicht alle Wege führen nach Rom

Sie haben ihn gehasst, aber sie hatten kaum eine Wahl. Eine Bewerbung um den alljährlich ausgelobten »Prix de Rome« war im Frankreich des 19. Jahrhunderts sehr hilfreich, wenn man sich als Komponist Gehör verschaffen wollte. Wer diese höchste Auszeichnung des offiziellen französischen Musiklebens anstrebte, hatte eine Kantate auf einen vorgegebenen, meist spröden Text zu komponieren. Dieser akademischen Pflichtübung – sie musste in drei Wochen Klausurarbeit bewerkstelligt werden und mündete bei Erfolg in einen dreijährigen, stark reglementierten Aufenthalt in der römischen Villa Medici – unterzogen sich viele große Komponisten, von Berlioz über Bizet bis hin zu Dutilleux. Mit welchem »Gespür« die Jury der Pariser Académie des Beaux-Arts dabei bisweilen urteilte, zeigen die Fälle von Paul Dukas (vier Ablehnungen) und Maurice Ravel: Letzterer resignierte nach fünf vergeblichen Anläufen und löste damit zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Skandal aus, dem der allmähliche Niedergang dieser auf Ludwig XIV. zurückgehenden Institution folgte. Den Rest erledigten die Studentenunruhen von 1968: In jenem Jahr war Alain Louvier, ein Schüler Olivier Messiaens, der letzte Komponist überhaupt, der mit dem Rompreis ausgezeichnet wurde.

Claude Debussy: La Damoiselle élue

Auch Claude Debussy geriet in die illustre Gesellschaft derer, die aus Sicht der Jury ihr Metier nicht hinreichend beherrschten. Erst beim dritten Versuch gewann er 1884 mit L’enfant prodigue (Der verlorene Sohn) den Preis, und das Folgewerk La Damoiselle élue (Die auserwählte Jungfrau), das er zum Nachweis seiner künstlerischen Weiterentwicklung einreichen musste, fiel bei den Sittenwächtern der Harmonielehre im Januar 1889 abermals durch: Den 26 Jahre alten Debussy ließ man wissen, seine Musik zeige »immer noch jenen systematischen Hang zu Verschwommenheit in Ausdruck und Form, den die Académie schon früher dem Komponisten vorzuwerfen sich veranlasst sah«. Man kann es den hohen Herren nicht recht verdenken: Schon in den ersten beiden Takten mit ihren »falsch« gesetzten, dabei sehr atmosphärischen Akkordfortschreitungen, müssen sie einen Schrecken bekommen haben, von dem der sieben Takte danach einsetzende Verschnitt des wagnerschen Siegfried-Idylls keine Erholung versprach. Trotz dieses noch unausgegorenen Gemischs sind in der Partitur der Damoiselle viele Merkmale von Debussys unverwechselbarer Sprache ausgeprägt. Das erste Hauptwerk, die Oper Pelléas et Mélisande, liegt in greifbarer Nähe; die Jungfrau und Mélisande erweisen sich bis in Details hinein als Seelenverwandte.

Gleichfalls keine Sympathien erwarb sich Debussy dadurch, dass er den Text für seine Kantate selbst auswählte – und was für einen! The Blessed Damozel stammt aus der Feder des Engländers Dante Gabriel Rossetti (1828 – 1882), der damals vor allem als Maler präraffaelitischer Prägung bekannt war und in den 1870er-Jahren auch ein gleichnamiges Gemälde geschaffen hatte. Das bereits um 1848 entstandene Gedicht war erst 1885 von Gabriel Sarrazin ins Französische übersetzt worden und faszinierte nun Debussy, der mit seiner Neigung zum esoterisch-überspannten Dandytum die Pre-Raphaelite Brotherhood Rossettis nicht weniger bewunderte als die schwindsüchtigen Schönheiten auf dessen Gemälden. Außerdem ließ sich Debussy in der Auslese seiner Texte gerne vom raunend Ungefähren inspirieren, womit der Vorwurf der »Verschwommenheit« auf der Hand lag. Der bemängelte »systematische Hang« dazu kann allerdings auch so gedeutet werden, dass Debussy es eben verstand, daraus eine Musiksprache systematisch abzuleiten.

Symmetrisch entfaltet sich dieses Poème lyrique, ein imaginäres Dramolett aus dem Himmel der Liebenden: Einem dreiteiligen Orchestervorspiel folgen ein Frauenchor und eine Erzählerin (Solo-Mezzosopran) mit der Beschreibung der Jungfrau. Umgeben von sich wiederfindenden Paaren, sehnt diese (Solo-Sopran) den noch irdischen Geliebten herbei – vergebens. Sie weint. Und so, wie sie in immer exquisiteren Tonarten heranschwebte, entschwindet sie nun unserem Ohr, das in tonal gewöhnlichere Gefilde zurückkehrt. Nur der vokalisierende Chor schwebt wie eine Fata Morgana über dem C-Dur-Schlussakkord.

Debussy eignete dieses erste große Werk seines Œuvres dem befreundeten Komponisten Paul Dukas (1865 – 1935) zu. Er ist die »graue Eminenz« des heutigen Abends – als Widmungsträger der Damoiselle und als Lehrer von Maurice Duruflé und Olivier Messiaen, die in seiner Kompositionsklasse am Pariser Conservatoire gemeinsam studierten.

Olivier Messiaen: Hymne

Für Debussy wie für Dukas hegte Messiaen zeitlebens Bewunderung. Auch er hatte mit dem Rompreis seine Erfahrungen gemacht: 1930 und 1931 bewarb er sich erfolglos und komponierte danach, gleichsam als anti-akademisches Gegengift, je eine Tondichtung – die zweite von ihnen erklingt im heutigen Konzert. Hatte die Jury mit Debussy seinerzeit ein weitgehend unbeschriebenes Blatt zurückgewiesen, so erfuhr Messiaen nach seinen beiden Misserfolgen die Solidarität von Publikum und Presse, denn in den frühen 1930er-Jahren war der 1908 Geborene eine Art shooting stardes Pariser Musiklebens. In einer auf symphonische Orgelmusik versessenen Stadt reüssierte er als begnadeter Virtuose, der mit Unterstützung des Altmeisters Charles-Marie Widor an die Cavaillé-Coll-Orgel der Église de la Sainte-Trinité berufen wurde. Dort übte Messiaen das Amt des Titularorganisten 61 Jahre lang bis zu seinem Tod aus.

Auch als angehender Komponist war der junge Mann aus Avignon zur rechten Zeit am rechten Ort: Die Ära des musikalischen Impressionismus war ebenso Vergangenheit wie der Triumph der Ballets russes, und der dominierende Neoklassizismus rief geradezu nach einem Gegengewicht. Die Gruppe La Jeune France, die sich um Messiaen und André Jolivet bildete, setzte der eleganten Leichtigkeit des Groupe des Six um Francis Poulenc und Darius Milhaud eine beschwörend-spirituelle Musik entgegen, die im Falle Messiaens von katholischer Mystik durchglüht war. Bereits mit seinem ersten veröffentlichten Orchesterwerk Les Offrandes oubliées (Die vergessenen Opfergaben) erregte Messiaen 1931 Aufsehen: Diese Méditation symphonique erinnerte eher an ein Alterswerk im Stile von Franz Liszts letzter Tondichtung Von der Wiege bis zum Grabe (1881/1882), war aber gerade in ihrer radikalen Abgeklärtheit neuartig. Gemeinsam mit der Hymne stand sie 1936 auf dem Programm des Gründungskonzerts von La Jeune France.

Die Hymne pour grand orchestre, die auch unter dem Titel Hymne au Saint-Sacrement überliefert ist, entspricht eher dem »Paukenschlag«, den man damals von einem sehr ambitionierten jungen Komponisten erwarten konnte. Hatte Messiaen das Vorgängerwerk noch mit einem gewagten progammatischen Gedicht über Hostie und Kreuz eingeleitet, so gibt sich diese Partitur neutraler, auch wenn ein zeitgenössischer Rezensent wusste: »Die Gegenwart Jesu in der Eucharistie wird darin verherrlicht, der Kampf der Menschheit gegen die Sünde harsch kommentiert und die spirituelle Vereinigung Jesu mit dem Kommunikanten bestätigt. Religiöse Inbrunst, Klarheit und menschliche Gewalt werden mit musikalischen Mitteln kühn und unerschrocken dargestellt.« Und zwar vom ersten Takt an: Die Hymne beginnt mit einem aufrauschenden Cluster, dessen Bewegung mit dem unisono gespielten fallenden Tritonus h-f, dem Leitintervall des Werks, abrupt gestoppt wird. Obwohl sich Messiaen hier noch von Strawinsky beeinflusst zeigt, tritt sein Stil deutlich hervor: Mit der variativen Reihungsform, der freien Metrik und der im Kern tonalen, jedoch hochdissonant angereicherten Harmonik und der stets exaltierten Tongebung (»avec enthousiasme« fordert eine Vortragsbezeichnung schon zu Beginn der Hymne) erscheint dieser in gleißendem H-Dur schließende Geniestreich wie eine Skizze des Lebenswerks von Olivier Messiaen.

Maurice Duruflé: Requiem op. 9

Duruflé steht dem persönlichen Umfeld Messiaens näher als dem Kanon französischer Musik, jedenfalls nach der gängigen Lesart, die einer Linie von Debussy über Messiaen zu Boulez folgt. Der Schweizer Publizist Theo Hirsbrunner (1931 – 2010), renommiert für seine Schriften zur französischen Musik und Biograf der drei letztgenannten Komponisten, erwähnte 1995 in seinem Buch Die Musik in Frankreich im 20. Jahrhundert Duruflé lediglich an einer Stelle mit nicht eben schmeichelhaften Worten: »Ganz außerhalb ihrer Zeit stehen die Orgelkomponisten. […] Nur Maurice Duruflé wagte sich zu einigen Klängen vor, die von Claude Debussy stammen könnten […]« – eine für die Rezeption der »außerhalb« stehenden Komponisten leider typische Bemerkung, die keiner Überprüfung standhält, weil sie aus dem Anlegen falscher Maßstäbe hervorgeht. Wenn sich Duruflé zu etwas »vorwagen« wollte, dann sicherlich nicht zur Debussy-Epigonik, sondern zur Neubelebung einer gerade erst wieder erschlossenen Musik: Sein Requiem, so Duruflé, sei »auf der Grundlage von Gregorianischen Themen aus der Totenmesse komponiert. Manchmal ist der Notentext vollständig übernommen, der Orchesterpart dient dort nur zu seiner Unterstützung und Kommentierung; ein anderes Mal habe ich mich lediglich von ihm inspirieren lassen.«

Wie sein Kommilitone Messiaen, der sich ebenfalls vom einstimmigen Gregorianischen Choral der mittelalterlichen Musik anregen ließ, war Duruflé ein virtuoser Organist, der seinen Dienst 56 Jahre lang in der Pariser Kirche Saint-Étienne-du-Mont versah. Doch im Gegensatz zu Messiaen wirkte er eher im Verborgenen und veröffentlichte nur 14 Kompositionen, deren bekannteste das in mehreren Besetzungsvarianten erschienene Requiem op. 9 von 1947 ist. Zwei Jahre zuvor hatte Duruflé mit der Arbeit daran begonnen; die Welt lag in Trümmern, aber direkter Anlass war der Tod seines Vaters, des Architekten Charles Duruflé, der die musikalischen Neigungen seines Sohnes intensiv gefördert hatte – »à la mémoire de mon père« steht über der Partitur.

Unter den Vertonungen der lateinischen Totenmesse haben sich zwei konträre Grundtypen herausgebildet: die Schreckensvision, die das »Dies irae« betont (Berlioz, Verdi), und die paradiesische Himmels-Vision, die das »Dies irae« umgeht. Beispielhaft für die zweite Form ist das Requiem von Gabriel Fauré, das zwischen 1887 und 1900 entstand. Der Organist und Musikwissenschaftler Jörg Abbing wies in seiner Dissertation über Duruflé nach, dass dieser sich Faurés Requiem bis in strukturelle Details hinein zum Vorbild nahm. Und doch klingt Duruflés Werk ganz eigen, da es schon mit dem ersten Choreinsatz das Bild singender Mönche heraufbeschwört – sehr »französisch« freilich sind die bald hinzutretenden vokalisierenden Frauenstimmen. Doch die Deklamation ist unverkennbar »gregorianisch«, und Duruflé erhält diese Suggestion aufrecht, indem er Männer- und Frauenstimmen auffallend oft voneinander trennt. Bei aller polyfoner Bewegtheit (das »Kyrie« ist eine Doppelfuge) erscheint Duruflés Tonsatz ruhig und verhalten; ein Überschwang à la Messiaen ist seiner Musik fremd, und wenn dort gejubelt wird (wie im »Libera eas« des dritten oder im »Hosanna in excelsis« des vierten Teils), dann auf eine in sich gekehrte Weise. Auch mit der Instrumentation hält sich Duruflé zurück, wenngleich er etwa im Finale die Gelegenheit, die Engel mit Harfe und das Paradies mit einer angemessen »himmlischen« Celesta sowie den entsprechenden Orgelregistern koloristisch darzustellen, dankbar ergreift. Doch das so sicher scheinende H-Dur dieses neunten Teils wird mit dem offenen Schlussakkord nicht erreicht – eine letzte Ungewissheit im Angesicht der Ewigkeit? Eine weinende Jungfrau im Himmel der Liebenden?

Olaf Wilhelmer

Biographie

Donald Runnicles ist seit Herbst 2009 Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin und Chefdirigent des BBC Scottish Symphony Orchestra. Er leitet außerdem das Grand Teton Music Festival in Wyoming (seit 2006) und ist dem Atlanta Symphony Orchestra als Erster Gastdirigent verbunden. Der in Edinburgh, Schottland, geborene Musiker studierte in Cambridge und London die Fächer Horn, Klavier und Dirigieren. Nach ersten Engagements ab 1978 an den Theatern in Mannheim, Hannover und Freiburg war er von 1992 bis zum Sommer 2009 Musikalischer Leiter der San Francisco Opera. Während seiner Amtszeit hat er dort mehr als 60 Produktionen dirigiert, so auch die Uraufführungen von John Adams’ Doctor Atomic und Conrad Susas The Dangerous Liaisons. Donald Runnicles gastiert seit 1991 regelmäßig an der Wiener Staatsoper und an anderen führenden Bühnen, z. B. an den Staatsopern in München, Hamburg und Berlin, in Zürich, Glyndebourne, Paris, Mailand und New York sowie bei den Salzburger und den Bayreuther Festspielen. Auf dem Konzertpodium hat er neben seinen Verpflichtungen in Atlanta bisher zahlreiche amerikanische Spitzenorchester, die Symphonieorchester des BR in München und des NDR in Hamburg, das Orchestre de Paris, die Staatskapelle Dresden, das Londoner BBC Symphony Orchestra, die Wiener Philharmoniker und das Israel Philharmonic dirigiert; eng verbunden ist er seit 1992 dem Edinburgh Festival. Donald Runnicles ist Ehrendoktor der Universität von Edinburgh, der Royal Scottish Academy of Music and Drama und des San Francisco Conservatory of Music; 2004 wurde er von der englischen Königin mit dem »Order of the British Empire« ausgezeichnet. Seit seinem Debüt bei den Berliner Philharmonikern im November 2003 mit Brittens War Requiem war er wiederholt Gast des Orchesters, zuletzt im Dezember 2011 an drei Abenden mit Werken von Richard Strauss und Edward Elgar.

Noel Bouley wurde in Houston, Texas, geboren; sein Studium absolvierte er am Cincinnati College-Conservatory of Music und an der Louisiana State University. Der junge Bass-Bariton war zu Beginn der Spielzeit 2012/2013 beim Aspen Music Festival in der Titelrolle von Stephen Sondheims Sweeney Todd zu erleben, bevor er als Ensemblemitglied der Kentucky Opera die Partien Mesner (Tosca), Zuniga (Carmen), Antonio (Le nozze di Figaro) und Masetto (Don Giovanni) sang. Anschließend debütierte er beim Lexington Philharmonic Orchestra mit Ralph Vaughan-Williams’ Five Mystical Songs. Im Sommer 2013 coverte der amerikanische Sänger bei der Glimmerglass Opera als »Young Artist« die Titelpartie in Wagners Der fliegende Holländer und gab außerdem Sir Lionel in Frederick Loewes Musical Camelot. Im Oktober desselben Jahres gab Noel Bouley sein Debüt an der Amarillo Opera als Raimondo in einer Neuproduktion von Lucia diLammermoor. Sein Repertoire beinhaltet u. a. die Titelrollen der Opern Le nozze di Figaro und Falstaff sowie Partien wie George in Carlisle Floyds Of mice and men, Collatinus in Benjamin Brittens The rape of Lucretia, Guglielmo (Così fan tutte), Angelotti (Tosca), Schaunard (La Bohème), Donald (Billy Budd), Marchese d’Obigny (La Traviata) und Lodovico (Otello). Im Januar 2013 wurde Noel Bouley beim Shreveport Opera’s Singer of the Year Competition mit dem Ersten Preis ausgezeichnet. Nachdem er in der Saison 2013/2014 Stipendiat des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin war, wurde er zur folgenden Spielzeit in das feste Ensemble des Hauses aufgenommen. In den Konzerten der Berliner Philharmoniker gibt Noel Bouley nun sein Debüt.

Kelley O’Connor studierte in Los Angeles an der University of California sowie an der University of Southern California, wo sie Schülerin von Nina Hinson war. Als mitentscheidend für die steile Karriere der amerikanischen Mezzosopranistin erwies sich ihre Gestaltung der Partie des Federico García Lorca bei der Uraufführung von Osvaldo Golijovs Oper Ainadamar in Tanglewood 2003, die sie seither wiederholt auf führenden Opernbühnen und Konzertpodien gesungen hat und für die sie mit einem »Grammy« ausgezeichnet wurde. In dieser Spielzeit gastierte Kelley O’Connor im New Yorker Lincoln Center als Solistin in Mozarts Requiem; Louis Langrée dirigiert das Mostly Mozart Festival Orchestra. Zudem war die Sängerin in Leoš Janáčeks Glagolitischer Messe mit dem Philadelphia Orchestra unter der Leitung von Alan Gilbert zu erleben. Die vergangene Spielzeit beinhaltete Konzerte mit Beethovens C-Dur-Messe im Rahmen einer internationalen Tournee mit Franz Welser-Möst und dem Cleveland Orchestra sowie Aufführungen von John Adams’ Opernoratorium El Niño mit dem von Vladimir Jurowski geleiteten London Philharmonic Orchestra. Kelley O’Connor arbeitet mit Dirigenten wie Gustavo Dudamel, Christoph Eschenbach, Iván Fischer, Daniel Harding, Lorin Maazel und Esa-Pekka Salonen regelmäßig zusammen. Die Vielseitigkeit ihres Repertoires belegen sowohl die Namen von Komponisten wie Händel, Mozart, Haydn, Beethoven, Brahms, Dvořák, Verdi, Ravel, Strawinsky, Bernstein und Berio als auch ein Werk wie Peter Liebersons Neruda Songs, mit dem die Künstlerin unter der Leitung von David Zinman Mitte Oktober 2008 in Konzerten der Berliner Philharmoniker ihr Debüt gab.

Martina Welschenbach erhielt ihre musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik in Stuttgart sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London; zudem absolvierte sie ebenfalls in der britischen Haupstatdt den Opera Course am Royal College of Music. Während ihres Studiums gastierte sie bereits in kleineren Rollen am Staatstheater Stuttgart und debütierte am Nationaltheater Zagreb als Pamina in Mozarts Zauberflöte. Meisterkurse bei Dame Kiri Te Kanawa, Sir Thomas Allen und Graham Johnson rundeten die Ausbildung der Sängerin ab. Martina Welschenbach wurde 2005 Mitglied des Internationalen Opernstudios der Zürcher Oper, an der sie bereits nach wenigen Wochen als festes Ensemblemitglied engagiert wurde. Seit der Saison 2008/2009 gehört die Sopranistin dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin an, wo sie u. a. als Musetta (La Bohème), Ännchen (Der Freischütz), Susanna (Le nozze die Figaro), Zerlina (Don Giovanni), Micaëla (Carmen), Pamina (Die Zauberflöte), Woglinde (Das Rheingold, Götterdämmerung) und Liu (Turandot) zu erleben war. Die Künstlerin, die mit Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Vladimir Fedosejev, Nikolaus Harnoncourt, Ingo Metzmacher, Carlo Rizzi, Donald Runnicles, Nello Santi, Peter Schneider und Franz Welser-Möst arbeitet, gab im Herbst 2010 ihr gefeiertes Debüt an der Opéra national de Paris als Regina in Paul Hindemiths Mathis der Maler. Im Juni 2012 sang sie mit großem Erfolg die Partie der Thekla in einer konzertanten Aufführung von Jaromír Weinbergers Oper Wallenstein als Gast des ORF Radio-SymphonieorchestersWien unter der Leitung von Cornelius Meister. Bei den Berliner Philharmonikern ist Martina Welschenbach nun erstmals zu erleben.

Der Rundfunkchor Berlin ist ein begehrtes Partner-Ensemble führender Orchester und Dirigenten in aller Welt; langjährige Kooperationen bestehen in Berlin mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. In rund 50 Konzerten jährlich sowie mit Gastauftritten bei Festivals stellt der Chor sein breites Repertoire und reich nuanciertes Klangbild unter Beweis. Gemeinsam mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen erschließt der Chor jedes Jahr mit einer spartenübergreifenden Produktion neue Erlebnisweisen von Chormusik: So stieß z. B. die szenische Umsetzung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms durch Jochen Sandig 2012 auf große Resonanz. 1925 in Berlin gegründet und von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe und Robin Gritton geprägt, wird der Rundfunkchor Berlin seit 2001 von Simon Halsey geleitet. Eine rege Aufnahmetätigkeit und viele Auszeichnungen, darunter drei »Grammy Awards«, dokumentieren den großen Erfolg dieser Arbeit. Simon Halsey, der im Januar 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, initiierte außerdem zahlreiche Aktivitäten des Chors im Bildungs- und Erziehungsbereich, so das jährliche Mitsingkonzert in der Philharmonie oder die Liederbörse für Kinder und Jugendliche. 2011 startete der Rundfunkchor Berlin das Projekt SING!, welches das Ziel verfolgt, in Berliner Grundschulen das Singen als selbstverständlichen Teil des Schulalltags zu etablieren. Mit den Berliner Philharmonikern war der Rundfunkchor Berlin zuletzt Ende Januar dieses Jahres unter der Leitung von Sir Simon Rattle in einer Aufführung der Zweiten Symphonie von Gustav Mahler zu hören.

Donald Runnicles

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