Witold Lutosławski


»Ein wirklich großes Alterswerk«

Nicht von ungefähr erklingt beim Saisoneröffnungskonzert der Berliner Philharmoniker die Dritte Symphonie von Witold Lutosławski: Die Werke des polnischen Komponisten, der im Januar 2013 100 Jahre alt geworden wäre, bilden in dieser Spielzeit einen programmatischen Schwerpunkt der philharmonischen Konzerte. Gerade die 1983 vollendete Dritte Symphonie gilt als eine der wichtigsten Schöpfungen Lutosławskis. Zu Recht, ist sie doch charakteristisch für die Tonsprache des Komponisten, die traditionelle Formen, ein oftmals romantisches Klangempfinden und avantgardistische Techniken überzeugend vereint. Sie sei »ein wirklich großes Alterswerk«, heißt es in einer Konzertkritik der Berliner Morgenpost aus dem Jahr 1985.


»Klassiker der Avantgarde«

Damals stand der Komponist selbst am Pult der Berliner Philharmoniker und dirigierte – nicht zum ersten Mal. Seit 1975 kam er in regelmäßigen Abständen, um mit dem Orchester seine Werke aufzuführen: beispielsweise seine Musique funèbre für Streichorchester, sein Livre pour orchestre, seine vier Symphonien oder sein Klavier- und sein Violoncellokonzert. Witold Lutosławski besaß als Dirigent eine bezwingende musikalische Autorität, sein Auftreten war – so die Presse – »aristokratisch« und »leidenschaftlich« zugleich. Er wurde in Berlin als »Klassiker der Avantgarde« gefeiert.


Führender Komponist Polens

Die Berliner Philharmoniker musizierten übrigens erstmals am 13. September 1960 im Rahmen der Konzertreihe Musik des 20. Jahrhunderts ein Stück Lutosławskis, jene Musique funèbre, die zwischen 1954 und 1958 als Hommage für Béla Bartók entstand und den Komponisten weltberühmt machte. Witold Lutosławski stammte aus einer hochmusikalischen Warschauer Familie und wurde von ihr von Kindheit an gefördert. Neben Komposition studierte er auch Mathematik. Seine musikalische Karriere begann Lutosławski während des Zweiten Weltkriegs als Klavierspieler in Kaffeehäusern. Nach Kriegsende avancierte er zum führenden Komponisten seines Landes und erhielt im Laufe seines Lebens zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Er starb 1994 in seiner Heimatstadt.


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