Berliner Philharmoniker

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Kammermusik

Simón Bolívar String Quartet:

Alejandro Carreño Violine

Boris Suárez Violine

Ismel Campos Viola

Aimon Mata Violoncello

Edicson Ruiz Kontrabass

Alberto Ginastera

Streichquartett Nr. 1 op. 20

Johannes Brahms

Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 51 Nr. 2

Franz Anton Hoffmeister

Quartett für Kontrabass solo, Violine, Viola und Violoncello D-Dur

Juan Bautista Plaza

Fuga criolla (Fassung für Streichquintett)

Juan Bautista Plaza

Fuga romántica venezolana (Fassung für Streichquintett)

Aldemaro Romero

Fuga con Pajarillo aus der Suite für Streicher Nr. 1 (Fassung für Streichquintett)

Termine

Mo, 02. Dez. 2013 20 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Als Edicson Ruiz 2003 in die Reihen der Berliner Philharmoniker aufgenommen wurde, war das ein Rekord. Denn mit seinen damals 17 Jahren wurde er das jüngste Mitglied, das je in diesem Orchester gespielt hat! Dabei wurde dem Kontrabass-Virtuosen die Musik alles andere als in die Wiege gelegt: 1985 in Caracas geboren, wuchs er bei seiner Mutter in einem Armenviertel auf, die sich, nachdem sie ihren Job verloren hatte, zeitweilig als Taxifahrerin durchschlug. Die inzwischen legendäre Nachwuchsförderung Venezuelas, das einzigartige »Sistema«, hat Ruiz’ Leben schließlich verändert.

Aus »El Sistema« ging auch das Simón Bolívar String Quartet hervor, mit dem die Stimmführer des Simón Bolívar Symphony Orchestra eine neue lateinamerikanische Kammermusiktradition begründet haben – die »mitreißende Kraft ihres Spiels« bewunderte schon kein Geringerer als Gustavo Dudamel. Gemeinsam mit Edicson Ruiz ist das Simón Bolívar String Quartet nun im Berliner Kammermusiksaal zu erleben, u. a. mit Alberto Ginasteras von pulsierend-energetischen Tanzrhythmen durchzogenem Streichquartett Nr. 1, das der Primarius Alejandro Carreño kurzerhand zu seinem Lieblingsstück erklärt hat: »Wer Musik macht, sollte dies mit Leidenschaft, Liebe und ganzem Herzen tun.«

Neben Brahms’ Streichquartett Nr. 2 steht noch das selten zu hörende Quartett für Kontrabass, Violine, Viola und Violoncello von Franz Anton Hoffmeister auf dem Programm, dessen Schaffen der Musiklexikograf Ernst Ludwig Gerber einst »als Bereicherung und Beförderung der Instrumentalmusik« feierte, vor allem aufgrund seiner »schönen Arbeiten für konzertierende Instrumente«. Abgerundet wird der Abend mit Kammermusik aus der Heimat der jungen Musiker. Auf dem Programm stehen Werke der venezolanischen Komponisten Juan Bautista Plaza und Aldemaro Romero.

Über die Musik

Von neuen Rollen und neuen Wellen

Eine musikalische Interkontinentalreise zu fünft

Alberto Ginastera: Streichquartett Nr. 1 op. 20

»Schon jetzt ist kein Bericht über Musik in Argentinien vollständig, der nicht seinen Namen erwähnt.« 1941 hatte der amerikanische Komponist Aaron Copland in Buenos Aires den damals 25-jährigen Alberto Ginastera kennengelernt. Nachhaltig beeindruckt von einer Aufführung des Balletts Panambí, Ginasteras Opus 1, am Teatro Colón, war Copland fortan absolut überzeugt von der Begabung des jungen Argentiniers. Dieser hatte in den Jahren 1936 bis 1938 am Conservatorio Nacional de Música in Buenos Aires eine gründliche Ausgebildung genossen. Bereits in dieser Zeit war es Ginastera 1937 gelungen, mit der Uraufführung der Orchestersuite op. 1a aus dem Ballett Panambí auf sich aufmerksam zu machen. Nach dem Ende seines Studiums wirkte Ginastera 30 volle Jahre an verschiedenen Einrichtungen als Pädagoge, Universitätsprofessor und vor allem als Kompositionslehrer. Seine legendären Kurse wurden zu einem attraktiven Anziehungspunkt für lateinamerikanische Kompositionsstudenten. Außerdem gehört Ginastera zu den wesentlichen Initiatoren des Centro Latinoamericano de Altos Estudios Musicales, das auf seine Veranlassung auch bedeutende europäische Kollegen wie Iannis Xenakis, Luigi Nono und Olivier Messiaen als Gastdozenten einlud. 1971 siedelte er in die Schweiz über, wo er hochgeehrt 1983 in Genf starb.

Als Ginastera sein Streichquartett Nr. 1 op. 20 schrieb, war er bereits mit Liedern, Chören, zwei Balletten, Kompositionen für Orchester und für Kammer-Ensembles sowie mit Klavier-, Orgel- und Filmmusik an die Öffentlichkeit getreten. Und doch wartete er bis zum Jahr 1948, ehe er sich an sein erstes Streichquartett wagte. Unwillkürlich muss man bereits bei den ersten Takten an Strawinskys Sacre du printemps denken. Hier jedoch sind es die Rhythmen der argentinischen Volksmusik, die – unterschiedlich gewichtet – wie ein Teppich unter allen vier Sätzen liegen. Doch keineswegs als einfach übernommenes geistreiches Aperçu, sondern raffiniert verarbeitet. Mit zwei auffahrenden Gesten eröffnet der Komponist den Kopfsatz, um ihn dann mit hämmernden Akkorden, wilden Synkopen, kurzen, sehr zarten Einwürfen der Violinen einem wirbelnden Schluss zuzutreiben. Auf ein geisterhaftes Scherzo, das mit allen nur Streichern vorbehaltenen Finessen aufwartet, folgt »calmo e poetico« (ruhig und poetisch) der dritte Satz mit einem für Ginastera charakteristischen Akkord – gleichsam seinem »Fingerabdruck«. In heiter-ländlichem Charakter beschließt ein turbulentes Rondo das Werk.

Johannes Brahms: Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 51 Nr. 2

Auch Johannes Brahms näherte sich der kammermusikalischen Königsgattung nur zögernd. Als er seinem Freund Theodor Billroth, dem berühmten Chirurgen und späteren Widmungsträger von Opus 51, im Juli 1873 mitteilte: »Ich bin im Begriff, nicht die ersten, aber zum ersten Male Streich-Quartette herauszugeben«, waren unter anderem bereits zwei Klavierquartette und ein Klavierquintett entstanden. Zwar hatte er schon 1853 Robert Schumann ein Quartett in h-Moll gezeigt, doch wahrscheinlich gehört es zu jenen mehr als 20 Streichquartetten, die Brahms – wie er einem Jugendfreund verriet – später allesamt vernichtet habe. Die Arbeit an den beiden Streichquartetten op. 51 geht bis auf die Zeit um 1865 zurück; abgeschlossen wurde sie aber erst im Sommer 1873 in Tutzing am Starnberger See.

In beiden Kompositionen orientiert sich Brahms streng am klassischen Streichquartett beethovenscher Prägung, an der motivisch-thematischen Arbeit der Sonatenform und den an sie gebundenen Durchführungs-Exerzitien. Im Unterschied zu Opus 51 Nr. 1 ist das Schwesterwerk jedoch viel gelöster und lyrisch-poetischer im Ausdruck. Gleich zu Beginn des ersten Satzes grüßt Brahms den Violinvirtuosen Joseph Joachim mit dessen Motto »f(rei) – a(ber) – e(insam)« als Eröffnungsgeste. Seit sich die beiden Künstler 1853 in Hannover kennengelernt hatten, verband sie eine feste Freundschaft. Offenbar wollte Brahms das Werk ursprünglich dem geigenden Freund widmen. Der Kopfsatz ist rhythmisch diffizil angelegt, so dass ein dichtes klangsinnliches Gewebe entsteht. In ihm findet auch der melodienselige Seitengedanke Aufnahme. Im Verlauf des kantablen Andante moderato bildet der Mittelteil einen rhapsodisch-erregten Gegenpol. Auch im dritten Satz, einem veritablen Scherzo, treffen zwei unterschiedliche Ausdruckscharaktere aufeinander: das Graziöse des Menuetts und das Kapriziöse des Scherzos. Ihm hat Brahms – ein genialer Kunstgriff! – die strenge Struktur eines Doppelkanons zugrunde gelegt. Im Finale wiederum wird deutlich, warum Arnold Schönberg von »Brahms, dem Fortschrittlichen« sprach und damit auf dessen Prinzip der »entwickelnden Variation« anspielte. In abgewandelter Form nimmt Brahms hier Motive aus dem ersten Satz wieder auf, spinnt sie weiter und lässt so das a-Moll-Werk anmutig und heiter ausklingen.

Franz Anton Hoffmeister: Kontrabassquartett D-Dur

Obwohl, wie in Riemanns Musik-Lexikon von 1900 zu lesen, der Komponist, Kirchenkapellmeister und Musikalienhändler Franz Anton Hoffmeister »Hunderte von Werken für Flöte (Konzerte, Duette, Trios, Quartette, Quintette), 42 Streichquartette, 5 Klavierquartette [...]« geschrieben hat, wird das Quartett D-Dur für Kontrabass solo, Violine, Viola und Violoncello weder dort noch in den heute aktuellen Musik-Enzyklopädien erwähnt. Dabei ist ein Streichquartett in dieser Besetzung wahrlich eine kleine Sensation. Denn wann war je schon einmal dem Kontrabass in einem Streichquartett die Rolle der Primgeige übertragen worden? Eben erst durch Franz Anton Hoffmeister, dem 1754 in Rottenburg am Neckar geborenen und 1812 in Wien gestorbenen Multitalent. Zwischen diesen Eckdaten liegt ein spannender Lebenslauf: Jurastudium, Kapellmeistertätigkeit, 1784 Verlagsgründung in Wien (Mozart wird einer seiner »Lieferanten«), Klavierbegleiter, 1800 erneute Verlagsgründung (gemeinsam mit Ambrosius Kühnel) in Leipzig (Bureau de Musique), 1805 Ende seiner persönlichen Leipziger Verlagstätigkeit und Rückkehr nach Wien.

Neben eigenen Werken hat Hoffmeister, namentlich in den Leipziger Jahren, zahlreiche Kompositionen seiner Zeitgenossen veröffentlicht, beispielsweise von Mozart und Beethoven. Auf ihn und seinen Compagnon Kühnel geht außerdem eine bemerkenswerte Novität zurück: Werkreihen, die – nur in Subskription zu erwerben – einem bestimmten Komponisten und zugleich einer bestimmten Gattung gewidmet waren, etwa der Klaviermusik Johann Sebastian Bachs, Joseph Haydns Streichquartetten oder den Klavierwerken Wolfgang Amadeus Mozarts. Auf Hoffmeister, den Beethoven am 15. Januar 1801 mit »geliebtester Hr. Bruder und Freund« titulierte, gehen zahlreiche Bearbeitungen zurück. Sie sind ein Spiegelbild des damaligen Geschmacks, und in ähnlicher Weise reagierte Hoffmeister auch mit den eigenen Kompositionen ebenso geschickt wie erfolgreich auf die ästhetischen Erwartungen seiner Zeitgenossen.

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war der Kontrabass, mit 180 cm Länge das größte unter den Streichinstrumenten, ausschließlich als Teil des Basso continuo-Apparats verwendet worden. Danach jedoch wurde er auch als Solo-Instrument für Konzerte und kammermusikalische Aufgaben entdeckt. Hoffmeisters D-Dur-Quartett gehört zu den Werken, die diesen Zeitpunkt dokumentieren. Ob es Johann Sperger (1750 – 1812) zugedacht war, für den Hoffmeister auch drei Kontrabasskonzerte mit Streicher-Begleitung schrieb, ist nicht überliefert, doch wahrscheinlich. Sperger musizierte bis 1789 auf einem fünfsaitigen Instrument, »danach bevorzugte er einen Viersaiter in den wechselnden Terz-Quartstimmungen A-D-Fis-A und B-Es-G-B« (Klaus Stoll). Die besondere Attraktion des viersätzigen, an klassischen Vorbildern orientierten D-Dur-Quartetts besteht darin, dass der Kontrabass die Aufgaben der Ersten Violine wahrnimmt: ungemein virtuos, klangsinnlich und durchaus im goetheschen Sinne eines »vernünftigen Gesprächs« zwischen vier gleichberechtigten und gleichgesinnten Partnern.

Juan Bautista Plaza: Fuga criolla und Fuga romántica venezolana

Zweifellos ist es Juan Bautista Plaza in beonderem Maße zu verdanken, dass die música criolla, die einheimische traditionelle Musik Venezuelas, sowohl national als auch international den ihr gebührenden Stellenwert erhalten hat. Acht ganze Jahre, von 1936 bis 1944, beschäftigte sich Plaza intensiv mit Tondokumenten aus der Kolonialzeit seines Heimatlandes. Seit dem frühen 16. Jahrhundert, dem Beginn der Kolonisation, bis zum Unabhängigkeitskampf unter Símon Bolívar im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts, hatte sich die ursprüngliche Musik der Einheimischen behaupten können, angefangen von den Indios über die afrikanischen Sklaven bis zu den Nachfahren der Spanier und Portugiesen. Entstanden war so eine ungemein reichhaltige Musikkultur. Plaza sichtete das bereits von anderen gesammelte Material, analysierte die jeweiligen musik- und soziokulturellen Quellen und veröffentlichte in Zusammenarbeit mit dem Instituto Interamericano de Musicología in Montevideo zwölf gewichtige Bände mit dem Notenmaterial.

Das Rüstzeug für diese aufwändige Forschungsaufgabe erwarb sich der 1898 in Caracas geborene Plaza zunächst in Rom, wohin ihm 1920 ein Stipendium den Weg geebnet hatte, um an der Päpstlichen Schule für Kirchenmusik zu studieren. 1923 zurück in Caracas, wurde er an der dortigen Kathedrale Kapellmeister. Daneben widmete er sich pädagogischen und musikwissenschaftlichen Aufgaben. Auf ihn geht der erste Lehrstuhl für Musikgeschichte in Venezuela zurück. Außerdem war er unter anderem an der Gründung des Orquesta Sinfónica de Venezuela beteiligt. 1965 in Caracas gestorben, hinterließ Plaza ein umfangreiches kompositorisches Œuvre: geistliche und weltliche Vokalmusik, Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik. Sowohl die Fuga criolla als auch die Fuga romántica venezolana schrieb Plaza 1931 bzw. 1950 ursprünglich für Streichorchester. Die Übertragung auf ein Streichquintett bietet sich daher durchaus an. Beide Stücke leben einerseits von den temperamentvollen Rhythmen der einheimischen Volks- bzw. Tanzmusik und andererseits von kühnen polyfonen Strukturen und aparten klanglichen Effekten. Da imitieren die Streichinstrumente den Cuatro, die einheimische Gitarre, oder die Maracas, jene in der lateinamerikanischen Tanzmusik unabkömmliche Flaschenkürbisrasseln. Auch die Arpa Llanera, die in der Volksmusik Venezuelas unverzichtbare Harfe, glaubt man zu hören. Mit beiden Kompositionen beweist Plaza, dass er zu Recht als einer der kreativsten Komponisten seiner Generation bewundert wird.

Aldemaro Romero: Fuga con Pajarillo

Im Unterschied zu Alfonzo Plaza ist der 30 Jahre jüngere Aldemaro Romero einen anderen Weg gegangen. Der 1928 in Valencia geborene Pianist, Komponist, Arrangeur und Dirigent lernte vom Vater, einem Bandleader, was es heißt, sich auf dem Musikmarkt zu behaupten. Bereits mit neun Jahren trat der kleine Aldemaro als Sänger und Pianist im Rundfunk auf. Als 13-Jähriger ging er 1941 nach Caracas und arbeitete dort als Pianist in Nachtklubs und Tanzorchestern. Schon wenige Jahre später jedoch hatte er seine eigene Band: Aldemaro Romero and his Orchestra. Natürlich spielte er auch schon längst seine eigenen Kompositionen. Von Anfang der 1950er-Jahre an finden wir Romero dann zunehmend in New York, auch als Partner vieler Jazz-Größen. Naheliegend, dass die bedeutende Schallplattenfirma RCA Victor sich dieses Künstlers ebenfalls versicherte und mit der von ihm interpretierten Latin music einen enormen Umsatz erzielte.

1960 kehrte Romero nach Caracas zurück, wo er nicht zuletzt für seine Show de Aldemaro Romero begeistert umjubelt wurde. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere initiierte er 1971 das Festival de la Onda Nueva, das er bis 1973 in Caracas veranstaltete. Mit dieser »Neuen Welle«, wie der Begriff ins Deutsche übersetzt heißt, kreierte er einen neuen lateinamerikanischen Stil, eine Mischung aus brasilianischem Bossa nova und venezolanischem Joropo, einem populären Tanz- und Musikstil, der vor etwa 300 Jahren entstanden ist. Romero, der mit seinem Tanzorchester in der ganzen Welt gastiert hat, war auch der Gründer und Erste Dirigent des Philharmonischen Orchesters Caracas. Doch nicht nur in Venezuela, auch international war er ein gefragter Dirigent, so beim London Philharmonic Orchestra und beim English Chamber Orchestra. Hoch angesehen und mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, starb Romero 2007 in Caracas. Seine 1976 komponierte Suite für Streicher op. 1 hat er Juan Bautista Plaza gewidmet, und wie dieser verbindet Romero in der einleitenden Fuga con Pajarillo die polyrhythmischen Strukturen der einheimischen Musik mit kontrapunktischen Elementen – ein absolut gelungenes Beispiel einer musikalischen Integration.

Ingeborg Allihn

Biographie

Das Simón Bolívar String Quartet ging aus der venezolanischen Fundación Musical Simón Bolívar hervor und besteht aus den Stimmführern der Streichergruppen des von Gustavo Dudamel geleiteten Orquesta Sinfónica Simón Bolívar: Alejandro Carreño und Boris Suárez (Violine), Ismel Campos (Viola) und Aimon Mata (Violoncello). Das Quartett, das 2010 seine erste Konzertreise unternahm, hat beim Cuarteto Latinoamericano und beim Chilingirian Quartet an Meisterkursen teilgenommen, hinzu kamen weitere bei Donald Weilerstein (Cleveland String Quartet), Andreas Keller (Keller Quartett) und Ulyses Ascanio, der die Orquestas Juveniles e Infantiles de Venezuela mitbegründete. Das Simón Bolívar String Quartet gibt Konzerte in Südamerika, den USA, Europa und Asien; überdies wirkt es bei pädagogischen Projekten mit. 2010 unternahm das Ensemble eine große England-Reise und trat u. a. beim Edinburgh Festival sowie im Londoner Southbank Centre auf; zwei Jahre später absolvierte es eine Tournee durch Kanada und Japan. Während der aktuellen Spielzeit debütierte das Simón Bolívar String Quartet bereits bei den Salzburger Festspielen; nun ist es erstmals in einem Konzert der Stiftung Berliner Philharmoniker zu erleben.

Edicson Ruiz, 1985 in Venezuela geboren, begann im Alter von elf Jahren Kontrabass zu spielen und wurde Schüler von Felix Petit in seiner Heimatstadt Caracas. Erste Orchestererfahrungen sammelte er als Stipendiat der Staatlichen Kinder- und Jugendorchesterstiftung von Venezuela, »El Sistema«; 16-jährig debütierte er als Solist beim Orquesta Sinfónica Simón Bolívar. 2001 wurde Edicson Ruiz Stipendiat an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker, wo ihn Klaus Stoll und Janne Saksala unterrichteten; zwei Jahre später nahm ihn das Orchester als festes Mitglied in die Kontrabassgruppe auf. Als Konzertsolist und Kammermusiker gehört Edicson Ruiz zu den weltweit erfolgreichsten Virtuosen seines Instruments: Er trat u. a. in Tokio, Madrid, Zürich und Johannesburg sowie bei den Festspielen in Salzburg, Luzern, Edinburgh und Warschau auf; in Kammerkonzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker ist er ebenfalls regelmäßig zu erleben. Zu den Komponisten, deren Konzerte, Solo- und Ensemblewerke für sein Instrument Edicson Ruiz bereits uraufgeführt hat und die nicht selten ihm gewidmet sind, zählen Heinz Holliger, Rolf Martinsson und Arturo Pantaleón. Weitere künstlerische Partnerschaften verbinden ihn mit Yuri Bashmet, Gidon Kremer, Sabine Meyer, Lars Vogt, Jörg Widmann und Thomas Zehetmair.

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Dialog zu viert

Dialog zu viert

Quartettabende 2013/2014

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