Berliner Philharmoniker
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Kammermusik

ensemble-wienberlin

Karl-Heinz Schütz Flöte, Hansjörg Schellenberger Oboe, Norbert Täubl Klarinette, Richard Galler Fagott, Stefan Dohr Horn

30 Jahre ensemble-wienberlin

Anton Reicha

Bläserquintett Es-Dur op. 88 Nr. 2

Paul Taffanel

Bläserquintett g-Moll

György Ligeti

Bagatellen

Toshio Hosokawa

Ancient Voices für Bläserquintett Auftragskomposition des ensemble-wienberlin mit Unterstützung der Salzburger Festspiele und der Stiftung Berliner Philharmoniker Deutsche Erstaufführung

Carl Nielsen

Bläserquintett op. 43

Termine und Tickets

Mi, 04. Dez. 2013 20 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

»Die Blasinstrumente der Société des concerts haben jetzt das Banner des Aufstands gegen die Streicher gehisst, denen sie stets -untergeben waren. Die Flöte ist der Streiterei mit ihnen müde; die Klarinette ist es leid, ihre melancholischen Klagen ins Leere anzustimmen [...].« Paul Taffanel, Begründer der modernen französischen Flötenschule, hatte mit seiner Société de musique de chambre pour Instruments à vent 1879 zum »Aufstand« geblasen: Er legte den Grundstein für eine Bläsertradition, von der heute noch die Bläserformationen profitieren – auch das Ensemble-WienBerlin das 1983 von fünf Ersten Bläsern der Wiener und Berliner Philharmoniker gegründet wurde, womit die Idee Herbert von Karajans, beide Orchester näher zusammenzuführen, seit nunmehr 30 Jahren verwirklicht wird.

In seinem Jubiläumskonzert hat das Ensemble-WienBerlin, das mit seiner selten erreichten klanglichen und musikalischen Homogenität zu den gefragtesten Bläserquintetten weltweit gehört, neben Taffanels spätromantischem g-Moll-Quintett auch das Es-Dur-Quintett op. 88 Nr. 2 von Anton Reicha aufs Programm gesetzt – ein hochvirtuoses Werk, das »Correctheit und Klarheit mit [...] Erfindung und Originalität« verbindet (Allgemeine Musikalische Zeitung). Anschließend widmet sich das Ensemble der deutschen Erstaufführung eines neuen Werks von Toshio Hosokawa (»Ideale Musik ist für mich wie Naturgeräusch.«) sowie Carl Nielsens quasi symphonischem Bläserquintett op. 43, das einen erstaunlich orchestralen Klang mit großer dynamischer Bandbreite entfaltet. Für einen weiteren Höhepunkt sorgen György Ligetis schmissige Bagatellen, die auf der Musica ricercata für Klavier basieren.

Über die Musik

Fünf Freunde – »Les cinq principaux instruments à vent«

Musik für Bläserquintett in fünf kompositorischen Perspektiven

Die Concerte in Privathäusern, von welchen das alte Wien täglich wiederhallte, haben ebenso wie die in den Palästen aufgehört. Man besucht Concerte, aber man veranstaltet keine mehr, man hört alle neuen Quartette und Sinfonien, aber man spielt sie nicht mehr selbst. […] Man kann das Jahr 1809 [Besetzung Wiens durch napoleonische Truppen] als den entscheidenden Wendepunkt, als das Sterbejahr jener schönen aristokratischen Bestrebungen ansehen.«

Anton Reicha: Bläserquintett Es-Dur op. 88 Nr. 2

Mit diesen Worten umreißt der berühmte Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick (1825 – 1904) einen musikgeschichtlichen Umbruch, der sich ähnlich bereits in Paris vollzogen hatte und bald auf ganz Europa übergriff. Einen Umbruch, mit dem sich die Komponisten der Zeit auseinandersetzen mussten, unter ihnen auch Anton Reicha, der als Schöpfer der Besetzungsform Bläserquintett gilt. In Wien waren es die gebildeten und kunstinteressierten Adligen und der kaiserliche Hof, welche die Kammermusik pflegten: »Es ist bekannt,« schreibt Hanslick, »welch’ entscheidende musikalische Bildung insbesondere den Kaisern Karl VI., Leopold I., Josef II. und dem Erzherzog Rudolph eigen war und welche bedeutende Stellung in ihrer Tagesordnung die eigene Ausübung der Tonkunst einnahm. […] Das Streichquartett auf Schloß Persenbeug, das aus dem Kaiser Franz, Graf Wrbna, Feldmarschall-Lieutenant Kutschera und Capellmeister Eybler bestand […] – es war der letzte schwache Nachklang aus der musikalischen Kaiserzeit.«

Da also die Aristokraten auch das Streichquartett pflegten, war es im nachrevolutionären Paris, in das sich Anton Reicha im Jahr 1808 von Wien aus begab, absolut verpönt! Höfische Repräsentationsmusik lehnte man ab. Vielmehr förderten Nationalfeiertage und öffentliche Paraden die Entwicklung der Blas- und Militärmusik und die dafür zuständigen Ausbildungsstätten. So wurde 1792 in Paris die École gratuite de musique de la Garde-National gegründet, 1794 die École de Musique in Dijon und 1795 schließlich das Conservatoire de Paris, an dem es damals gleich 19 Klarinettenklassen gab. Auf diese neue, in Wien kaum vorstellbare Situation hatte sich Reicha in Paris einzustellen. In seiner Autobiografie beschreibt er, dass es für die Blasinstrumente kein Repertoire gegeben habe, das mit den reichen und herausragenden Kompositionen für die Streichinstrumente vergleichbar gewesen sei und er deshalb auf den Gedanken gekommen sei, die fünf »principaux instruments à vent« zu einem Ensemble zu vereinen. Eine Idee, die ihm bereits zu Lebzeiten größten Ruhm einbrachte, denn bald sprach tout Paris über seine Kompositionen für Bläserquintett.

Der 1770 in Prag geborene Anton Reicha wurde nach dem frühen Tod seines Vaters von seinem Onkel Josef Reicha adoptiert, der Cellist und Kapellmeister am Oettingen-Wallersteiner Hof war. Dort erhielt Anton Unterricht in Deutsch und Französisch sowie in den Fächern Violine, Flöte (seinem Hauptinstrument) und Klavier. Außerdem lernte er in Oettingen-Wallerstein die später für ihn so bedeutende Harmoniemusik der Bläser kennen, die hier besonders geschätzt und oft aufgeführt wurde. 1785 übernahm sein Onkel die Kapellmeisterstelle der Kurfürstlichen Kapelle in Bonn, in der Anton Reicha als zweiter Flötist mitwirkte. Mit Ludwig van Beethoven, der in diesem Orchester Bratsche spielte, verband ihn bald eine Freundschaft, welche die beiden Musiker viele Jahre lang pflegen sollten. Als französische Revolutionstruppen im Jahr 1794 das Rheinland besetzten, floh Reicha zunächst nach Hamburg und versuchte 1799 dann sein Glück in Paris. Er verstand sich selbst als Opernkomponist, blieb aber in Paris unbeachtet und zog so 1802 nach Wien. Abermals von französischen Revolutionstruppen vertrieben, wandte er sich 1808 ein zweites Mal nach Paris. Den großen Erfolg, den er dort hatte, führte er selbst auf drei Faktoren zurück. Zum einen unterrichtete er eine große Anzahl von Schülern privat in Komposition – zunächst ohne einer der erwähnten Lehrinstitutionen anzugehören. Erst 1818 wurde Reicha auf eine für ihn eingerichtete Professur für Kontrapunkt und Fuge berufen. Zu seinen bedeutendsten Kompositionsschülern gehörten Adolphe Adam, Hector Berlioz, Franz Liszt, George Onslow, Friedrich von Flotow und César Franck. Von besonderem Gewicht waren ferner seine theoretischen Werke, die als Compositionslehre von Carl Czerny ins Deutsche übersetzt wurden und 1832 in Wien bei Diabelli erschienen. Als dritten Faktor nannte Reicha schließlich seine Bläserquintette: Bis heute wirkt der sensationelle Erfolg dieser Kompositionen nach, die im Repertoire einer solchen Bläserformation nicht fehlen dürfen und zahlreiche Komponisten zu ähnlichen Werken inspirierten.

Von außerordentlicher Bedeutung für diesen Erfolg war eine Gemengelage, die es so nur in Paris gab. Die bereits erwähnte politisch gewollte Bevorzugung der Bläsermusik und die damit verbundene Standardisierung der musikalischen Erziehung hatte Virtuosen hervorgebracht, die sich anders als die Hofmusiker vergangener Zeiten auf ein einziges Instrument spezialisieren konnten und eine gründliche, instrumentenspezifische Ausbildung durchlaufen hatten. Reicha standen also ausgezeichnete Musiker zur Verfügung, nämlich Joseph Guillou (1787 – 1853), Flötist an der Oper, erster Flötist der Hofkapelle und Professor am Conservatoire, Gustave Vogt (1781 – 1870), Oboist verschiedener Opern- und Symphonieorchester und ebenfalls Professor am Conservatoire, Jacques-Jules Bouffils (1783 – 1868), Klarinettist an der Opéra comique, Louis François Dauprat (1781 – 1868), Professor für Horn am Conservatoire und Kompositionsschüler Reichas, sowie der Fagottist Antoine Nicolas Henry (1777 – 1842), der ebenfalls am Conservatoire lehrte. Das bedeutete natürlich auch, dass diese Kompositionen de facto für musikalische Dilettanten nicht mehr aufzuführen waren. Die Bläserquintette Reichas sind Werke für den Konzertsaal. Ihren Erfolg begünstigten ferner die wegweisenden Entwicklungen im Holzblasinstrumentenbau, die in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts von Paris ausgingen. Anders als an anderen Orten Europas standen den Musikern hier ausgereiftere Instrumente zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit dem Conservatoire war man um eine Standardisierung auch der Instrumentenmodelle bemüht, existierten doch in Europa zahlreiche Typen mit unterschiedlichen Griffweisen nebeneinander, was insbesondere die Entwicklung und Verwendung der Querflöte zunächst hemmte. So verzichten die Harmoniemusiken Mozarts und die in Wien am Ende des 18. Jahrhunderts so beliebten Bläseroktette zumeist auf die Querflöte.

Paul Taffanel: Bläserquintett g-Moll

Deshalb wenden sich die erwähnten Pariser Bläser im Vorwort der Simrock-Ausgabe der Quintette Reichas an dessen Kollegen und ermutigen sie zu weiteren Werken für ihre Besetzung. Dieser Aufforderung kam 1876 der französische Flötist Paul Taffanel (1844 – 1908) mit seinem Bläserquintett g-Moll nach. Als Solist und Orchestermusiker wirkte Taffanel stilbildend für einen neuen, weicheren Flötenklang. Seit dem Beginn seiner Tätigkeit als Professor für Flöte am Conservatoire im Jahr 1893 gilt Taffanel als Vater der modernen französischen Schule des Flötenspiels. Charakteristisch für diesen Stil sind ein expressiver und eleganter Vortrag sowie ein leichteres, sorgfältig moduliertes Vibrato. Im Vergleich zur Komposition Reichas fällt tatsächlich eine neuartige Behandlung der Flöte auf, deren Stimme in Taffanels Quintett beispielsweise durchaus ins tiefe Register geführt wird, wo sie kraftvoll, üppig und ausdrucksvoll zu klingen vermag. Um die Kammermusik für Bläser zu fördern, gründete Taffanel 1878 die Société de musique de chambre pour instruments à vent, in welcher er die Bläsermusik Mozarts und Beethovens wieder belebte und Kompositionen (z. B. Charles Gounod) zu weiteren neuen Werken für Bläserensemble anregte. Wie Reicha hatte auch Taffanel die Gleichberechtigung mit der Streicherkammermusik im Auge. Im Gegensatz zu den Instrumenten des Streichquartetts klingen die des Bläserquintetts deutlich weniger homogen zusammen. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihren Klangfarben erheblich, sondern auch in der Art der Tonerzeugung, ihrer dynamischen Bandbreite, ihrer Ansprache und ihren Tonumfängen. Taffanel gelingt es, diese heterogenen Instrumente in Mischklängen von orchestraler Wirkung zu kombinieren und einen Klangteppich zu weben, über dem sie sich solistisch in all ihrer Farbigkeit ausbreiten können.

György Ligeti: Sechs Bagatellen für Bläserquintett

Das Prinzip der Vielfarbigkeit – insbesondere in ungewöhnlichen Kombinationen und Mischklängen der Blasinstrumente – hat Györy Ligeti in seinen Bagatellen weiterverfolgt. »Ich habe keine Kunsttheorie«, bekannte Ligeti einmal. »Ich habe keine message, die ich verkünde. Man kann mich nicht festnageln auf eine einheitliche, verbal ausdrückbare kompositorische Theorie. Sondern ich versuche immer neue Dinge auszuprobieren. Deswegen habe ich es einmal so dargestellt: Ich bin wie ein Blinder im Labyrinth, der sich herumtastet und immer neue Eingänge findet und in Zimmer kommt, von denen er gar nicht wusste, dass sie existieren. Und dann tut er etwas. Und er weiß gar nicht, was der nächste Schritt sein wird.« Dies ist eine sehr instruktive Anleitung zum Hören der Sechs Bagatellen. Folgen wir Ligeti ins Labyrinth: Immer wieder gibt es dort Neues zu entdecken, unbekannte klangliche Mischungen, überraschende Wendungen, farbige Harmonien, rhythmische Verschiebungen, große dynamische Unterschiede und mitunter Bizarres. Folkloristisches mischt sich mit Jazzigem, minimalistische Elemente und Ostinati mit Balkan-Rhythmen. Mit der Bezeichnung Bagatelle spielt Ligeti vermutlich auf sein kompositorisches Vorbild Béla Bartók an, dem der fünfte Satz ausdrücklich gewidmet ist. Es war Bártók, der dieses Genre im 20. Jahrhundert wieder in die Instrumentalmusik aufnahm. Die Sechs Bagatellen sind eine Bearbeitung von sechs Sätzen aus Ligetis ursprünglich elfsätziger Musica ricercata für Klavier, entstanden in den Jahren 1951 bis 1953.

Toshio Hosokawa: Ancient Voices

Die heute erstmals in Deutschland erklingende Komposition von Toshio Hosokawa ist ein Auftragswerk des ensemble-wienberlin (mit Unterstützung der Salzburger Festspiele und der Stiftung Berliner Philharmoniker) aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Bläserquintetts. Während der Komponist noch bei der Arbeit war, erreichte ihn die Nachricht vom Tod des Flötisten Wolfgang Schulz, den Hosokawa als das Herz dieses Ensembles bezeichnet. Der Komponist widmet Ancient Voices der Erinnerung an den herausragenden Musiker. »Meine Musik zeigt immer das feierliche-rituelle Wesen, welches ihr innewohnen kann,« schreibt Hosokawa der Autorin. »Musik kann die menschliche Seele zur Ruhe bringen. Und sie kann die Rolle haben, die unsichtbaren Gegenden des Herzens mit Leben zu erfüllen. Meine Musik ist nicht dazu gedacht, Einfluss auf die menschliche Intelligenz zu nehmen. Vielmehr wirkt sie auf den menschlichen Körper und das ›chi‹. Ich würde ›chi‹ als die Quelle der Lebensenergie bezeichnen, die den Menschen und die Natur antreibt.«

Sehr langsam, im dreifachen Piano, »con misterioso« beginnt Hosokawas Stück. »Very slow and large vibrato« lautet die Anweisung für das Flöten-Solo, welches das Quintett eröffnet. Bald entscheidet sich der Komponist für gedecktere Klänge und setzt Englischhorn und Altflöte ein. Gelegentlich werden die Töne ganz zurückgenommen, man hört nur die Luft im Instrument, den Atem des Spielers, die Seele der Klänge. Andere Momente leben von der Unfixiertheit eines Klangs, der einen Viertelton höher oder tiefer angespielt wird. »Diese Musik zeigt ein wesentliches Merkmal meiner Kompositionen«, erläutert Toshio Hosokawa weiter, »Die melodische Linie jeder Note verläuft in Kurvenform, so wie die fernöstliche Schrift. Diese Linien verwickeln sich ineinander wie Pflanzen und formen das Universum von Yin und Yang (Licht und Schatten, männlich und weiblich, hoch und tief, stark und schwach). Dabei entsteht rituelle Musik.«

Carl Nielsen: Bläserquintett op. 43

Das Bläserquintett op. 43 von Carl Nielsen gehört zu den schönsten Werken der Gattung überhaupt. »Hier hat der Komponist versucht, den verschiedenen Instrumenten Charakter zu verleihen. Sie reden bald wie aus einem Munde, bald durcheinander und bald jedes für sich«, schreibt Nielsen selbst. Dem gravitätischen dritten Satz, einem Variationssatz, liegt ein Kirchenlied aus seiner eigenen Feder zugrunde. Die Variationen ändern in der Stimmung mitunter jäh – sie sind heiter und grotesk, elegisch und ernst. Im zweiten Satz präsentiert das Quintett ein ausgelassenes Menuett. Und im ersten Satz vertont Nielsen einen sonnigen Frühlingstag; man vermeint den warmen Wind auf der Haut zu spüren und das aufgeregte Rufen der Vögel zu vernehmen. Eine schöne Erinnerung an kalten Wintertagen...

Heike Fricke

Biographie

Das ensemble-wienberlin, das 1983 von fünf ersten Bläsern der Wiener und der Berliner Philharmoniker gegründet wurde, avancierte umgehend zu einem der meistgefragten Holzbläserquintette der Gegenwart. Neben dem Gründungsmitglied Hansjörg Schellenberger (Oboe) gehören heute Karl-Heinz Schütz (Flöte), Norbert Täubl (Klarinette), Richard Galler (Fagott) sowie Stefan Dohr (Horn) zur festen Besetzung. Das ensemble-wienberlin gastiert weltweit in den renommiertesten Konzertsälen und ist bei internationalen Festivals wie den Salzburger Festspielen, der Mozartwoche Salzburg, den Wiener Festwochen, dem Lucerne Festival, dem Ravenna Festival und dem Rheingau Musikfestival vertreten. Das Repertoire der Kammerformation umfasst nahezu alle Werke des Bläserquintett-Genres, wobei ein deutlicher Akzent auf der Musik des 20. und des 21. Jahrhunderts liegt. 2003 widmete Wolfgang Rihm dem Ensemble ein Bläserquintett; im Rahmen des Lucerne Festivals 2008 brachte es gemeinsam mit dem Pianisten Lars Vogt Brett Deans Sextett Polysomnography zur Uraufführung. Zu den künstlerischen Partnern des ensemble-wienberlin gehören Elena Bashkirova, Elisabeth Leonskaja, James Levine, Alexander Lonquich, Maurizio Pollini, Stefan Vladar und Dénes Várjon. In den Konzerten der Berliner Philharmoniker es zuletzt Anfang Oktober 2008 zu Gast; auf dem Programm standen Werke von Mozart, Poulenc, Ligeti, Kurtág und Dean.

Karl-Heinz Schütz, 1975 in Innsbruck geboren, studierte bei Eva Amsler am Vorarlberger Landeskonservatorium sowie bei Philippe Bernold am Conservatoire national supérieur de musique de Lyon. Von 2000 bis 2004 war er Solo-Flötist der Stuttgarter Philharmoniker, bevor er in der selben Position zu den Wiener Symphonikern wechselte. Seit 1. Dezember 2011 ist Karl-Heinz Schütz Solo-Flötist des Orchesters der Wiener Staatsoper und der Wiener Philharmoniker. Als Solist und Kammermusiker gastierte der Musiker, der er im In- und Ausland im Rahmen von internationalen Meisterkursen unterrichtet, in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. Im Juni 2013 trat er im ensemble-wienberlin die Nachfolge von Wolfgang Schulz an, zudem engagiert er sich im Doremis Ensemble Wien, im Duo mit Jung-Jae Moon bzw. Eliko Akahori sowie in verschiedenen weiteren Kammermusik-Formationen.

Hansjörg Schellenberger war von 1980 bis zum Sommer 2001 Solo-Oboist des Berliner Philharmonischen Orchesters. Der mehrfache Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs studierte an den Musikhochschulen in München und Detmold Dirigieren und Oboe und war vor seiner Tätigkeit bei den Berliner Philharmonikern Solo-Oboist des WDR Sinfonieorchesters Köln. Im Sommer 2001 verließ der Gründer und künstlerische Leiter des Haydn-Ensembles Berlin die Berliner Philharmoniker, um sich verstärkt den zunehmenden Aufgaben als international gefragter Solist und Kammermusiker widmen zu können. Zudem hat Hansjörg Schellenberger seine Dirigier-Tätigkeit intensiviert, welche ihn zu Orchestern wie dem Jerusalem Symphony Orchestra, dem Orchestra del Teatro Comunale Firenze, dem Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi, dem Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom, dem Orquesta Nacional d’España und zu der Camerata Salzburg führte. Im Rahmen seiner langjährigen pädagogischen Arbeit lehrte Hansjörg Schellenberger an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker. Seit dem Herbst 2000 ist er Professor für Oboe an der Escuela Superior de Musica Reina Sofia Madrid, zudem gibt er weltweit Meisterkurse.

Norbert Täubl erhielt ab seinem 12. Lebensjahr Klarinettenunterricht und absolvierte sein Klarinettenstudium bei Peter Schmidl an der Wiener Musikhochschule. Nach regelmäßiger Tätigkeit als Substitut im Wiener Staatsopernorchester und bei den Wiener Philharmonikern trat der Musiker 1979 eine Stelle im Bühnenorchester der Österreichischen Bundestheater an und wechselte im Dezember desselben Jahres ins Orchester der Wiener Staatsoper. 1983 wurde Norbert Täubl Mitglied der Wiener Philharmoniker, deren Solo-Klarinettist er heute ist. Noch im selben Jahr begann er sich im Wiener Bläseroktett zu engagieren. 1988 folgte seine Aufnahme ins Wiener Kammerensemble, 1999 trat er die Nachfolge von Karl Leister im ensemble-wienberlin an. Seine weltweite Konzerttätigkeit als Kammermusiker und Solist pflegt Norbert Täubl u. a. bei internationalen Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Carinthischen Sommer, dem Rheingau Musikfestival und dem Lucerne Festival.

Richard Galler erhielt seinen ersten Fagottunterricht 1980 am Grazer Konservatorium bei Johann Benesch, von 1984 bis 1988 studierte er bei Milan Turkovic an der Salzburger Musikhochschule »Mozarteum«. Der Musiker, der mit Preisen bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde, ist seit 1987Solofagottist der Wiener Symphoniker. Neben dieser Tätigkeit ist er auch als aktiver Kammermusiker regelmäßiger Gast bei den Festivals in Mondsee, Lockenhaus, Risør, St. Gallen und Prades.Als Solist trat Richard Galler in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Portugal, England, Norwegen, in den USA sowie in Südamerika und Japan auf und arbeitete im Rahmen dieser Tätigkeit mit Dirigenten wie Rafael Frühbeck de Burgos, Georges Prêtre, Wolfgang Sawallisch, Vladimir Fedosejev und Leopold Hager zusammen. Er unterrichtete bis 2004 an der Universität »Mozarteum« in Salzburg. Heute ist Richard Galler als Nachfolger von Milan Turkovic Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und gibt zudem weltweit Meisterkurse.

Stefan Dohr stammt aus Münster. Nach dem Studium in Essen und Köln wurde er Solo-Hornist im Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester. Es folgten Engagements in gleicher Position beim Bayreuther Festspielorchester, im Orchestre Philharmonique de Nice und beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Seit 1993 ist er Solo-Hornist der Berliner Philharmoniker. Darüber hinaus tritt er international als Solist sowie als Kammermusiker auf, z. B. mit Maurizio Pollini, Lars Vogt, Kolja Blacher und Ian Bostridge. Neben dem klassischen und romantischen Hornrepertoire gilt sein Interesse auch zeitgenössischen Werken: So brachte er Anfang Februar 2011 in einem philharmonischen Konzert unter der Leitung von Sir Simon Rattle das Concerto for Horn and Orchestra – Moment of Blossomingvon Toshio Hosokawa zur Uraufführung. Stefan Dohr ist Mitglied der Hornisten der Berliner Philharmoniker. An der Musikhochschule »Hanns Eisler« war er als Dozent tätig, derzeit unterrichtet er an der philharmonischen Orchester-Akademie sowie weltweit im Rahmen von Meisterkursen. Seit 2009 ist Stefan Dohr Orchestervorstand und Mitglied des Vorstands der Stiftung Berliner Philharmoniker.

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