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Vom 31. August bis 18. September startet das Berliner Konzertleben mit dem Musikfest Berlin in die neue Spielzeit 2012/2013, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker. An 20 Tagen werden in der Philharmonie und deren Kammermusiksaal, im Großen Sendesaal des rbb, im Konzerthaus Berlin, in der Akademie der Künste, im Tempodrom, Kühlhaus Berlin und in der Heilig-Kreuz-Kirche 25 Veranstaltungen mit rund 80 Werken von 30 Komponisten präsentiert, aufgeführt von 24 Orchestern, Chören, Instrumental und Vokalensembles und über 60 Solisten.

2012 ist nicht nur das Jahr der amerikanischen Präsidentschaftswahlen, sondern es jährt sich auch der Geburtstag des großen, vor 20 Jahren verstorbenen amerikanischen Komponisten John Cage zum 100. Mal. Cage wiederum huldigte 1976 – im Jahr des Bicentennial der Gründung der Vereinigten Staaten – seinem Heimatland mit einer orchestralen Komposition, die er Apartment House 1776 nannte und Seiji Ozawa sowie dem Boston Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony und Cleveland Orchestra, dem Los Angeles und new York Philharmonic wie auch dem Philadelphia Orchestra widmete. Mit der Widmung von Apartment House 1776, das die religiösen und musikalischen Prägungen New Englands der Gründerjahre enzyklopädisch versammelt, wurde so die Feier der amerikanischen Gründerzeit zugleich zur Sache der großen Orchester erklärt.

1976, anlässlich der Bicentennial-Feiern erfolgte auch – in einer Produktion der Houston Grand Opera – erstmals die ungekürzte Aufführung von George Gershwins 1934/1935 entstandener Oper Porgy and Bess. »Oh, we’re leavin’ for the Promise’ Lan’, leavin’ for the Promise’ Lan’«, singt Bess in ihrem Spiritual am Ende des ersten Aktes, den Tod des erschlagenen Robbins betrauernd. Der biblische Auszug der Israeliten aus dem pharaonischen Ägypten ist der Kontext der Oper Moses und Aron, die Arnold Schönberg 1928 noch in Berlin zu schreiben begonnen hatte, ehe er 1934 nach Los Angeles emigrierte. Er sei »ins Paradies vertrieben « worden, beschrieb der »konservative Revolutionär« seine Exilsituation.

Apartment House 1776, Moses und Aron, Porgy and Bess: Alle drei Werke sind beim Musikfest Berlin 2012 in der Philharmonie in exemplarischen Neueinstudierungen zu erleben. Daneben kommt im Rahmen des Musikfest Berlin noch eine dritte Ausnahme-Oper von Rang zur Aufführung: Nixon in China von John Adams, eine Berliner Erstaufführung und ein Gastspiel des BBC Symphony Orchestra und der BBC Singers unter der Leitung des Komponisten, die das Werk wenige Tage zuvor bei den Londoner Proms präsentieren. Nixon in China, entstanden in den späten 1980er-Jahren, ist – so Alex Ross in seinem Buch The Rest is Noise – die größte amerikanische Oper seit Porgy and Bess.
Das hat es beim Musikfest Berlin noch nicht gegeben: drei große Opernraritäten in konzertanten Neueinstudierungen. Und dabei bleibt es nicht: Das Musikfest Berlin 2012 präsentiert eine Tour d’horizon durch die amerikanische Musikwelt, die von Charles Ives bis zu Samuel Barber, Aaron Copland und Morton Feldman reicht, mit Werken der Exilanten Schönberg, Strawinsky und Rachmaninow, mit Stockhausens Hymnen mit Orchester und Hans Werner Henzes »kubanischer« Sechster Symphonie.
Kasse Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
10719 Berlin
Öffnungszeiten:
Mo – Sa
14 bis 18 Uhr
Tel.: +49 (0)30/254 89 100
(Mo – Fr 10 bis 18 Uhr)
Karten können Sie auch an der Kasse der Philharmonie, bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet erwerben.

