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Education

Familienkonzert ALLES MÄRCHEN

Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Gäste

Egor Egorkin Flöte, Manfred Preis Bassklarinette, Walter Küssner Viola, Yumino Weber Violoncello, Raphael Haeger, Franz Schindlbeck, Simon Rössler, Jan Schlichte Schlagzeug, Antonio Javier Azanza Ribes Marimbafon, Majella Stockhausen Celesta, Holger Groschopp Klavier

Michael Hasel Dirigent

23 Schülerinnen und Schüler der Klasse 8d der Georg-von-Giesche-Schule

Bettina Geyer Regie

Götz Teutsch Konzeption

Die chinesische Nachtigall

Text nach Hans Christian Andersen - Unsere Familienkonzerte richten sich an Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Auch jüngere Geschwisterkinder haben Freude an diesen Konzerten, werden aber erfahrungsgemäß schneller unruhig. Deshalb bieten wir für die ganz kleinen Besucher eine qualifizierte musikpädagogische Betreuung an, die Sie vor und auch noch im Verlauf der Familienkonzerte wahrnehmen können. Fragen Sie einfach das Philharmonie-Personal nach dem Weg.

Termine

So, 18. Mai 2014 16 Uhr

16:00 | Kammermusiksaal

Programm

Das dritte Konzert der Reihe ALLES MÄRCHEN widmet sich dem Märchen Die chinesische Nachtigall von Hans Christian Andersen. Mit Unterstützung von teilnehmenden Kindern wird die Geschichte erzählt und musikalisch interpretiert: Ein Märchen über die Kraft und den Zauber der Musik! Der chinesische Kaiser liebt den Gesang der Nachtigall. Doch eines Tages wird ihm ein künstlicher, schillernd bunter Vogel geschenkt, der mit seinen virtuosen Tönen die echte, eher farblose Nachtigall aus der Gunst des Kaisers verdrängt. Erst als der Kaiser ernsthaft erkrankt, erinnert er sich der »echten« Nachtigall – und wird wieder gesund.

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem möglichst breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Die chinesische Nachtigall

Ein Märchen von Hans Christian Andersen und Musik von Hans Werner Henze

Was für eine Geschichte!

Ich bin der mächtige Kaiser von China und herrsche über ein riesengroßes Land. Ihr glaubt mir nicht? Ihr braucht bloß in einen Atlas zu schauen und dann werdet ihr sehen, wie groß China ist. Meine Reichtümer sind von unschätzbarem Wert, doch eines Tages las ich von einem Schatz, den ich noch nicht kannte: eine Nachtigall, deren Gesang jedermann bezauberte. Ein solcher Vogel hier in meinem Kaiserreich und sogar in meinem Garten? Den sollten sie mir zeigen. Ich ließ die Nachtigall zu mir bringen und sie sang für mich. Ich wusste nicht, wie mir geschah, so wundervoll war ihre Stimme. Auf einmal hatte ich, der große Kaiser von China, Tränen in den Augen. Zum Dank wollte ich ihr Gold schenken, doch die Nachtigall sagte: »Ich habe Tränen in des Kaisers Augen gesehen, das ist mir der reichste Schatz!«

Von da an sang sie jeden Tag für mich – bis mich ein Paket erreichte. Es war ein Geschenk meines Freundes, des Kaisers von Japan. (Dessen Reich ist übrigens viel kleiner als meins!) Als ich es aufmachte, lag da eine Nachtigall, aber keine echte, sondern eine künstliche, über und über bedeckt mit kostbarsten Edelsteinen. Und ich sage euch, als sie begann zu singen, da staunten wir alle nicht schlecht! »Nun müssen sie zusammen singen!«, beschloss ich, und die beiden Vögel trällerten gemeinsam los. Doch irgendwie wollte dieses Duett nicht recht überzeugen. Am Ende sang der Kunstvogel allein und als wir uns umsahen, war die echte Nachtigall einfach verschwunden. Lange war ich glücklich mit der Kunstnachtigall und vermisste die echte nicht. Doch eines Tages ging der Vogel – »Ziziiz!« – einfach kaputt. Darauf wurde ich furchtbar krank und böse Geister umringten mein Bett. Da erschien die echte Nachtigall und begann so süß zu singen, dass sie die Geister vertrieb und mir das Leben rettete. Ich kann euch sagen, ich werde dieser Nachtigall für immer dankbar sein!

Hans Christian Andersen – Von Dänemark in die Welt

Hans Christian Andersen (1805 – 1875) war ein dänischer Schriftsteller und Dichter, der besonders durch seine vielen Märchen in ganz Europa berühmt geworden ist.

Zu Hause bei den Eltern: Andersen wurde in der dänischen Stadt Odense geboren. Sein Vater arbeitete als Schuster und seine Mutter war eine Wäscherin, aber sie verdienten nur sehr wenig Geld. Als Andersen gerade einmal elf Jahre alt war, starb sein Vater an einer schweren Krankheit. Der Junge arbeitete daraufhin bei einem Schneider und einem Weber gleichzeitig, um Geld für sich und seine Mutter zu verdienen.

Auf nach Kopenhagen: Mit 14 Jahren verließ Andersen sein Elternhaus und ging in die dänische Hauptstadt Kopenhagen, um sich als Schauspieler am Theater zu versuchen. Leider hatte er damit keinen Erfolg und auch als Ballett-Tänzer und Sänger konnte er nicht überzeugen. Nebenbei schrieb er aber schon erste Gedichte und Theaterstücke, was dazu führte, dass einige wichtige Leute auf sein literarisches Talent aufmerksam wurden.

Noch einmal in die Schule: In Jonas Collins fand Andersen eine Art Ersatzvater und der kümmerte sich nun darum, dass der mittlerweise 17-Jährige endlich eine ordentliche Schulausbildung bekam. Er schickte ihn erst aufs Gymnasium und dann – mit finanzieller Unterstützung des Königs Friedrich VI. – auch auf die Universität.

Hinaus in die Welt: Nach dem Studium veröffentlichte Andersen seine ersten Märchen für Kinder und andere Geschichten. In Dänemark war er nun schon richtig berühmt. Von dem verdienten Geld konnte er zahlreiche Reisen nach Deutschland, England, Spanien, Italien und in das Osmanische Reich (die heutige Türkei) unternehmen, auf denen er viele Eindrücke für seine literarischen Werke sammelte.

Seine Märchen: Zu den bekanntesten zählenDie Prinzessin auf der Erbse, Das hässliche Entlein, Des Kaisers neue Kleider, Die Schneekönigin und natürlich Die Nachtigall.

Was er mochte: Er liebte das Theater und Italien mit seiner Natur, seinen Menschen und seiner Kunst. Die Nachtigall schrieb er für die berühmte Sängerin Jenny Lind, die er auch sehr mochte.

Was er nicht mochte: Rechtschreibung. Die hatte er als Kind nie richtig gelernt, da er in Odense nur selten die Schule besuchte.

Der Komponist Hans Werner Henze

Hans Werner Henze (1926 – 2012) gilt als einer der wichtigsten deutschen Musiker des 20. Jahrhunderts. Er wurde in Gütersloh geboren und schrieb schon mit zwölf Jahren seine ersten Klavierstücke. Um ein richtiger Komponist zu werden, studierte er in Heidelberg. Danach arbeitete Henze an verschiedenen Theatern, aber mit 27 Jahren beschloss er, dass es ihm in Deutschland nicht mehr gefiel und er nach Italien ziehen wollte. Bei Sonne, Spaghetti und Rotwein kamen ihm viele tolle Einfälle für Kompositionen, so zum Beispiel die Oper Der junge Lord, mit der er berühmt wurde, aber auch für seine Kinderoper Pollicino. Henze war es immer wichtig, dass sich junge Menschen wie ihr mit Musik beschäftigen. Er sagte, Musik sei eine Sprache, die jeder versteht, mit der man Streit schlichten und Frieden stiften kann.

Hans Werner Henze schrieb sehr viele Werke: Opern, Konzerte für einzelne Instrumente und Orchester, Symphonien, Lieder und Kammermusik, also Stücke für kleine Gruppen von Spielern. Von den vielen Komponisten, die zur selben Zeit lebten, wurden seine Werke mit am häufigsten aufgeführt. Da er so berühmt war, durfte er an vielen Orten in der ganzen Welt Kompositionsschüler unterrichten.

Was man in der Musik hören kann

Wie klingt eigentlich China? Das hat sich auch der Komponist Hans Werner Henze gefragt, als er im Jahr 1959 zu dem Märchen Die Nachtigall eine moderne Ballettmusik schreiben wollte. Die Musik sollte dabei wie eine Art Märchen ohne Worte die Geschichte vom Kaiser und den beiden Nachtigallen erzählen.

Henze fiel offenbar als erstes der Gong ein, ein Schlaginstrument aus Metall, das es schon vor rund 2000 Jahren in China gab. Seine Ballettmusik beginnt mit drei verschiedenen Gongtönen. Dazu gesellen sich Triangel, Glocke und andere Schlaginstrumente – geheimnisvolle Klänge, zu denen plötzlich die Flöte zu spielen beginnt. Sie verkörpert den Gesang der Nachtigall. Wenn ihr schon einmal eine echte Nachtigall habt singen hören, dann wisst ihr, dass ihre Lieder nicht in geraden Linien verlaufen, sondern eher sprunghaft sind. Die Flöte ahmt diese Weise des Gesangs nach. In dieser ersten Szene stellte sich Henze vor, wie die Gesandten des Kaisers, die die Nachtigall gesucht und gefunden haben, stehenbleiben und über die Schönheit ihres Gesangs staunen. Das drücken die kurzen Melodien aus, die erst das Cello, dann die Bratsche und danach die Bassklarinette spielen. Achtet hier einmal genau auf den Klang der Streichinstrumente. Die Spieler setzen nämlich kleine Dämpfer auf die Saiten der Instrumente, sodass sie deutlich leiser klingen. Zu jedem »normalen« Ton gesellt sich außerdem ein zweiter, ganz hoher und zarter, den man Flageolett-Ton nennt – könnt ihr ihn hören?

Im nächsten Abschnitt sind jetzt ganz neue Instrumente zu erleben: ein Klavier, ein Marimbafon und eine Celesta. Deren Klänge hat sich Henze sich für den kaiserlichen Palast ausgesucht, in den die Nachtigall gebracht wird. Könnt ihr die Spannung in der Musik hören, die im Palast herrscht, bevor der Vogel dem König vorsingt? Nachdem die Flöte ganz allein ihre wundersamen und bezaubernden Melodien vor dem höfischen Publikum gesungen hat, weint der Kaiser. Achtet hier genau auf die Bassklarinette, denn sie drückt mit ihrer Melodie die Rührung des Kaisers aus.

Die Ankunft der künstlichen Nachtigall klingt wie ein großes Durcheinander. Da herrscht ein reges Treiben mit vielen schnellen Tönen von Celesta, Klavier und Marimbafon – hört es sich nicht ein wenig wie in einem Zirkus an? Es ist der Auftritt der Piccoloflöte, der kleinen Schwester der Querflöte. Sie verkörpert die künstliche Nachtigall, die sich nun dem Kaiser präsentiert. Sie führt ihm vor, wie schnell und virtuos sie pfeifen kann – da wird einem ja fast schwindelig beim Zuhören!

Da wünscht der Kaiser, dass die echte Nachtigall wieder singt. Die ist jedoch längst verschwunden und so wird er krank. Das könnt ihr auch in der Musik entdecken: Die Krankheit befällt den Kaiser mit schauerlichen, lauten Klängen. Hört ihr, wie die Töne der Streicher ganz kratzig (sul ponticello) und heiser und manchmal sogar ganz schön schräg klingen? Und beim sogenannten Tremolo lassen Bratsche und Cello ihre Töne durch schnelles Hin- und Herstreichen auf der Saite erzittern. Dann ertönt endlich das rettende Flöten der echten Nachtigall, die die bösen Geister der Krankheit verjagt.

Die Nachtigall im Sack

Vielleicht habt ihr schon einmal von der Redewendung »Die Katze im Sack kaufen« gehört. Die ist schon sehr alt, denn bereits im Mittelalter steckten Händler auf dem Markt manchmal eine Katze in einen Sack und boten diese dann als Kaninchen oder als noch teureres Ferkel zum Kauf an. Der ahnungslose Käufer, der ja nur den Sack sah und nicht hineingucken durfte, fand zu Hause dann die Katze im Sack. Deshalb bedeutet die Redewendung heute allgemein, dass man etwas kauft, von dem man nicht genau weiß, was es ist.

Was das alles mit der Chinesischen Nachtigall zu tun hat? Tja, normalerweise wissen diejenigen, die hier in der Philharmonie die Veranstaltungen planen, ganz genau, wie ein Konzert am Ende aussehen wird. Wenn da zum Beispiel auf dem Programm steht: »Streichquartett von Maurice Ravel«, dann ist klar, dass in diesem Konzert zwei Geiger, ein Bratscher und ein Cellist zusammen das Stück spielen werden. Im Fall der Chinesischen Nachtigall ist das etwas komplizierter. Denn hier wird nicht nur die Musik von Hans Werner Henze gespielt, sondern das Märchen soll auch szenisch, als Theater umgesetzt werden. Deshalb sind der ehemalige philharmonische Cellist und philharmonische Literaturexperte Götz Teutsch und die Regisseurin Bettina Geyer in eine Berliner Schule gegangen und haben dort mit einer 8. Klasse über das Märchen von Hans Christian Andersen gesprochen. Die Schüler sollten sich Gedanken machen, wie sie euch das Märchen erzählen könnten, aber nicht einfach nur so, wie es von Andersen geschrieben wurde. Gemeinsam haben sie überlegt, wie die Geschichte vom Kaiser und den beiden Vögeln heute, in der Gegenwart, verlaufen könnte. Die Schüler werden euch in diesem Konzert eine ganz eigene Version des Märchens präsentieren. Und dabei könnte es passieren, dass anstelle der Nachtigall etwas ganz anderes zum Vorschein kommt. »Man weiß nicht, was herauskommt«, sagte Götz Teutsch und ergänzte: »Dieses Risiko sollten wir eingehen, denn die jungen Leute sind viel kreativer als wir ›alten‹.« – Also dürft ihr nun sehr gespannt sein auf die Nachtigall im Sack!

Kurz erklärt:

Auf Streichinstrumenten, also auf Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen, kann man viel mehr als nur ganz »normale« Töne hervorbringen. Drei besondere Effekte, die ihr auch in der Musik von Hans Werner Henze hören könnt, wollen wir euch nun kurz erklären:

Flageolett: Wenn ein Streicher auf seinem Instrument einen Flageolett-Ton erzeugen möchte, darf er die Saite mit seinem Finger nicht ganz bis auf das Griffbrett drücken, sondern ihn nur leicht auf die Saite legen. Wenn er nun vorsichtig mit dem Bogen diese Saite streicht, erklingt ein ganz hoher und zarter Ton. Der Flageolett-Ton wurde wegen seines hohen Klangs nach einer kleinen mittelalterlichen Blockflöte, dem Flageolett, benannt – das ist französisch und bedeutet »Flötchen«. In den Noten kennzeichnet man einen solchen Ton mit einem kleinen »o«. Übrigens kann man Flageolett-Töne auch auf Blasinstrumenten erzeugen, nämlich durch sogenanntes Überblasen, also ganz starkes Hineinpusten.

Sul ponticello: das ist italienisch und heißt »am Steg«. So lautet eine Spielanweisung für den Streicher, der seinen Bogen ganz dicht oder direkt auf dem Steg entlangführen soll. Der Steg ist das kleine helle Holzteil, das auf dem Instrumentenkorpus befestigt ist und über das die Saiten verlaufen. Er überträgt die Bewegungen der Saiten auf den Korpus und daraus entsteht der Ton. Wenn der Bogen nun sul ponticello gestrichen wird, erklingt ein rauer, kratziger Ton – ein ganz besonderer Effekt, zum Beispiel, wenn Musik etwas gruselig sein soll!

Tremolo: Auch das Tremolo eignet sich hervorragend für gruselige Stellen in der Musik. Das Wort kommt vom italienischen »tremare« und das bedeutet »zittern« und »beben«. Und genau das passiert bei dieser Spieltechnik mit der Saite und dem Ton. Der Spieler bewegt dafür seinen Bogen ganz schnell auf der Saite hin und her, so, als würde seine Hand zittern. Ein Tremolo kann ganz leise und geheimnisvoll sein, aber auch laut und richtig unheimlich. Bei Blasinstrumenten funktioniert ein Tremolo übrigens etwas anders: Hier werden zwei verschiedene Töne ganz schnell immer abwechselnd gespielt und so entsteht ein ähnlicher Effekt wie bei den Streichern.

Instrumentenlexikon

Celesta: Die Celesta ist ein wahres Überraschungsinstrument, denn von außen sieht es aus wie ein Klavier: ein Kasten, oben eine Tastatur und unten ein Pedal. Aber wenn man es spielt, dann klingt es kein bisschen wie ein Klavier, sondern wie ein Glockenspiel! Und weil die Töne, die von einer Celesta hervorgebracht werden, so süß und schön klingen, bekam sie ihren Namen: Im Französischen heißt »céleste« nämlich »himmlisch«. Das Innere einer Celesta sieht ziemlich kompliziert aus. Hier befinden sich Stahlplatten, die mit kleinen Hämmerchen angeschlagen werden, wenn man die Tasten der Klaviatur drückt. Damit der Klang schön weich wird, sind die Hämmerchen mit Filz überzogen und unter den Stahlplatten sind sogenannte Resonatoren angebracht. Das sind Holzkästen, durch die der Ton verstärkt wird, damit er auch laut genug ist. Eine ganz berühmte Musik, in der ihr eine Celesta hören könnt, ist der Tanz der Zuckerfee in Peter Tschaikowskys Ballett Der Nussknacker – hier klingt sie besonders märchenhaft!

Marimbafon: Das Marimbafon (kurz: die Marimba) gehört zu den Schlaginstrumenten. Wie bei einem Xylofon liegen bei einer Marimba Holzklangstäbe in zwei Reihen auf einem Gestell. Ihre Anordnung entspricht den schwarzen und weißen Tasten auf der Klaviertastatur. Meist werden sie mit vier Schlägeln angeschlagen – der Spieler hält in jeder Hand zwei. Die Köpfe der Schlägel sind mit Wolle umhüllt, so klingt der Aufschlag besonders weich. Damit der Klang der Marimba auch in einem großen Orchester laut genug ist, sind unter den Holzstäben Röhren aus Aluminium befestigt, die wie die Resonatoren der Celesta funktionieren. Im Vergleich zum Xylofon sind die Stäbe der Marimba etwas dünner und weicher, sodass insgesamt ein wärmerer, samtiger Klang entsteht.

Ursprünglich stammt das Instrument aus Afrika, wo es in einer vereinfachten Bauweise schon vor 600 Jahren gespielt wurde. Heute gilt es als Nationalinstrument des südamerikanischen Landes Guatemala. Dorthin hatten es Afrikaner mitgebracht, die als Sklaven nach Amerika verschleppt wurden. Heute kann man die Marimba im Orchester hören, aber auch in der Jazz-Musik wird sie eingesetzt. Einige Komponisten haben sogar Konzerte für Marimba und Orchester geschrieben.

Bassklarinette: Die verschiedenen Klarinetten sind zusammen wie eine große Familie: Die kleinste, hoch und oft schrill klingende Es-Klarinette ist ungefähr so groß wie eine Alt-Blockflöte und das Baby der Familie. Die beiden am meisten benutzten Klarinetten, eine Art Zwillingspaar, sind die mittelgroßen B- und A-Klarinetten, die ihr in fast jedem Orchester hören könnt. Seltener sieht man die längere und tiefere Bassettklarinette – den großen Bruder der Zwillinge. Dafür werdet ihr die beeindruckend große Bassklarinette in vielen Orchestern antreffen. Sie ist so etwas wie die Mutter der Klarinettenfamilie. (Als Vater gibt es da noch die ganz tiefe Kontrabassklarinette, deren langes Rohr gewunden ist wie bei einem Kontrafagott.) Die Bassklarinette ist so groß und schwer, dass der Spieler sie mit einem Stachel – ähnlich wie ein Cello – auf den Boden stellen muss. Der S-Bogen, auf dem das Mundstück sitzt, die Klappen und der Trichter sind meist aus Metall, während das Rohr selbst aus schwarzem Holz ist, damit das Instrument schön klingt. Auf der Bassklarinette kann man herrlich tiefe Töne hervorbringen und dabei sowohl ganz leise als auch richtig laut spielen.

Biographie

Bettina Geyer machte schon als Kind sehr viel Musik und hat dabei die verschiedensten Instrumente ausprobiert: Klavier, Fagott, Blockflöte oder auch Topfschlagen. Deshalb wollte sie später Musiklehrerin werden. Während des Studiums entdeckte sie dann aber ihre Leidenschaft für das Theater und die Oper. Also arbeitete sie nach dem Studium an verschiedenen Theatern und Opernhäusern als Assistentin. Eines Tages beschloss sie dann, selbst Regie zu führen, d.h. die Geschichten und die Musik mit eigenen Ideen auf die Bühne zu bringen. Seitdem hat sie bekannte und große Opern in Szene gesetzt, aber auch kleine, weniger bekannte oder ganz moderne und neuartige Werke. Besonders gerne macht sie aber Stücke für und mit Kindern und Jugendlichen; zuletzt im 2. Familienkonzert der Berliner Philharmoniker Der Trommler im Februar 2014.

Götz Teutsch, ehemaliger Solo-Cellist im Unruhestand, gilt inzwischen als der Literatur-Experte der Berliner Philharmoniker. Seit seiner Pensionierung im Jahr 2006 gestaltet er regelmäßig den Philharmonischen Salon. Bei dieser sehr beliebten und erfolgreichen Konzertreihe mit Mitgliedern des Orchesters und bekanten Schauspielern als Gästen, wechseln sich Musik und Lesung ab. Jeder Salon widmet sich einem bestimmten Thema. Das Cello hat Götz nach seiner Pensionierung natürlich nicht an den Nagel gehängt: als Kammermusiker ist er nach wie vor aktiv und außerdem engagiert er sich gern weiterhin bei philharmonischen Education-Projekten. Wenn es dann noch heißt ALLES MÄRCHEN, muss der Büchernarr natürlich in jedem Fall mit dabei sein. In seiner aktiven Zeit als Berliner Philharmoniker konnte man Götz Teutsch vielfach als Solist hören, außerdem war er Gründungsmitglied der 12 Cellisten und weltweit konzertierender Kammermusiker.

Michael Hasel ist ein sehr vielseitiger Musiker, sozusagen ein Multitalent: Als Kind spielte er zuerst Klavier, Orgel und Cembalo, wollte dann aber unbedingt auch noch ein Blasinstrument lernen. Zur Diskussion standen Flöte oder Horn – seine Großmutter, die »Sponsorin« seiner musikalischen Aktivitäten, legte ihrem Enkel eine Flöte unter den Weihnachtsbaum - weil ihr der Flötenklang vertrauter war. Nach seinem Schulabschluss studierte er dann neben Flöte auch Klavier und Dirigieren. Seit 1984 ist er Flötist bei den Berliner Philharmoniker und – wie fast alle Orchestermitglieder – macht er zudem gemeinsam mit Kollegen regelmäßig Kammermusik. Er ist im In- und Ausland als Lehrer tätig und unterrichtet auch an der philharmonischen Orchester-Akademie. Als Dirigent hat Michael Hasel mit renommierten Ensembles und Orchestern in Europa, Südamerika und Japan gearbeitet. Wenn er dann noch Zeit findet, liest er am liebsten ein gutes Buch oder geht ins Theater.

Die Berliner Philharmoniker und Stipendiaten der Orchester-Akademie

1882, vor 132 Jahren, haben sich die Berliner Philharmoniker gegründet – heute ist es eins der besten Orchester auf der ganzen Welt. Die 128 Musikerinnen und Musiker kommen aus 25 Nationen, sie sind allesamt herausragende Instrumentalisten. Wären sie Fußballer, würden sie natürlich bei Bayern München, Real Madrid oder »Juve« spielen … Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass es sehr schwierig ist, Mitglied zu werden. Wie jedes große Orchester haben auch die Berliner Philharmoniker einen Chefdirigenten: Sir Simon Rattle. Er ist Euch vielleicht schon einmal in dem Film Rhytm is it begegnet. Außerdem sind in jeder Saison viele andere berühmte Dirigenten und international bekannte Solisten zu Gast.

So ein Orchester hat eine Menge zu tun: In dieser Saison spielen die Berliner Philharmoniker insgesamt 117 Sinfoniekonzerte und vier Opernvorstellungen – in der Philharmonie und auf Konzertreisen: Im November war das Orchester u. a. auf Gastspiel in Taiwan, Südkorea und Japan, in diesem April spielten sie bei den Osterfestspielen in Baden-Baden. Daneben wirken viele der Musikerinnen und Musiker auch bei Kammerkonzerten oder bei den Veranstaltungen des Education-Programms (z. B. dem heutigen Familienkonzert) mit. Einige unterrichten zudem an Hochschulen oder auch Stipendiaten der Orchester-Akademie – was natürlich nicht ganz uneigennützig ist, schließlich bilden die Berliner Philharmoniker in der Orchester-Akademie ihren eigenen musikalischen Nachwuchs aus. Jeweils zwei Jahre lang spielen die jungen Talente in den philharmonischen Konzerten mit, erhalten Instrumentalunterricht und machen viel Kammermusik. Außerdem üben sie das Wichtigste, was ein Instrumentalist später beherrschen muss: das Vorspiel, bei dem es darauf ankommt, in ein paar Minuten möglichst alles zu zeigen, was man einmal gelernt hat. So sammeln die Stipendiatinnen und Stipendiaten unschätzbar wertvolle Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben. Kein Wunder, dass etliche der Orchestermitglieder früher selbst Stipendiaten der Orchester-Akademie waren.

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