Berliner Philharmoniker

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Lars Vogt Klavier

Ludwig van Beethoven

Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37

Edward Elgar

Symphonie Nr. 2 Es-Dur op. 63

Termine

Fr, 08. Mai 2009 20 Uhr

Philharmonie

Sa, 09. Mai 2009 20 Uhr

Philharmonie

So, 10. Mai 2009 20 Uhr

Philharmonie

Live-Übertragung

Über die Musik

Macht und Träume

Musikalische Bekenntnisse

Im Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag findet sich 1796 der Name des vormaligen Bonner Hofmusikers Ludwig van Beethoven – allerdings zur Überraschung der Nachwelt in der Rubrik Virtuosen und Dilettanten. Doch diese nach heutigen Begriffen gleich doppelt befremdliche Einordnung besaß seinerzeit nichts Ehrenrühriges. Im »Clavierland« Wien stand ein begnadeter Pianist traditionell hoch in der Gunst des zahlenden Publikums und der musikliebenden Mäzene, wobei unter dem »Clavier« mittlerweile tatsächlich das Klavier verstanden wurde, das Pianoforte mit der zukunftsweisenden Hammermechanik. Beethoven, so bemerkte das Jahrbuch, »wird allgemein wegen seiner besonderen Geschwindigkeit und wegen der außerordentlichen Schwierigkeiten bewundert, welche er mit so vieler Leichtigkeit exequirt«.

Und da dieser Virtuose nicht mehr als besoldeter Musiker in einer Hofkapelle seinen Dienst versah, sondern als »freier Künstler« von den Wiener Adligen umhegt und gefördert wurde, zählte er im ursprünglichen Sinne auch zu den »Dilettanten«, denen die Musik ein Vergnügen war und kein Broterwerb. Der Fürst Carl von Lichnowsky ließ ihn bei sich wohnen und gewährte ihm bald ein Jahresgehalt von 600 Gulden; der Graf Johann Georg von Browne, kaiserlich-russischer Oberst, schenkte Beethoven ein Reitpferd, auf dem der Meister jedoch nur selten ritt. Wie er ohnehin den Forderungen der Etikette allenfalls widerspenstig folgte. Denn in Wahrheit entsprach Beethoven viel weniger dem Typus des »Dilettanten« als vielmehr dem Bild des Künstlers, der sich über Konventionen erhebt, dem die Arbeit keine Lust ist, sondern ein innerer Zwang, ein Muss, Botschaft und Bekenntnis. Eine Augenzeugin berichtet: »Er war sehr stolz und ich habe gesehen, wie die Mutter der Fürstin Lichnowsky, die Gräfin Thun, vor ihm, der in dem Sopha lehnte, auf den Knieen lag, ihn zu bitten, er möge doch etwas spielen. Beethoven that es aber nicht.«

Der Souverän Beethoven und sein Drittes Klavierkonzert

»Er war sehr stolz.« Der Künstler als Herr und Gebieter, als Denker und Lenker, als Pionier und Prophet – so präsentiert sich Beethoven schon mit dem ersten Auftritt in seinem Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37. Kein Geringerer als er selbst spielte den Solopart bei der Uraufführung am 5. April 1803 im Theater an der Wien, und niemand außer ihm hätte damals diese epochale Aufgabe meistern können, da er die Solostimme einstweilen nur unvollständig und skizzenhaft notiert hatte – zum virtuosen Eigengebrauch. Ignaz von Seyfried, der Kapellmeister des Theaters, sollte Beethoven während des Konzerts die Seiten umblättern. Doch zeigte er sich einigermaßen entsetzt (zur diebischen Freude des Komponisten), als er »in der aufliegenden Stimme trotz der bewaffneten Augen ausser dem Schlüssel, der Vorzeichnung und verschiedenen über das Blatt hinlaufenden Kreuz- und Querstrichen wenig mehr als Nichts zu gewahren im Stande war«: creatio ex nihilo.

Nach 111 Takten orchestraler Grundlegung beginnt der Pianist – also Beethoven – die Soloexposition wie mit einer imperialen Machtdemonstration. Er durchmisst in drei Anläufen die gesamte Klaviatur vom Grund bis zur Höhe, um dann forte und unisono das Hauptthema regelrecht in die Tasten zu meißeln, im manuellen Kraftakt der aufgetürmten Oktaven (auf den freilich sogleich eine nachdenkliche Piano-Reflexion folgt). Aus dem intellektuellen Spiel des Konzertierens – dem »freien Spiel des Geistes« – wurde unter Beethovens Händen existentieller Ernst: eine Frage der Selbstbehauptung, der schöpferischen Willensstärke, der stolzen, unbeugsamen Subjektivität. Beethoven, der gefeierte Virtuose, beanspruchte die unumschränkte Herrschaft im »Clavierland«. Ein Souverän, vor dem Fürsten und Gräfinnen auf den Knien lagen.

»Pilgerfahrt einer Seele«: Elgars Zweite Symphonie

Musikalische Momentaufnahmen

Reine Freude?

Klingende Autobiografie

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