Leif Ove Andsnes


In der vergangenen Saison haben die Berliner Philharmoniker mit Lang Lang einem Pianisten ein künstlerisches Zuhause geboten, dessen Medienwirksamkeit bereits legendär ist. Nun hat das Orchester für die Spielzeit 2010/2011 einen Künstler zu seinem mittlerweile achten Pianist in Residence ernannt, der sich über Jahre hinweg abseits jeglichen öffentlichen Rummels in die vorderste Reihe der Klaviervirtuosen unserer Tage gespielt hat: Leif Ove Andsnes.

1970 auf der norwegischen Insel Karmøy geboren, studierte Andsnes am Konservatorium von Bergen bei Jiří Hlinka und bildete sich später bei Jacques de Tiège weiter. Bereits Ende der 1980er-Jahre machte er als Preisträger international renommierter Klavierwettbewerbe auf sich aufmerksam und gab nach ersten Konzerten in Norwegen sein USA-Debüt. Auftritte mit namhaften amerikanischen Klangkörpern wie dem Cleveland Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra, dem New York Philharmonic, dem Philadelphia Orchestra oder den Los Angeles Philharmonic schlossen sich an.

Und auch in Europa wurde der Ausnahmekünstler durch seine Zusammenarbeit mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem London Symphony Orchestra sowie mit bedeutenden Dirigenten, Künstlerinnen und Künstlern unserer Zeit zunehmend bekannt. Das von ihm mitbegründete Kammermusikfest im südnorwegischen Risør ist unter seiner künstlerischen Leitung zu einem wichtigen Treffpunkt von Musikerinnen und Musikern aus aller Welt avanciert und wurde 2009 von der New York Times in die Liste der »Top 10 Musical Events of the Year« aufgenommen.

Seinen Einstand als Pianist in Residence gibt Leif Ove Andsnes im September bei einem Kammerkonzert, das er zusammen mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker bestreitet. Im Dezember ist er dann – ebenfalls im Kammermusiksaal – zusammen mit seinem kanadischen Kollegen Marc-André Hamelin zu erleben, mit dem er u. a. die vierhändige Klavierfassung von Strawinskys Le Sacre du printemps spielt. Für drei Konzerte mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Bernard Haitink hat Andsnes im März das Zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms auf sein Programm gesetzt. Ein Soloabend, der im Zeichen von Beethoven, Brahms und Schönberg steht, sowie ein der Musik Mozarts und Dvořáks gewidmetes Konzert mit Mitgliedern der Orchester-Akademie runden Andsnes’ künstlerische Aktivitäten als Pianist in Residence ab.

Foto: Lorenzo Agius

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