Startseite / Education / Material / Künstler-Interviews / Pierre Boulez
Herr Boulez, in Ihrem Programm haben Sie mit den Orchesterstücken von Arnold Schönberg (op. 16), Anton Webern (op. 6), Alban Berg (op. 6) und Béla Bartók (op. 12) vier Werke kombiniert, die alle im Zeitraum zwischen 1909 und 1914 entstanden sind. Warum haben Sie gerade diese vier Kompositionen ausgewählt?
Weberns Orchesterstücken op. 6 existieren in zwei verschiedenen Versionen. Welche Unterschiede bestehen zwischen beiden Fassungen und warum haben Sie sich für die Erstfassung entschieden?
Hat sich Ihr Verständnis und Ihre Interpretation der Musik der Schönberg-Schule im Laufe der Zeit verändert und wenn ja, inwiefern?
Anton Webern war in der Nachkriegszeit eine wichtige Bezugsfigur für Sie. Ist Webern auch heute noch für Ihr eigenes Komponieren in irgendeiner Weise bedeutsam?
Sie haben in der Generalprobe ohne Taktstock dirigiert. Hat das etwas mit den Stücken zu tun, die Sie dirigiert haben?
Welche Unterschiede bestehen zwischen dem Dirigieren von tonaler und atonaler Musik?
Sind Sie als Dirigent in der Lage, einen falschen Ton oder einen fehlenden Einsatz zu bemerken, auch wenn das Orchester in großer Besetzung sehr komplexe Musik wie die Orchesterstücke von Schönberg oder Berg spielt?
Befolgen Sie als Dirigent immer die dynamischen Angaben der Komponisten oder gibt es Stellen in der Partitur, an denen Sie die Dynamik modifizieren?
Haben Sie bei Ihrer Arbeit mit den großen Orchestern genug Probenzeit, um Ihre musikalischen Ideen umzusetzen?
Pierre Boulez, eine der wichtigsten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit, ist seit Jahrzehnten regelmäßiger Gast der Berliner Philharmoniker - sowohl als Komponist als auch als Dirigent. Im Juni 2007 spielten die Berliner Philharmoniker unter seiner Leitung Orchesterstücke von Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg und Béla Bartók.
Die zwischen 1909 und 1914 entstandenen Werke bezeugen die kompositionsgeschichtliche Revolution, die sich in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg in der Musik ereignete. Im Anschluss an die Generalprobe hatten Oberstufenschüler die Gelegenheit, Pierre Boulez selbst zu befragen. Seine Antworten haben wir hier für Sie dokumentiert.

