Berliner Philharmoniker

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Education

Familienkonzert ALLES MÄRCHEN Die Bremer Blechmusikanten

Blechbläser der Berliner Philharmoniker

Klaus Wallendorf Moderation

Musik von Sándor Balogh, Text nach Märchen der Brüder Grimm von Klaus Wallendorf

Unsere Familienkonzerte richten sich an Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Auch jüngere Geschwisterkinder haben Freude an diesen Konzerten, werden aber erfahrungsgemäß schneller unruhig. Deshalb bieten wir für die ganz kleinen Besucher eine qualifizierte musikpädagogische Betreuung an, die Sie vor und auch noch im Verlauf der Familienkonzerte wahrnehmen können. Fragen Sie einfach das Philharmonie-Personal nach dem Weg.

Termine und Tickets

So, 27. Okt. 2013 16 Uhr

Philharmonie

Live-Übertragung

Programm

Aus Anlass des Grimm-Jahres 2013 sind in dieser Saison die Familienkonzerte durch einen märchenhaften roten Faden miteinander verbunden. Auf unterschiedliche Weise werden die bekannten Märchen musikalisch auf die Bühne der Philharmonie gebracht. Mit den Blechbläsern des Orchesters beginnt diese kleine Reihe! Wer kennt sie nicht – die Geschichte von Esel, Hund, Katze und Hahn, die als Bremer Stadtmusikanten zu Berühmtheit gelangten.

Ein bunter Haufen von Gesellen, die – alt und klapprig, ausgestoßen und aussortiert – eigentlich einem trüben Ende entgegensehen. Doch allen Schwierigkeiten und Schicksalsschlägen zum Trotz, gelingt es ihnen gemeinsam mit Witz, List und Tücke das scheinbar Unabwendbare zu überwinden. In dieser musikalischen Fassung von Sándor Balogh – mit Texten von Kaus Wallendorf auf schelmische Weise neu erzählt –, werden sie zu den »Blechmusikanten« und die ursprüngliche Viererrunde wird erweitert: Denn die Muhkuh kommt dazu!

Über die Musik

... und eine Kuh kommt auch hinzu!

Die Bremer Stadtmusikanten mal ganz anders

Warum der Komponist Sandor Balogh auf die Idee kam, ausgerechnet Die Bremer Stadtmusikanten der Brüder Grimm zu vertonen

Für Sandor Balogh ist die Sache klar: »Ich finde Märchen toll, denn sie helfen uns, so manche Schwierigkeit des täglichen Lebens zu verstehen und geben uns Orientierung für all die Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen müssen. Als Vater weiß ich das besonders zu schätzen.« Am besten gefallen ihm Märchen mit Humor. Denn Humor, sagt Balogh, sei unverzichtbar für jeden von uns. Als ihn seine Kollegen baten, eine Geschichte mit Klängen zu erzählen, wusste er schnell welche: Die abenteuerlichen Erlebnisse der Bremer Stadtmusikanten boten ihm die Gelegenheit, »ein abwechslungsreiches und reizvolles musikalisches Gebilde mit farbenreichen Melodien zu komponieren«. Warum gerade Die Bremer Stadtmusikanten? Ganz einfach, meint Sandor Balogh. »Es handelt sich dabei um eine alte, doch zugleich äußerst aktuelle Geschichte. Sie lehrt uns den Umgang mit anderen Menschen, sie gibt uns Vertrauen und Mut – und sie zeigt, wie gut Zusammenarbeit zwischen einzelnen funktionieren kann. Man hat nicht nur Spaß, sondern kann eine Menge lernen.« Allerdings überrascht der Komponist noch mit einer kleinen Neuigkeit. Denn zu den vier bekannten Tieren gesellt sich nun eine Kuh. Eine Kuh? Ja, eine Kuh. Und das hat, wie Sandor Balogh erläutert, einen guten Grund: »Im Märchen der Brüder Grimm gibt nur einen Esel, einen Hund, eine Katze und einen Hahn. Die Blechblasinstrumente können aber unglaublich viele unterschiedliche Klänge hervorbringen, die glänzend dazu genutzt werden konnten, noch ein weiteres Tier, wie die Kuh, klingend darzustellen.« Was die Tiere aber leider nicht besitzen, ist eine Landkarte, auf der Bremen liegt: Entgegen des Märchentitels sind die Vier- und Zweibeiner in unserer Geschichte niemals dort eingetroffen. Doch darin sieht Balogh kein Problem: »Ich hoffe nun sehr, dass die Tiere zusammenhalten, viel auf ihren Instrumenten üben, dann doch irgendwann nach Bremen kommen und dort ein Symphonieorchester gründen.«

Was kann man in der Musik entdecken?

Sándor Balogh und Klaus Wallendorf haben sich die Bremer Blechmusikanten gemeinsam ausgedacht. Klaus Wallendorf spielt normalerweise Horn bei den Berliner Philharmonikern, aber seine heimliche Leidenschaft gilt dem Reimen. Sein Freund Sándor Balogh ist nicht nur ein bekannter Komponist, sondern auch Posaunist in einem großen ungarischen Orchester. Deshalb ist es gar kein Wunder, dass die Musik zu dem witzigen Text für ein Ensemble komponiert wurde, das fast nur aus Blechblasinstrumenten besteht: nämlich aus vier Trompeten, vier Posaunen, einer Tuba und einem Horn. Und damit das Ganze noch mehr Schmiss bekommt, sind auch noch zwei Schlagzeuger dabei, die ordentlich auf die Pauke bzw. auf das Drumset und die Percussioninstrumente hauen.

Jeder der beiden erzählt Euch die Geschichte von den armen Tieren, die als Musiker ihr Glück finden wollen, auf seine Weise. Der eine in witzigen Reimen, der andere mit Klängen und Melodien, sodass die Bilder im Kopf der Zuhörer noch viel lebendiger erscheinen. Zum Beispiel hat jedes Tier seine eigene kurze Melodie, die sich fast so anhört, wie dessen Sprache. Solch eine kleine Melodie nennt man auch Motiv. Das i-Ah des Esels, das Bellen und Jaulen des Hundes, das Miau der Katze, das Kikeriki des Gockels und das Muh der Kuh kann man ganz leicht erkennen. Sogar auch dann noch, wenn die Melodien alle gleichzeitig oder ein wenig verändert erklingen. Das liegt daran, dass die Motive meistens von jeweils einem bestimmten Instrument gespielt werden.

Aber das ist nicht alles: Mit Musik kann man auch besonders gut die verschiedensten Stimmungen ausdrücken. Musik für Traurigkeit und Verzweiflung beispielsweise ist ganz langsam und klingt ein wenig dunkel. Wenn die Tiere sich dann aber mutig auf den Weg machen, hat Sándor Balogh ihnen zur Begleitung einen fröhlichen, schnellen Marsch komponiert, von dem alle – auch die Zuhörer – gleich richtig gute Laune bekommen. Und wer ganz genau hinhört, merkt vielleicht, dass der Rhythmus ab und zu ein wenig hinkt, so wie alte Leute es eben manchmal auch tun.

Einige glauben ja, dass Sándor Balogh ein Mitglied der Räuberbande sein könnte, denn er hat haufenweise Ideen von anderen berühmten Komponisten geklaut (die Räuberei zum Beispiel bei der Träumerei von Robert Schumann) und für die verschiedenen Tänze und Lieder in den Bremer Blechmusikanten hat er sich bei Musik aus fast allen Epochen der Musikgeschichte bedient. Wenn Euch also etwas bekannt vorkommt, dürft Ihr Euch nicht wundern.

Besonders gern hat Sándor Balogh allerdings den Jazz. Ganz wie der Kuhbadour es lauthals verkündet: »Jazz oder nie, heißt die die Lebensdevise für mich«.

Achtung! Wichtige Bekanntmachung!

Gesucht wird der ungarische Komponist und Posaunist Sándor Balogh.

Wichtige Merkmale sind seine lachenden Augen, seine weltweite Bekanntheit und eine ausgeprägte Vorliebe für Jazz-Musik. Balogh wird verdächtigt, mit seinem Werk Die Bremer Blechmusikanten Tausende von Ohrwürmern ausgelöst und die Lachmuskeln überstrapaziert zu haben. Es wird angenommen, dass er sich in seiner Heimatstadt Sátoraljaújhely aufhält, in der auch seine Musikkarriere begann.

Schon als Kind geriet er auf die musikalische Bahn, die ihn über das Musikgymnasium, die Franz-Liszt-Akademie in Budapest bis hin zum Ungarischen Radio-Symphonieorchester führte. Auch begründete er die Budapest Ragtime Band, die, wie der Name schon sagt, die Menschen am Stillsitzen hindert und zu begeisterten Jazz-Liebhabern werden lässt.

Beim Erkennen des Musikers ist äußerste Vorsicht geboten, da er mit seinem musikalischen Charme jeden Zuhörer unweigerlich in seinem Bann zieht.

Belohnung: Hinweise zur Ergreifung des Musikers und Komponisten Sándor Balogh werden dankend angenommen und hoffentlich mit Neukompositionen belohnt.

Artikel im Westfälischen Landboten

Musikalische Hausbesetzer vertreiben gefährliche Räuberbande

Walddorf, im September

Fünf mutige Musikanten vertrieben vor drei Tagen mit vereinter Kraft durch lautstarken Einsatz ihrer Blechblaskünste eine gefährliche Räuberbande aus ihrer Unterkunft im tiefen Teutoburger Wald. Schon seit Monaten machten die gemeinen Diebe die gesamte Gegend unsicher. Von der örtlichen Polizei konnten die Unholde bisher nicht gestellt werden.

Das heldenmütige Quintett befand sich auf dem Weg nach Bremen, um dort als tierisches Blechblasteam zu einer beispiellosen Karriere durchzustarten, als sie auf der Suche nach einem Nachtquartier das gemütliche Haus im Wald entdeckten. Bei näherer Betrachtung des Hauses stellten sie fest, dass sich dort eine Räuberbande eingenistet hatte, und beschlossen kurzerhand die Bösewichte zu vertreiben. Die fünf Bandmitglieder waren erst kurz zuvor den Morddrohungen ihrer vormaligen Besitzer entgangen. Diese wollten die vermeintlich nutzlosen Tiere im besten Seniorenalter unbedingt loswerden.

Esel, Hund, Katze, Hahn und eine Kuh blieben bei ihrem lautstarken Einsatz unverletzt und nahmen das von den Räubern überstürzt verlassene Haus sowie ein gelbes Wohnmobil (vermutlich auch geklaut) bis auf Weiteres in Beschlag, um dort in aller Ruhe ein unterhaltsames Konzertprogramm zu einzustudieren. Der Esel ließ durchblicken, dass in Kürze ein Debüt-Konzert stattfinden wird.

Die Bewohner der umliegenden Gemeinden freuen sich, dass die Gefahr durch die brutalen Banditen gebannt ist und stattdessen musikalischer Kunstgenuss in Aussicht steht.

Was ist eigentlich ein Märchen?

Das ist doch sonnenklar, denkt ihr wahrscheinlich jetzt. Märchen kennt doch jeder! Das stimmt genau: Schon seit tausenden von Jahren erzählen überall auf der Welt Eltern ihren kleinen und großen Kindern wundersame Geschichten von sprechenden Tieren, Zauberern, Hexen, Feen oder Riesen, von wunderschönen Schlössern, dunklen Holzhäusern im finstern Wald oder von fernen Ländern. Diese Geschichten sind fast immer sehr, sehr alt und wurden früher, als die meisten Menschen noch nicht lesen und schreiben konnten, ganz einfach weitererzählt. Damals hatte man ja auch noch keine Radios, Fernseher oder gar Computer mit Internet.

Allen Märchen gemeinsam ist, dass Gegensätze wie gut und böse, schlau und dumm, schön und hässlich, arm und reich eine sehr wichtige Rolle spielen. Außerdem kann man ziemlich sicher sein, dass es ein gutes Ende geben wird. Bis es soweit ist, kann es aber auch echt gruselig werden.

Sicher kennt ihr aber auch moderne Märchen z. B. die Unendliche Geschichte oder Harry Potter. Dass es sich bei diesen Geschichten auch um Märchen handelt, erkennt man daran, dass eine Heldin oder ein Held schwierige Aufgaben lösen, jemanden retten oder gegen jemanden kämpfen muss. Außerdem beginnen sie alle mehr oder weniger mit den Worten »Es war einmal …« bis es dann endlich heißt: »Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute glücklich …«

Steckbrief:

Jacob (1785 – 1863) und Wilhelm Grimm (1786 – 1859) gehören zu den wichtigsten Geistespersönlichkeiten der deutschen und europäischen Kulturgeschichte und haben mit ihrer berühmten Sammlung der Kinder- und Hausmärchen (oder Grimms Märchen) Weltruhm erlangt. Die beiden Brüder haben ihr ganzes Leben lang zusammen gewohnt und gemeinsam gearbeitet.

Kindheit und Jugend: geboren in Hanau, aufgewachsen in Steinau, Gymnasium in Kassel

Studium: Rechtswissenschaften in Marburg

Beruf: Sprach- und Literaturwissenschaftler, Bibliothekare, Universitätsprofessoren in Göttingen und Berlin, Forscher, Politiker

Hobbies: Lesen, Deutschland und die Nachbarländer bereisen, um dort nach Märchen und Sagen zu suchen, fremde Sprachen und Literatur erforschen, Politik

Auch ganz wichtig: das gemeinsame Familienleben mit den Geschwistern Lotte und Ludwig Emil

Die wichtigsten drei Bücher der Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen, Deutsche Sagen, Deutsches Wörterbuch

Gestorben: Wilhelm 1859 und Jacob 1863, beide in Berlin, begraben auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg

Die Familie der Blechblasinstrumente

Zur Familie der Blechblasinstrumente gehören das Horn, die Trompete, die Posaune und die Tuba. Gemeinsam ist diesen Instrumenten, dass sie aus Blech sind, und durch Hineinblasen ein Ton entsteht. Dass das Blech allerdings kein gewöhnliches Tomatendosenblech ist und das Hineinblasen gelernt, geübt und regelmäßig ausprobiert sein will, versteht sich von selbst. Die Töne werden erzeugt, indem mit angespannten Lippen durch das Mundstück Luft in das Instrument hineingeblasen wird. Dadurch wird die Luftsäule im jeweiligen Rohr in Schwingung gebracht: der Ton erklingt. Dass dieser dann meist so wohltönend laut und füllig ist, liegt am weit geöffneten Schallstück der Blechblasinstrumente. Mit einem Dämpfer, der in den Schallbecher gesteckt wird, können Klangfarbe und Lautstärke verändert werden.

Die Trompete

Die Trompete gab es schon vor 3000 Jahren im alten Ägypten. Allerdings war sie damals nicht gewunden wie heute, sondern bestand aus einem langgestreckten Rohr und eignete sich bestens dazu, mit bestimmten Tonkombinationen Mitteilungen zu verbreiten, diente also als eine Art Signalinstrument. Auch konnte man auf einer solchen »Naturtrompete« nur die sogenannten Naturtöne realisieren. Erst um 1830 versah man die Trompete erstmals mit den noch heute gebräuchlichen drei Ventilen, die es erlauben, ganze Tonleitern zum Klingen zu bringen. Die Trompete besteht meistens aus Messing oder aus Neusilber, das ist eine Mischung aus Kupfer, Nickel und Zink. Das Mundstück der Trompete sieht aus wie ein kleiner Eimer und heißt deshalb Kesselmundstück.

Das Horn

Der Weg zum heutigen Horn war im Grunde ein vier Meter langer. Denn exakt genauso lang ist das Rohr des Alphorns, auf dem man Naturtöne spielen kann und das im Laufe der Jahrhunderte immer weiter wie ein Schneckenhaus zusammengerollt wurde. Dabei fand ein Zeitgenosse Joseph Haydns (1732 – 1809) heraus, dass man die Töne, wenn man die Hand ganz tief in den Schallrichter stopft, sowohl nach oben als auch nach unten variieren kann. Allerdings waren die Töne doch noch arg wackelig, und so erfand man vor ungefähr 200 Jahren das Ventil: Das Horn war geboren. Mit dieser mechanischen Hilfe ließen sich die Luftwege verlängern und alle gewünschten Töne spielen, was übrigens gar nicht so leicht ist.

Die Posaune

Die Posaune ist ungefähr doppelt so lang wie die Trompete und klingt genau eine Oktave tiefer. Allerdings besitzt die Posaune keine Ventile, sondern einen sogenannten Zug, der die Funktion der Ventile übernimmt. Mit seiner Hilfe kann man auf der Posaune jeden Ton spielen. Es gibt insgesamt sieben Zugpositionen, bei denen die beiden u-förmigen Posaunenrohrteile immer weiter auseinander gezogen werden, so dass die Töne immer tiefer nach unten steigen. Aber Achtung! Zieht man den Zug zu weit heraus, dann hält man plötzlich zwei Rohrteile in der Hand. Übrigens wurde für die Posaunisten eine kleine Vereinfachung an ihr Instrument eingebaut: das Quartventil. Mit diesem »einsamen« Ventil kann man tiefe Töne einfacher erreichen.

Die Tuba

Die Tuba ist eine echte Berlinerin. Um 1835 entstand dieses extrem tief klingende Instrument in Zusammenarbeit zwischen dem preußischen Militärkapellmeister Wieprecht und dem Instrumentenbauer Moritz. Die Röhre der Tuba kann bis zu 5,40 Meter lang sein und wird vom Mundstück bis zum Trichter immer weiter. Ihre Abmessung (Mensur) kann aber ganz unterschiedlich sein. Je nachdem wie weit der Schalltrichter ist, entsteht eine etwas andere Klangfarbe. Meistens ist die Tuba mit vier Ventilen ausgestattet, die manchmal noch um zwei Kompensationsventile ergänzt werden. Ein Kompensationsventil hilft, unerwünschte Verstimmungen des Instruments auszugleichen.

Das Drum-Set

Der Schlagzeuger am Drum-Set spielt in der Regel nicht ein Instrument, sondern mehrere gleichzeitig. Zu seinen wesentlichen Aufgaben gehört es, Rhythmus und Tempo vorzugeben und damit eine Art metrisches Fundament zu bilden. Ein Drum-Set besteht aus unterschiedlichen Trommeln und Becken, die mit verschiedenen Stöcken, Schlegeln und Besen gespielt werden. Je größer die jeweilige Trommel und das Becken sind, desto tiefer klingen ihre Töne. Die Trommel besteht aus einem Holzkessel, der mit Tierhaut (Fell) oder mit Kunststoff bezogen ist. Manche Trommeln, so etwa die Tom-Toms, können mit zwei Fellen bespannt sein. Dann nennt man die Seite, auf der geschlagen wird, das Schlagfell und die andere Seite das Resonanzfell, das nur mitschwingt, um den Ton zu verstärken. Die Becken bestehen aus Bronzelegierungen; jedes einzelne besitzt seinen eigenen Klang. Das Drum-Set deckt den gesamten Tonhöhenbereich ab; als tiefstes Instrument hat es die Bassdrum, als höchstes die Hit-Hat-Becken. Dazwischen befinden sich Tom-Toms und die Snaredrum (eine kleine Trommel mit dünnen Schnarrsaiten aus Metall am Resonanzfell). Die Snaredrum schnarrt bei jedem Schlag unverkennbar mit, während die Tom-Toms meistens für spektakuläre Einwürfe verwendet werden. Auf dem Ride-Becken wird oft der durchgehende Rhythmus gespielt, und auf dem Crash-Becken werden die Betonungen hervorgehoben.

Perkussion

Rhythmus und Tempo werden auch oft mit kleinen Schlaginstrumenten gemacht, die man unter dem Namen Perkussion zusammenfasst. Sie stammen aus der ganzen Welt und werden auf verschiedenste Art gespielt. Dazu gehören zum Beispiel kleine Handtrommeln, Rasseln, Holzblöcke oder -stäbe, Ratschen, Glocken und Schellen aller Art, Kastagnetten, Triangeln ... alles was man sich nur vorstellen kann, um damit Klänge zu produzieren. In der Musik Lateinamerikas, Afrikas oder Asiens werden sie besonders häufig und gern benutzt.

Unter Ensembles versteht man kleinere Gruppen von Instrumentalisten und/oder Sängern. Meistens spielt oder singt jedes Mitglied solistisch einen eigenen Part. Ensembles werden in der Regel nicht wie ein Orchester oder Chor von einem Dirigenten geleitet, sondern entweder von einem gleichberechtigten Mitglied oder von niemandem.

Das Wort Rhythmus kommt aus dem Griechischen und bezeichnet in der Musik die zeitliche Anordnung der Töne, also die Folge von Tondauern und Pausen. In unserer westlichen Musik passen Rhythmen immer zu bestimmten Taktarten mit ihren festgelegten Betonungen. (z. B. Marsch, Walzer, Tango …)

Das französische Wort début bedeutet auf Deutsch Anfang. Als Debüt (genauso wird das französische Wort ausgesprochen) bezeichnet man die erste Arbeit, die jemand in einem bestimmten Bereich der Öffentlichkeit präsentiert, oder den ersten Bühnenauftritt vor allem auf dem Theater, in der Oper, beim Ballett, aber auch beim Film und natürlich auf dem Konzertpodium.

Naturtöne sind die Töne, die auf Blasinstrumenten ohne Verkürzung oder Verlängerung des Schallrohrs nur durch unterschiedliche Arten des Anblasens hervorgebracht werden können.

Biographie

Das Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker bestand ursprünglich aus vier Trompetern und vier Posaunisten und wurde vor rund 60 Jahren gegründet. Obwohl die acht Musiker zusammen schon ziemlich laut spielen konnten, wurde das Ensemble später noch durch eine Tuba, ein Horn sowie durch je eine zusätzliche Trompete und Posaune erweitert. Damit es nicht langweilig wird, wechseln die Musiker bisweilen ihre Instrumente – von der hohen B-Trompete über die Basstrompete bis zur Kontrabassposaune –, wobei allerdings nie untereinander getauscht wird. Manchmal dürfen auch noch mehr Orchesterkollegen mitspielen, etwa die beiden Schlagzeuger Franz Schindlbeck und Jan Schlichte, die sich schon immer besonders gut mit den Blechbläsern verstanden haben. Aufgrund der unterschiedlichen Besetzungen kann die philharmonische Kammermusikgruppe einfach alles spielen: alte Werke aus dem 16. und 17. Jahrhundert ebenso wie neue Musik bis hin zu Jazz-Bearbeitungen und Pop-Songs. Wer bei den Blechbläsern der Berliner Philharmoniker mitmachen möchte, darf kein Stubenhocker sein, schließlich tritt das Ensemble auch regelmäßig außerhalb von Berlin auf und war sogar schon zwei Mal in Japan. Natürlich haben die Musiker eine Reihe von CDs eingespielt und waren auch in Fernsehen und Radio zu erleben.

Klaus Wallendorf ist außerordentlich vielseitig begabt: man kann ihn als ausgezeichneten Dichter und Schriftsteller, kurzweiligen Redner, einfallsreichen Komiker und natürlich als exzellenten Musiker erleben. (Sonst wäre er ja auch nicht hauptberuflich Hornist bei den Berliner Philharmoniker geworden.) Zu seinem Instrument, dem Horn kam er allerdings eher zufällig. Der Musiklehrer an seinem Gymnasium war von der Düsseldorfer Jugendmusikschule gebeten worden, nach Schülern für das Waldhorn zu suchen. Klaus Wallendorf meldete sich – eigentlich auf eine ganz andere Frage hin – und schon hatte er das Horn in der Hand. Für dieses zeigte er so großes Talent, dass er bereits mit 16 Jahren den Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« gewann und bald darauf schon in einem richtigen Berufsorchester mitspielen durfte. Am Horn gefällt ihm besonders gut, dass man damit so unterschiedliche Klangfarben erzeugen kann: »Die Hörner sind so etwas wie die klangliche Verbindung zwischen Holz- und Blechbläsern; schmettern und verstärken bei diesen kräftig mit und säuseln und verschmelzen sich mit jenen und sind also sozusagen im Wald wie in der Schmiede zu Hause.«

Bettina Geyer machte schon als Kind sehr viel Musik und hat dabei die verschiedensten Instrumente ausprobiert: Klavier, Fagott, Blockflöte oder auch Topfschlagen. Deshalb wollte sie später Musiklehrerin werden. Während des Studiums entdeckte sie dann aber eine andere Leidenschaft, nämlich das Theater, und da besonders die Oper. Also arbeitete sie nach dem Studium lieber an verschiedenen Theatern und Opernhäusern als Assistentin und traf dabei viele berühmte Theatermacher, von denen sie eine Menge lernen konnte. Eines Tages beschloss sie dann, selbst Regie zu führen, d.h. die Geschichten und die Musik mit eigenen Ideen auf die Bühne zu bringen. Seitdem hat sie bekannte und große Opern in Szene gesetzt, aber auch kleine, weniger bekannte oder ganz moderne und neuartige Werke (z. B. Hänsel und Gretel vonEngelbert Humperdinck, Das Tagebuch der Anne Frank von Grigori Frid, Orlando von Vito Zuraj, Martin Grütter und Michael Langemann). Besonders gerne macht sie aber Oper für und mit Kindern und Jugendlichen, so bei in einer Zauberflöte für Kinder mit den Berliner Philharmonikern bei den Osterfestspielen 2013 in Baden-Baden.

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