Berliner Philharmoniker

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker

Gustavo Dudamel (für den erkrankten Mariss Jansons) Dirigent

Gerhild Romberger Mezzosopran

Damen des Rundfunkchors Berlin

Tobias Löbner Einstudierung

Knaben des Staats- und Domchors Berlin

Kai-Uwe Jirka Einstudierung

Harrison Birtwistle

Dinah and Nick's Love Song

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 3 d-Moll

Termine

Do, 12. Jun. 2014 20 Uhr

Philharmonie

Fr, 13. Jun. 2014 20 Uhr

Philharmonie

Sa, 14. Jun. 2014 16 Uhr

Philharmonie

Sonderkonzert

Live-Übertragung

Programm

Als Gustav Mahler dem jungen Bruno Walter seine Dritte Symphonie in Steinbach am Attersee am Klavier vorspielte, war dieser durch die »Gewalt und Neuheit der Tonsprache« förmlich »betäubt«. »Jetzt erst und erst durch diese Musik«, heißt es im Mahler-Buch des Dirigenten, »glaube ich ihn erkannt zu haben; sein ganzes Wesen schien mir eine geheimnisvolle Naturverbundenheit zu atmen; wie tief, wie elementar sie war, hatte ich immer nur ahnen können und erfuhr es nun unmittelbar aus der Tonsprache seines symphonischen Weltentraums. Zugleich aber fühlte ich in ihm auch den sehnsüchtigen Menschen, der mit seiner Ahnung über die Grenzen des irdisch Zeitlichen hinausdringt, und von dem mir die letzten drei Sätze Kunde gaben.«

Gustavo Dudamel, der für den erkrankten Mariss Jansons einspringt, wird mit den Berliner Philharmonikern und der Mezzosopranistin Gerhild Romberger Mahlers symphonischen Weltentraum zur Aufführung bringen – ein wahrlich monumentales Werk, in dem sich der Komponist einmal mehr von der Idee leiten ließ, »mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt auf[zu]bauen«. Nicht umsonst charakterisierte Mahler seine Dritte als eine »alle Stufen der Entwicklung in schrittweiser Steigerung umfassende musikalische Dichtung«, die »bei der leblosen Natur« beginnt und sich in kosmologischer Weitung über Menschen und Engel »bis zur Liebe Gottes« steigert. Einen stimmungsvollen Einstieg in den Konzertabend bietet Sir Harrison Birtwistles ca. fünfminütiges Werk Dinah and Nick’s Love Song für drei Melodieinstrumente und Harfe.

Über die Musik

Von kleinen und großen Dingen

Anmerkungen zu den Werken von Birtwistle und Mahler

Harrison Birtwistle: Dinah and Nick’s Love Song

Sir Harrison Birtwistle, 1934 in Accrington in der Grafschaft Lancashire geboren, gehört zu den wichtigsten britischen Komponisten der Gegenwart. In jungen Jahren war er zusammen mit Peter Maxwell Davies einer der Mitbegründer der Manchester New Music Group, die sich schon bald zu einer zentralen Keimzelle der Neuen Musik in Großbritannien entwickelte. Einem größeren Publikum bekannt wurde er vor allem mit seinen Werken für das Musiktheater: Punch and Judy, Gawain oder The Second Mrs. Kong. Sein Doppelkonzert Panic für Saxofon, Schlagzeug und Orchester wurde 1995 während der beliebten Last Night of the Proms uraufgeführt und von Millionen von Menschen im Fernsehen verfolgt. Im selben Jahr erhielt er den Siemens-Musikpreis, der gerne auch als der Nobelpreis der Musik bezeichnet wird.

Seit den späten 1960er-Jahren arbeitete Birtwistle mit aleatorischen »Mobiles«, kleinen Zellen repetitiver Strukturen, die er häufig in verschiedenen Tempi realisierte. Zu diesen Kompositionen gehört auch Dinah and Nick’s Love Song, eine fünfminütige Miniatur für drei identische Melodie-Instrumente und Harfe aus dem Jahr 1970. Zwei Jahre später vom Matrix Ensemble an der University of Sheffield uraufgeführt, war es ein Hochzeitsgeschenk für ein befreundetes Paar, Dinah und Nick Wood, dem die musikalische Gabe auch gewidmet ist. In seinem beschränkten Rahmen enthält das Werk eine Vielzahl melodischer und tempomäßiger Unbestimmtheiten. Bemerkenswert sind vor allem die harmonischen Relationen zwischen der Harfenstimme und den Melodie-Instrumenten. Denn während die Tonhöhe der Harfenpartie in jeder Version gleich bleibt, variiert sie bei denen der Melodie-Instrumente. Je nachdem, welche von ihnen zum Einsatz kommen – beispielsweise Oboen oder Sopransaxofone – spielen diese jeweils ihre Stimme Tonhöhen. In gewisser Weise ist Dinah and Nick’s Love Song ein Wegbereiter des späteren An Interrupted Endless Melody für Oboe und Klavier von 1991. Melodie und Rhythmus treffen hier in Form von aleatorisch organisierten Linien aufeinander, während das spätere Werk die Unbestimmtheit zusätzlich auch auf den formalen Verlauf ausdehnt.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 3 d-Moll

»Verehrter Herr Direktor, um dem unerhörten Eindruck, den mir Ihre Symphonie gemacht hat, einigermaßen beizukommen, darf ich nicht wie der Musikant zu Musikanten, sondern ich muss wie der Mensch zum Menschen reden. Denn: ich habe Ihre Seele gesehen, nackt, splitternackt. Sie lag vor mir wie eine wilde, geheimnisvolle Landschaft mit ihren grauenerregenden Untiefen und Schluchten und daneben heitere, anmutige Sonnenwiesen, idyllische Ruheplätze. Ich empfand sie wie ein Naturereignis mit seinem Schrecken und Unheil und seinem verklärenden beruhigenden Regenbogen.» Ob sich Gustav Mahler bei diesem Lob Arnold Schönbergs, der sich nach einer Probe der Dritten Symphonie im Dezember 1904 brieflich an diesen gewandt hatte, wirklich geschmeichelt fühlte, darf bezweifelt werden. Mahler liebte es nicht, seine Seele vor dem Publikum auszubreiten. Doch die scharfen Kontraste, die Schönberg anspricht, sind sehr wohl bezeichnend für diesen symphonischen Kosmos, der selbst im Schaffen Mahlers seinesgleichen sucht. Ob der geradezu monströse Kopfsatz oder das weit gespannte Adagio – nie hat sich Mahler in Dimensionen dieses Umfangs bewegt. Hinzu kommt die Ausdehnung der Symphonie auf insgesamt sechs Sätze sowie die Einbeziehung einer Altstimme, eines Knaben- und eines Frauenchors. Diese ungewöhnliche Besetzung und die Erweiterung des klassischen Orchesterapparats um eine umfangreiche Schlagwerkgruppe waren auch der Grund für die relativ späte Uraufführung. Denn obwohl Mahler die Arbeit an der Partitur bereits im Sommer 1896 in Steinbach am Attersee abschließen konnte, erklang das Werk vollständig erst im Juni 1902 während des 38. Tonkünstlerfestes in Krefeld. Zuvor waren nur einzelne Sätze aufgeführt worden.

Mahler selbst hat den Umfang der Partitur mit dem Inhalt in Beziehung gesetzt: »Nun aber denke Dir ein so großes Werk, in welchem sich in der Tat die ganzeWelt spiegelt – man ist, sozusagen, selbst nur ein Instrument, auf dem das Universum spielt«, schrieb er 1896 an Anna von Mildenburg. Diese »ganze Welt« präsentiert sich vor allem in einem Gesamtverlauf von fast verstörender Disparatheit: Militärmusikklänge stehen neben einfachen Kinderliedern, Tanzweisen neben hymnischen, symphonischen Passagen im Geist der Spätromantik. Mahler scheut sich nicht, tief in die Abgründe der Trivialmusik einzutauchen, wie er selbst in einem Brief an Bruno Walter spöttisch bemerkte: »Das Ganze ist leider wieder von dem schon so übel beleumdeten Geiste meines Humors angekränkelt, und finden sich auch oft Gelegenheiten, meiner Neigung zu wüstem Lärm nachzugehen. Manchmal spielen die Musikanten auch, ohne einer auf den andern die geringste Rücksicht zu nehmen und zeigt sich da meine ganze wüste und brutale Natur in ihrer nackten Gestalt. Daß es bei mir nicht ohne Trivialitäten abgehen kann, ist zur Genüge bekannt. Diesmal übersteigt es allerdings alle erlaubten Grenzen. Man glaubt manchmal, sich in einer Schänke oder in einem Stall zu befinden.«

Die Dritte Symphonie gliedert sich in zwei Abteilungen und lässt so den Werkkoloss äußerlich etwas übersichtlicher erscheinen. Die erste besteht lediglich aus dem Kopfsatz, der mit seinen 875 Takten und einer Aufführungsdauer von mehr als einer halben Stunde das geistige und emotionale Herzstück des Werks bildet. Der zweite Teil umfasst die fünf übrigen Sätze. Die ursprüngliche Absicht, die Symphonie und alle Sätze mit programmatischen Titeln zu versehen, hat Mahler später wieder verworfen. Der erste Titel sollte auf William Shakespeares Sommernachtstraum verweisen. Später änderte Mahler ihn in Ein Sommermorgentraum, eine spätere Fassung lautete nach Friedrich Nietzsche Die fröhliche Wissenschaft. Auch die zunächst geplanten poetischen Satzüberschriften, in denen sich die Idee eines symphonischen Schöpfungsmythos spiegeln sollte, unterblieben in der Endfassung, da Mahler nicht als Programm-Musiker missverstanden werden wollte. Den ursprünglich vorgesehenen siebten Satz Das himmlische Leben fügte Mahler vier Jahre später seiner Vierten Symphonie als Schluss-Satz an.

Bereits der erste Satz bildet in seiner Fülle von Idiomen und Erscheinungen gleichsam eine Welt für sich. »Der Sommer marschiert ein«, hatte Mahler diesen Abschnitt zunächst überschrieben. Analytisch lässt sich der Formverlauf kaum fassen, obwohl der Beginn der Durchführung mit seinem deutlichen Neuansatz sowie eine auf das Hauptthema bezogene Reprise zwei markante Orientierungspunkte darstellen. Bestimmend ist eher eine Art Collagetechnik, die disparate Blöcke nebeneinander stellt, so dass Theodor W. Adorno von einem »antiarchitektonischen Wesen« sprach. Der zu Beginn exponierten Hornmelodie, die zunächst wie ein Hauptthema daherkommt, folgt eine zweiteilige Einleitung, bevor sich ein marschartiger Abschnitt in den Vordergrund schiebt. Wenn das Hornthema zu Beginn der Reprise wieder erklingt, wirkt dies fast schulmäßig und plakativ, denn andere Elemente der traditionellen Sonatenform bleiben unscharf und erfüllen nicht die hergebrachten Funktionen. Stattdessen finden sich unterschiedliche musikalische Sphären bunt nebeneinander. Da ist der kunstvoll inszenierte »Naturlaut« der Wunderhorn-Lieder, da sind die Marschklänge und Einbrüche von Trivialmusik, die so gar nicht zur hehren Idee eines symphonischen Schöpfungsmythos passen wollen. Alles scheint ins Gigantische gesteigert, reicht »weit, weit über Lebensgröße, und alles Menschliche schrumpft wie ein Pygmäenreich dagegen zusammen«, so Mahler in den Aufzeichnungen Natalie Bauer-Lechners. Immer wieder scheint der Komponist, wie in der Collagetechnik üblich, unterschiedliche Episoden gleichsam aneinander zu kleben. Die Märsche »fallen einander ins Wort« stellte György Ligeti fest: »Ein Marsch wird plötzlich von einem anderen abgewürgt [...] Es ist, als hätte Mahler mit der Schere, dem für die Collage so typischen Hilfsmittel, gearbeitet. Diese Technik des Schneidens und Klebens begünstigt die Reihungsform des Potpourri, die Mahler aus der Sphäre der Unterhaltungsmusik übernahm und die diesen Satz über weite Strecken prägt.«

In scharfem Kontrast zu diesem monströsen Kopfsatz steht das Tempo di Minuetto, mit dem Mahler die zweite Abteilung eröffnet. »Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen«, hatte Mahler zunächst diesen Satz überschrieben, der eine Welt delikater Leichtigkeit enthüllt. Im Gefüge simpler Zweistimmigkeit vermitteln der Schalmeienton der tiefen Oboe und die gezupfte Begleitung fast die szenische Vorstellung eines graziösen Hirtenidylls des Rokoko. Ganz aus diesem Stimmungsrahmen fallen die rhythmisch strafferen beiden Trios »Plötzlich wird alles ernst und schwer; wie ein Sturmwind fährt es über die Wiese und schüttelt Blätter und Blüten, die auf ihrem Stengel wimmern, als flehten sie um Erlösung in ein höheres Reich«, so Mahler.

Grundlage des dritten Satzes ist Mahlers noch in seiner Kasseler Frühzeit geschriebenes Wunderhorn-Lied Ablösung im Sommer. Das Lied spielt in der Tierwelt, weshalb der Komponist dem Satz zunächst den Titel »Was mir die Tiere erzählen« vorangestellt hatte. Es handelt von einem sterbenden Kuckuck (»Kuckuck hat sich zu Tode gefallen«). Als Ersatz für seinen Gesang steht jedoch bereits die »Frau Nachtigall« bereit. Einfallsreich variiert, zieht sich diese tänzerische Weise durch den gesamten, Scherzo-artigen Satz. Daneben spielt außerdem eine betont banale Polkamelodie eine tragende Rolle, die wie der Einbruch einer schroffen Gegenwelt erscheint. Mahler bemerkte: »Dieses Stück ist wirklich, als ob die ganze Natur Fratzen schnitte und die Zunge herausstreckte. Aber es steckt ein so schauerlicher, panischer Humor darin, dass einen mehr das Entsetzen als das Lachen dabei überkommt.«

Nach dem gellenden Schluss-Akkord des dritten Satzes wirkt das dreifache Pianissimo, mit dem der vierte beginnt, wie ein Neubeginn. In der Tat bilden die drei letzten Sätze der Partitur eine Einheit, denn das eigentliche Finale wirkt wie eine instrumentale Zusammenfassung der beiden zuvor exponierten Vokalsätze. Deshalb sollen alle drei Abschnitte auch ohne Unterbrechung aufeinander folgen. Im vierten Satz intoniert eine Altstimme das Gedicht Friedrich Nietzsches »O Mensch! Gib acht!« aus Also sprach Zarathustra. Über einem dunkelfarbigen Klanggrund ertönen sphärische Liegeklänge, bevor die Gesangsstimme mit ihrem rezitativischen Melos anhebt. Immer wieder finden sich motivische Entsprechungen zum ersten Abschnitt des Werks, am eindrücklichsten wohl in dem Violin-Solo, dessen thematische Substanz bereits in diesem vorgebildet ist.

Der fünfte Satz, der neben dem Orchester ein Alt-Solo, Frauen- und Knabenchor vorsieht, basiert auf dem Wunderhorn-Gedicht »Es sungen drei Engel einen süßen Gesang«. »Lustig im Tempo und keck im Ausdruck« soll diese Weise vorgetragen werden, bei der innerhalb dieser Symphonie erstmals die Religion ins Spiel kommt. Im Zentrum steht Petrus, der als zerknirschter Sünder Jesus seine Schuld bekennt, Buße tun muss und die Aussicht auf Vergebung erhält. Auffällig in dem Satz ist vor allem der Mittelteil, der fast wie eine szenische Darstellung erscheint und von Mahler mit drastischen Mitteln gezeichnet wird. Der naive Gestus dieser Vertonung gipfelt in der Choral-artig verkündeten Botschaft: »Liebe nur Gott«, und alles wird gut.

Kantabel ist auch das groß angelegte Adagio, mit dem Mahler die Symphonie beschließt. Immer wieder finden sich hier Vortragsbezeichnungen wie »sehr ausdrucksvoll gesungen« oder »gesangvoll hervortreten«. Zentrales Thema des Satzes ist eine Art unendlicher Melodie, die in vier großen Wellen zunehmend gesteigert wird. Immer wieder bricht die Musik in sich zusammen, um dann erneut und noch intensiver anzuheben und schließlich in der Coda in eine eindrucksvolle Apotheose zu münden.

Martin Demmler

Biographie

Gustavo Dudamel wurde 1981 in Barquisimeto (Venezuela) geboren, war Schüler des Violinpädagogen José Francisco del Castillo an der lateinamerikanischen Akademie für Violine und absolvierte ein Dirigierstudium bei Rodolfo Saglimbeni sowie bei José Antonio Abreu. Seit er 2004 mit erst 23 Jahren den Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker gewann, löst er immer wieder Begeisterung in der internationalen Musikwelt aus. Gustavo Dudamel ist Ehrendirigent der Göteborger Symphoniker, die er von 2007 bis 2012 leitete. Mit Beginn der Saison 2009/2010 trat er als Musikdirektor an die Spitze des Los Angeles Philharmonic. Der junge Dirigent gastiert außerdem regelmäßig u. a. beim Philharmonia Orchestra London, an der Mailänder Scala und bei den Wiener Philharmonikern. Als Musikalischer Leiter des Simón Bolívar Jugendorchesters in Venezuela, das er bereits seit 1999 betreut, war er vier Mal in der Berliner Philharmonie zu erleben. Die Berliner Philharmoniker leitete er erstmals beim Waldbühnenkonzert im Juni 2008; zuletzt war er mit ihnen Anfang Dezember 2013 mit Werken von Strawinsky, Schubert und Beethoven zu erleben. Zu den vielen Auszeichnungen Gustavo Dudamels zählen der »Music Award for Young Artists« der Royal Philharmonic Society (2007) sowie die Aufnahme in den »Ordre des Arts et des Lettres« der Republik Frankreich (2009) und in die Königlich Schwedische Musikakademie (2011). Musical America, das führende Online-Magazin für klassische Musik in den USA, kürte Gustavo Dudamel zum »Musiker des Jahres« 2013.

Gerhild Romberger, im Emsland geboren und aufgewachsen, studierte an der Hochschule für Musik in Detmold zunächst Schulmusik und absolvierte dann eine Gesangsausbildung bei Heiner Eckels, die sie in Kursen für Liedgestaltung bei Mitsuko Shirai und Hartmut Höll ergänzte. Die Mezzosopranistin hat sich stets auf den Konzertgesang konzentriert; Schwerpunkte ihrer Arbeit bilden Liederabende unterschiedlichster Thematik sowie die Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik. Das weitgespannte Repertoire der Sängerin umfasst alle großen Alt- und Mezzosopran-Partien des Oratorien- und Konzertgesangs von der Barockzeit bis ins 20. Jahrhundert. Wichtige Stationen der vergangenen Jahre waren für Gerhild Romberger die Zusammenarbeit mit Manfred Honeck (z. B. bei Aufführungen von Symphonien Gustav Mahlers und der Großen Messe von Walter Braunfels) und Konzerte beim Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (u. a. Franz Schmidts Buch mit den siebenSiegeln mit Thomas Hengelbrock). Sie trat mit dem Gewandhausorchester Leipzig, mit dem Orchester der Klangverwaltung und Enoch zu Guttenberg, den Symphonieorchestern des WDR und des MDR, dem Konzerthausorchester Berlin und dem Israel Philharmonic Orchestra auf. Dirigenten wie Riccardo Chailly und Mariss Jansons haben Gerhild Romberger zur Mitwirkung in ihren Konzerten eingeladen. In Konzerten der Berliner Philharmoniker war die Künstlerin, die seit langem eine Professur für Gesang an der Detmolder Musikhochschule innehat, erstmals im Juni 2012 in Beethovens Missa solemnis zu erleben, es dirigierte Herbert Blomstedt.

Der Rundfunkchor Berlin ist ein gefragter Partner führender Orchester und Dirigenten in aller Welt; langjährige Kooperationen bestehen in Berlin mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. In rund 50 Konzerten jährlich sowie mit Gastauftritten bei Festivals stellt der Chor sein breites Repertoire und reich nuanciertes Klangbild unter Beweis. Gemeinsam mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen erschließt der Chor jedes Jahr mit einer spartenübergreifenden Produktion neue Erlebnisweisen von Chormusik: So stieß z. B. die szenische Umsetzung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms durch Jochen Sandig 2012 auf große Resonanz. 1925 in Berlin gegründet und von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe und Robin Gritton geprägt, wird der Rundfunkchor Berlin seit 2001 von Simon Halsey geleitet. Eine rege Aufnahmetätigkeit und viele Auszeichnungen, darunter drei »Grammy Awards«, dokumentieren den großen Erfolg dieser Arbeit. Simon Halsey, der im Januar 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, initiierte außerdem zahlreiche Aktivitäten des Chors im Bildungs- und Erziehungsbereich, so das jährliche Mitsingkonzert in der Philharmonie oder die Liederbörse für Kinder und Jugendliche. 2011 startete der Rundfunkchor Berlin das Projekt SING!, welches das Ziel verfolgt, in Berliner Grundschulen das Singen als selbstverständlichen Teil des Schulalltags zu etablieren. Mit den Berliner Philharmonikern war der Rundfunkchor Berlin zuletzt im vergangenen Februar in der von Peter Sellars inszenierten Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach zu hören.

Der Staats- und Domchor Berlin ist einer der renommiertesten Knabenchöre Deutschlands mit einer Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Im 19. Jahrhundert gelangte der damalige Königliche Domchor unter den Direktoren Felix Mendelssohn Bartholdy, Otto Nicolai und August Neithardt zu einer ersten Blütezeit. 1923 wurde das Ensemble in »Staats- und Domchor Berlin« umbenannt und der Hochschule für Musik (der heutigen Universität der Künste) zugeordnet. Derzeit werden über 250 Knaben- und junge Männerstimmen im Staats- und Domchor ausgebildet. Während die Jüngsten mit Kinderliedern und Stimmbildung beginnen, treten die versierteren Sänger gemeinsam mit Ensembles wie der Lautten Compagney oder den Berliner Philharmonikern in den Konzertsälen der Stadt, bei politischen Festakten oder im Berliner Dom auf. Für ihre zahlreichen Auftritte erarbeiten sie geistliche und weltliche Chorwerke von der Renaissance bis zur Gegenwart. Direktor des Chors ist seit 2002 Kai-Uwe Jirka, Professor für Chorleitung an der Universität der Künste Berlin. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt der Staats- und Domchor Berlin den Europäischen Jugendchorkulturpreis des Jahres 2002. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Japan, Russland, Israel und die USA. Bei den Berliner Philharmonikern gastierte der Staats- und Domchor Berlin zuletzt Mitte Dezember 2013 unter der Leitung von Daniel Harding in Robert Schumanns Szenen aus Goethes Faust.

www.staats-und-domchor-berlin.de

Gustavo Dudamel

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