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Die klassische indische Musik dient vielen westlichen Musikern und Komponisten als wichtige Inspirationsquelle. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Musik ist der Gesang, der sich über Jahrhunderte entwickelt hat – als Ausdruck der Verehrung für die Natur, die Naturkreisläufe und den schöpferischen Prozess in unserem Körper.
Das indische Musiksystem beruht auf sogenannten Raag-s, „das, was dem Geist Farbe verleiht“. Dabei handelt es sich um melodische Module, die die Grundstruktur des Gesangs bilden und den emotionalen Effekt von Klang betonen. Raag-s sind als fließende, organische Gebilde konzipiert, die sich innerhalb eines zeitlichen Prozesses offenbaren und im Gegensatz zu notierter Musik nicht ergebnisorientiert sind.
Die Teilnehmer der Workshops erhaltenen eine Einführung in den aus traditioneller, musikalischer Struktur und freier Improvisation bestehenden indischen Gesang und lernen anhand spezieller Übungen, das Gehör für die mikrotonalen Intervalle und die komplexen Rhythmen zu schulen. Amelia Cunis Gesangstechnik basiert auf ihrer langjährigen Erfahrung mit der Dhrupad Tradition, die um das 14. Jahrhundert in den Tempeln und höfischen Gesellschaften Indiens entstand und im rituellen Gesang der Veden und den Praktiken des Nada Yoga wurzelt.
Thematisch sind die Workshops mit dem Konzert der Kammermusikreihe UNTERWEGS verbunden. Eine Anmeldung bis zum 1. Mai 2012 ist für beide Workshops erforderlich.
Workshop I:
10 – 11.30 Uhr, Hermann-Wolff-Saal
Einführung in die indische Musik und Philosophie sowie in die melodischen (raag) und rhythmischen (taal) Strukturen. Amelia Cuni gibt den Teilnehmern einen spannenden Einblick in den indischen Dhrupad Gesang mit vielen musikalischen Kostproben. Geeignet für Familien sowie für Neugierige ab 10 Jahren.
Workshop II:
13 – 14.30 Uhr, Hermann-Wolff-Saal
Amelia Cuni macht mit den Teilnehmern Übungen zu den modalen Strukturen (raag-taal) des indischen Gesangs, die sich auf mikrotonale Intervallverschiebungen konzentriert und auf das Einschwingen von Gleitlauten. Der Workshop eignet sich für SängerInnen und interessierte MusikerInnen, die eine direkte Erfahrung mit mikrotonalen Intervallen, Glissandi und modalen Skalen machen möchten, und erfordert aktives Vor - und Mitsingen. SängerInnen und MusikerInnen werden gebeten, ein kurzes Resumée ihrer Gesangserfahrung der Anmeldung beizufügen.
Anmeldung und Information:
per Telefon
030.25488-353
per Mail (education@berliner-philharmoniker.de):
Mail


