Berliner Philharmoniker
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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker

Tugan Sokhiev Dirigent

Hilary Hahn Violine

Henri Vieuxtemps

Konzert für Violine und Orchester Nr. 4 d-Moll op. 31

Peter Tschaikowsky

Manfred, Symphonie h-Moll in vier Bildern nach dem dramatischen Gedicht von Lord Byron op. 58

Termine und Tickets

Do, 29. Mai 2014 20 Uhr

Philharmonie

Fr, 30. Mai 2014 20 Uhr

Philharmonie

Sa, 31. Mai 2014 20 Uhr

Philharmonie

Live-Übertragung

Programm

Lord Byrons Manfred ist ein Schlüsselwerk der literarischen Romantik. Stilmerkmale der elisabethanischen Dramatik und des englischen Schauerromans des 18. Jahrhunderts ebenso aufgreifend wie Elemente des antiken Orpheus-Mythos’, erzählt die 1817 erschienene Dichtung von einem grüblerischen Einzelgänger, der an Weltschmerz und unersättlichem Wissensdurst verzweifelt und schließlich zugrunde geht.

Nicht umsonst will Byron seinen Manfred als Antwort auf Goethes Faust verstanden wissen! Und gleich diesem schreit Byrons »dramatisches Gedicht« mit grandiosen Naturschilderungen, unheimlichen Geistererscheinungen und dramatischen Ereignissen nach Musik. Nachdem sich schon Hector Berlioz für den Stoff interessierte, schreibt Robert Schumann 1848 eine – gleich seinen Szenen aus Goethes Faust lange verkannte – Bühnenmusik zu Manfred. 1885 nimmt sich dann Peter Tschaikowsky in Form eines groß angelegten Orchesterwerks des Sujets an. Wie seine literarische Vorlage zwischen allen Fronten stehend, rangiert das Werk als Symphonische Dichtung in vier Sätzen und viersätzige Programmsymphonie in einem bis heute unter den selten aufgeführten Kompositionen Tschaikowskys.

Zu Unrecht, findet der 1977 geborene Dirigent Tugan Sokhiev, der in drei Konzerten mit den Berliner Philharmonikern Tschaikowskys Manfred-Symphonie zur Diskussion stellt. Vorab gilt es aber, sich von Hilary Hahns Interpretation der ganz auf instrumentale Virtuosität ausgerichteten Musik von Henri Vieuxtemps verzaubern zu lassen. Die amerikanische Geigerin hat für ihre Auftritte bei den Philharmonikern das ebenfalls selten im Konzert zu hörende Vierte Violinkonzert d-Moll op. 31 des Komponisten ausgewählt.

Über die Musik

Zwei »Symphonien« – eine mit Solist, eine mit Held

Orchesterwerke von Vieuxtemps und Tschaikowsky

Russische Dissonanzen

Am 11. Mai 1855 erschien in der Wiener Kulturzeitschrift Blätter für Musik, Theater und Kunst ein Artikel des russischen Pianisten Anton Rubinstein mit der Überschrift Die Componisten Rußland’s. Rubinstein verwies auf das »lebhafte Interesse«, das er im Westen Europas an russischer Musik ausgemacht hatte, und versprach, von den »würdigen Vertretern« russischer Musik zu berichten – auch wenn, wie Rubinstein schon zu Beginn einschränkte, »die übrigen Künste im Vergleich zur musikalischen, in Rußland auf einer viel höheren Stufe der Ausbildung stehen«.

Nach einem historischen Abriss blieben Rubinstein am Ende des Texts nur wenige Sätze, um auf die seinerzeit aktuelle Situation des russischen Musiklebens einzugehen. Hier nun sah er Anlass zur Sorge. Denn während der einfache Gesang der Volkslieder lange Zeit zu Recht der Kern der Laien- und Kunstmusik gewesen sei, erschien er ihm für die Musik der Gegenwart untauglich. »Den russischen Volksliedern inhäriert […] eine gewisse Monotonie, und da dieser lugubre Charakter selbst den Lustchören und Tanzrhythmen größtenteils eigen ist, so begreift sich, daß eine ganze Oper, zumal im Auslande, wo das nationale Interesse wegfällt, kaum genießbar sein kann.« Der so höflich begonnene Text endete mit einem Paukenschlag! Die russische Oper – ungenießbare Musik, geschrieben von schlecht ausgebildeten Laien? Dieser Vorwurf traf den Stolz der russischen Musikszene.

Rubinsteins Worte hatten Gewicht, er war ein in Deutschland ausgebildeter, gut vernetzter und anerkannter Musiker. Kritik von einem wichtigen Kosmopoliten wie ihm provozierte scharfe Reaktionen und tatsächlich widersprach der mächtigste Komponist des Landes vehement: Michail Glinka war stolz auf das russische System, das akademische musikalische Bildung als Einschränkung der Inspiration verstand. Glinka hatte mit Milij Balakirew einen ehrgeizigen Fürsprecher und eine beeindruckende Anzahl national gesonnener Tondichter hinter sich stehen. Der Ingenieur César Cui, der Chemiker Alexander Borodin oder der Offizier Modest Mussorgsky sollten die Tradition der komponierenden Dilettanten fortführen.

Über die Bewertung der Situation des russischen Musiklebens war man sich offensichtlich uneinig, die Fakten jedoch lagen eindeutig auf der Hand. In Moskau und St. Petersburg hatten Komponisten und Interpreten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht den Grad an Professionalität erreicht, der in Westeuropa vorherrschte. Während in Deutschland oder Frankreich Musiker längst auf dem freien Markt zu Geld und Ehren kamen, waren sie in Russland Teil der untersten gesellschaftlichen Schicht. Nicht einmal den Status eines »freien Künstlers«, der beispielsweise Bildhauern oder Schauspielern zugestanden wurde und der diesen steuerliche Vorzüge garantierte, konnten sie beanspruchen. Einem Musiker blieb nur die Hoffnung auf eine Anstellung am Hof oder in einem staatlichen Orchester.

Das deutlich höhere Niveau in Westeuropa machte sich auch auf russischen Bühnen und Konzertpodien bemerkbar: In den Opernhäusern standen vor allem die Werke Mozarts, Bellinis oder Donizettis auf den Spielplänen; symphonisches Repertoire und Instrumentalkonzerte von Mozart, Beethoven und Mendelssohn wurden von den wichtigen Künstlern aus dem Westen präsentiert: Hector Berlioz dirigierte und Pianisten wie Franz Liszt, Alexander Dreyschock oder Clara Schumann begeisterten das Publikum mit ihrer Virtuosität.

Das Violinkonzert Nr. 4 d-Moll op. 31 von Henri Vieuxtemps

Als einer der wichtigen Geiger seiner Zeit wurde bald auch Henri Vieuxtemps nach St. Petersburg eingeladen. Der junge Belgier, früh ans Reisen gewöhnt, war bereits mit acht Jahren nach Brüssel gezogen, um bei Charles de Bériot Violine zu studieren. Bald tourte Vieuxtemps durch Europa, Asien und Amerika. 1837 betrat er 17-jährig das erste Mal russischen Boden und wurde als Virtuose gefeiert – ein Erfolg, den er auch in den Jahren danach mehrfach wiederholen konnte. Neben seiner Interpreten-Tätigkeit studierte Vieuxtemps in Wien und Paris Komposition. Im März 1846 wurde ihm in Berlin ein Brief des russischen Zaren Nikolaus I. überbracht: Der Monarch offerierte ihm eine Anstellung als Hofgeiger, Mitglied der Kapelle des Zaren sowie als Professor an der Theaterschule in St. Petersburg, die auch die Musikausbildung beherbergte. In einer kurzen Autobiografie erinnerte sich Vieuxtemps später: »Die Angebote erschienen fantastisch, und der langen Reisen etwas müde [...] stimmte ich schließlich zu, die besten Jahre meines Lebens im Land des Frosts und Eises zu begraben.«

In Russland komponierte Vieuxtemps in den Jahren 1849 und 1850 das Violinkonzert Nr. 4 d-Moll op. 31. Möglicherweise hat das seinerzeit von Opern dominierte St. Petersburger Musikleben in diesem Werk seinen Niederschlag gefunden, denn die ersten beiden Sätze weisen ein für Konzerte eher untypisches Formmodell auf: Einer düsteren Orchestereinleitung folgt der Einsatz des Solisten wie ein Rezitativ, das Adagio religioso gibt einem innigen Gesang der Solo-Violine Raum, dem sich im weiteren Verlauf die Harfe zugesellt. Einleitung, Rezitativ, Arie, Duett – bekannte Muster aus der Welt der Oper. Einzig die brillante und entsprechend schwere Kadenz am Ende des Kopfsatzes huldigt eindeutig dem Genre des Virtuosenkonzerts.

Auch wenn das flirrende Scherzo à la Mendelssohn Bartholdy und das virtuose Finale konventioneller gehalten sind, schrieb Vieuxtemps mit diesem Violinkonzert – heute wird es als sein wichtigstes angesehen! – formal originelle Musik. Die Mischung aus opernhaften, symphonischen und konzertanten Strukturen, gewürzt mit Anklängen der Vorbilder Mendelssohn, Spohr und Berlioz, haben dem Werk zu Recht des letzteren Lob einer »großartigen Symphonie mit Solo-Violine« eingebracht.

Die Manfred-Symphonie op. 58 von Peter Tschaikowsky

Im selben Jahr, in dem Anton Rubinstein seinen provokanten Artikel in einer Wiener Zeitung veröffentlichte, starb Zar Nikolaus I. von Russland. Er hinterließ einen rückständigen Polizeistaat, der sich außerdem in einem Krieg um die Krim mit halb Europa aufrieb. Nikolaus’ Nachfolger, sein Bruder Alexander II., schloss 1856 den Frieden von Paris und begann unverzüglich mit Reformen.

Inmitten dieser Aufbruchstimmung kehrte Rubinstein 1858 von einem längeren Aufenthalt an der Côte d’Azur in seine Heimat zurück. Unterstützt von einer wohlhabenden Gönnerin, der Großfürstin Jelena Pawlowna, gründete er im folgenden Jahr die Russische Musikgesellschaft, die für die Förderung nationaler Talente und den Fortschritt in der Musikausbildung eintrat. Als Rubinstein 1862 die Mittel für eine Ausbildungsstätte beisammen hatte, konnte die erste russische Institution zur professionellen Ausbildung von Musikern ihre Pforten öffnen: das Konservatorium von St. Petersburg.

»Ich bin in das neueröffnete Konservatorium eingetreten, der Kursus beginnt in einigen Tagen.« Der junge Peter Iljitsch Tschaikowsky gehörte dem ersten Jahrgang des Konservatoriums an. Den schlechten Ruf des Musikerberufs im Hinterkopf, hatte er zuvor dem Drängen seiner Eltern nachgegeben und sich zum Juristen ausbilden lassen. Nun bot sich eine Gelegenheit, dem ungeliebten Job im Justizministerium ein Ende und die Musik zum Beruf zu machen. Tschaikowsky ergriff sie entschlossen: Einem Abschluss mit Auszeichnung folgte eine Dozentur für Musiktheorie am ebenfalls neu gegründeten Konservatorium in Moskau. Hier nun geriet Tschaikowsky zwischen die Fronten der akademisch ausgerichteten Anhänger von Anton Rubinsteins Bruder Nikolaj und der aus der Volksmusik schöpfenden Partei um Milij Balakirew – und schlug sich souverän. Tschaikowsky sicherte sich Sympathien, indem er alle umstrittenen Genres bediente: So schuf er in Moskau die von Balakirew propagierten, gerne auf außermusikalischen Inhalten aufbauenden, Symphonischen Dichtungen, wie auch formal strengere, der sogenannten absoluten Musik verpflichtete Symphonien. Wie seine Manfred-Symphonie belegt, war Tschaikowsky überdies in der Lage, beide Gattungen auch zu verbinden.

Milij Balakirew gelang es, Tschaikowsky für die Vertonung des Manfred-Gedichts von Lord Byron in einer Einrichtung des führenden russischen Kunstpublizisten Wladimir Wassiljewitsch Stassow zu gewinnen. Einen gewichtigen Teil der Überzeugungsarbeit hatte sicherlich Balakirews Bemerkung geleistet, das Programm des Manfred wäre für Tschaikowsky »außerordentlich passend«. Denn Byrons Gedicht behandelt Themen, die auch Tschaikowsky Zeit seines Lebens beschäftigten: Sexualität, Schuld, Liebe und Tod.

Dass Tschaikowsky homosexuell war, hatte er selbst rasch erkannt und blieb auch seinem gesellschaftlichen Umfeld nicht verborgen. Grundsätzlich akzeptierte der Musiker seine Neigung, hatte er doch einige liebevolle und erotisch befriedigende Beziehungen. Zwar war Homosexualität unter dem Namen des »widernatürlichen Lasters« gesetzlich verboten und wurde mit Verbannung nach Sibirien bestraft, bewiesen war eine gleichgeschlechtliche Beziehung allerdings nur, wenn eindeutige Handlungen belegt werden konnten. Achtete man ein wenig auf Diskretion und gute Kontakte in höhere Kreise, war die Gefahr einer Verurteilung gering.

Gleichwohl verursachte Tschaikowskys sexuelle Orientierung bei ihm oft eine erdrückende Furcht, die der tiefen Sorge um den Ruf seiner Familie zuzuschreiben war. »Und ist nicht der Gedanke tödlich, dass Menschen, die mich lieben, sich manchmal meiner schämen können! Und doch war das hundert Mal so und wird hundert Mal so sein.« Im Bemühen, Schaden von seinen Angehörigen und Freunden abzuwenden, schloss Tschaikowsky sogar eine Ehe – ein Unterfangen, das katastrophal scheiterte. Ein halbes Jahrzehnt nach diesem Tiefpunkt von Tschaikowskys Verhältnis zu seiner eigenen Homosexualität erreichte ihn nun über Balakirew das Programm Stassows zum byronschen Manfred.

George Gordon Byron, der als Junge den Adelstitel seiner Familie erbte und später als Lord Byron seine literarische Bekanntheit erlangte, war zu Beginn des 19. Jahrhunderts das enfant terrible der an Skandalen ohnehin nicht armen britischen Oberklasse. Affären mit Adligen und Angestellten, Jungen und Alten, Männern und Frauen, die er mit teils grausamem Egoismus begann und wieder beendete, sorgten für seinen zweifelhaften Ruf – wiewohl Byrons Werke sich schon früh ausgezeichnet verkauften. Der endgültigen Flucht des Dichters aus England ging das Scheitern einer Ehe voraus, die er zum Schutz vor der Enthüllung einer inzestuösen Beziehung geschlossen hatte: der Liebe zu seiner Halbschwester Augusta. Auf den dieser Flucht folgenden Reisen nun schrieb Byron seinen Manfred, ein Dramatisches Gedicht in drei Akten, das er 1817 vollendete.

Manfred ist ein typischer byronic hero, eine getriebene, dunkle Gestalt, die jenseits aller gängigen Moral handelt oder gehandelt hat. Der Held war in eine Beziehung zu seiner Schwester Astarte verstrickt, die er jedoch, wie er meint, mit seiner Liebe »zerstört« habe. Diese Schuld treibt ihn um, und während er durch die Alpen irrt, versucht er zu vergessen. Doch weder übernatürliche Geister, noch die Natur in Gestalt einer Alpenfee, noch ein einfacher Jäger, der ihn vom Selbstmord abhält, lindern Manfreds Qual der Erinnerung. Ein faustischer Pakt lässt ihn zwar in Kontakt mit der toten Astarte treten, doch diese vergibt ihm nicht. Stattdessen weissagt sie, dass er am folgenden Tag von seinen Erinnerungen erlöst sein wird – indem er stirbt.

Nachdem alle Pläne gescheitert sind, überkommt Manfred eine ungekannte Ruhe. Plötzlich treten andere Erinnerungen an die Oberfläche, befreien ihn von der Last seiner Vergangenheit. Der Held schöpft neue Kraft aus sich selbst. Als an seinem Sterbebett ein Geist aus dem Reich des dunklen Arimanes und ein Abt um seine Seele ringen, verweigert er beiden die Gefolgschaft. Manfred stirbt in vollem Vertrauen auf ein selbst verantwortetes Leben – auch wenn es den Tod bringt.

Dieser Text muss Tschaikowsky auf vielen Ebenen angesprochen haben. Furcht vor dem Tod plagte ihn Zeit seines Lebens – nun erfuhr er bei Byron von dem friedlichen Ende eines mit der Welt Versöhnten. Auch die Qual, die eine verbotene sexuelle Neigung im Konflikt mit einer unverständigen Gesellschaft auslöst, teilte der Komponist mit derjenigen von Byrons Figur. Und nicht zuletzt dürfte diesen berührt haben, wie der englische Dichter von einer reinen Liebe träumte. Tschaikowsky sehnte sich nach einer ihm unmöglich scheinenden Erfüllung und färbte mit dieser Sehnsucht immer wieder Teile seiner Musik: »...wenn man fragt, ob ich in der Liebe die Fülle des Glücks empfunden habe, so antworte ich: Nein, nein und abermals nein!!! […] Wenn Sie mich aber fragen, ob ich die ganze Macht, die ganze unermeßliche Kraft dieses Gefühls verstehe, so antworte ich: Ja, ja und abermals ja, und ich will wiederum sagen, dass ich wiederholt mit Liebe versucht habe, die Qual und zugleich die Seligkeit der Liebe durch Musik auszudrücken.«

Daniel Frosch

Biographie

Tugan Sokhiev stammt aus Wladikawkas, der Hauptstadt Nordossetiens, studierte bei Ilya Musin am St. Petersburger Konservatorium und besuchte Dirigierklassen von Yuri Temirkanov. 2000 gewann er den Hauptpreis des Dritten Internationalen Prokofjew-Wettbewerbs und wurde daraufhin Chefdirigent des Staatlichen Russischen Symphonieorchesters sowie Künstlerischer Direktor der Staatlichen Philharmonie von Nordossetien. 2002 gab Tugan Sokhiev sein Operndebüt in Großbritannien an der Welsh National Opera (La Bohème), 2003 debütierte er mit der Eugen Onegin-Produktion des Mariinsky-Theaters an der Metropolitan Opera in New York; mit Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen gab er 2004 sein Debüt beim Festival in Aix-en-Provence. Seit Herbst 2008 ist Tugan Sokhiev Musikdirektor des Orchestre du Capitole de Toulouse, dem er zuvor bereits drei Jahre lang als Erster Gastdirigent und Künstlerischer Berater verbunden gewesen war. Mit Beginn der Saison 2012/2013 übernahm er das Amt des Chefdirigenten und Künstlerischen Leiters beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, im Januar 2014 wurde er zudem zum Musikdirektor des Bolschoi-Theaters und als Chefdirigent des Bolschoi-Orchesters in Moskau berufen. Dem Mariinsky-Theater in St. Petersburg und dem Londoner Philharmonia Orchestra in enger künstlerischer Partnerschaft verbunden, ist Tugan Sokhiev darüber hinaus ein weltweit begehrter Gastdirigent führender Opernhäuser und Orchester. Seine Debüts am Pult der Wiener und der Berliner Philharmoniker 2009 bzw. Anfang 2010 führten unmittelbar zu Wiedereinladungen; 2013 debütierte er mit großem Erfolg beim Chicago Symphony Orchestra und beim Gewandhausorchester Leipzig. Am Pult der Berliner Philharmoniker war Tugan Sokhiev zuletzt im Januar 2012 zu erleben; auf dem Programm standen Werke von Albert Roussel, Franz Liszt, Sergei Rachmaninow und Luciano Berio.

Hilary Hahn begann kurz vor ihrem vierten Geburtstag mit dem Violinunterricht und wurde im Alter von fünf Jahren Schülerin von Klara Berkovich, bevor sie ihre Ausbildung bei Jascha Brodsky am Curtis Institute of Music fortsetzte. Nach Solo-Debüts bei den führenden Orchestern in Baltimore, Pittsburgh, Philadelphia und Cleveland sowie beim New York Philharmonic Orchestra begann die Musikerin im Alter von 16 Jahren am Curtis Institute of Music ihre reguläre Violinausbildung, verschob ihren Abschluss jedoch, um zusätzlich Sprachen, Literatur und Kreatives Schreiben zu studieren. Als sie mit 19 Jahren ihren Bachelor ablegte, war sie bereits eine international erfolgreiche Geigerin, die eine Vielzahl preisgekrönter CD-Aufnahmen vorgelegt hatte. 2010 spielte Hilary Hahn das eigens für sie komponierte und dem Pulitzer-Preis in der Sparte Musik ausgezeichneteViolinkonzert von Jennifer Higdon ein. Die Instrumentalistin initiierte ein auf mehrere Jahre angelegtes Projekt, bei dem sie 26 Komponisten aus aller Welt damit beauftragte, kurze Zugabestücke für sie zu schreiben; für die 27. Zugabe veranstaltete sie einen Wettbewerb, zu dem über 400 Werke eingereicht wurden. In der laufenden Spielzeit tritt Hilary Hahn in fast 50 Städten Nordamerikas, Europas und Asiens auf; sie geht mit der Camerata Salzburg, dem Chamber Orchestra of Europe, dem hr-Sinfonieorchester und dem City of Birmingham Symphony Orchestra auf Tournee. Dabei setzt sich die Künstlerin erneut mit Werken von Mozart, Vaughan Williams, Sibelius, Brahms, Barrett, Abril und Vieuxtemps auseinander; zudem erweitert sie ihr Repertoire um Kompositionen von Bruch, Schönberg, Nielsen, Schubert, Telemann und Rautavaara. Bei den Berliner Philharmonikern gastierte Hilary Hahn erstmals im Dezember 1999, im November 2000 begleitete sie das Orchester auf eine Japan-Tournee als Solistin in Schostakowitschs Erstem Violinkonzert sowie im Violinkonzert Beethovens; Dirigenten waren Mariss Jansons bzw. Claudio Abbado.

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